Nr. 0750
Eine oder mehrere unbekannte Personen führten vergangene Nacht eine Sprengstoffexplosion im Stadtteil Wedding herbei. Nach bisherigen Erkenntnissen traten kurz nach 2 Uhr ein oder mehrere Unbekannte vor ein Mehrfamilienhaus an der Malplaquetstraße und zündeten dort ein Explosivmittel. Durch die Explosion wurden die Fassade des Hauses, die Schaufensterscheibe eines Geschäftes sowie mehrere geparkte Fahrzeuge beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. Die weiteren Ermittlungen zur Herkunft der mutmaßlich verwendeten Granate werden von der BAO Ferrum mit hoher Intensität geführt, um so schnell wie möglich weitere Ermittlungsdetails zu den Hintergründen der Tat zu erlangen.
Seit ihrem Bestehen im Herbst 2025 geht die BAO Ferrum wirkungsvoll und konsequent gegen Schusswaffenkriminalität im Kontext von Erpressungstaten vor. Allein in der letzten Woche stellten die Einsatzkräfte der BAO Ferrum insgesamt sechs scharfe Schusswaffen sicher und vollstreckten sechs richterlich erlassene Haftbefehle. Fünf der sichergestellten Schusswaffen sowie drei der vollstreckten Haftbefehle stehen im Zusammenhang mit einem seit Februar 2025 geführten Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der räuberischen Erpressung sowie des unerlaubten Waffenhandels. In diesem Zusammenhang wurden am 17. Juni 2026 insgesamt elf Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt, davon neun in Berlin sowie jeweils ein Beschluss in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Die Maßnahmen erfolgten teilweise unter Unterstützung von Spezialeinheiten des Bundes und der Länder. Die Bekämpfung der Schusswaffenkriminalität wird konsequent fortgesetzt.
Die bisherige Gesamtbilanz der am 13. November 2025 eingerichteten BAO Ferrum belegt die Wirksamkeit der Maßnahmen zur Bekämpfung der Schusswaffenkriminalität in Berlin. Seit Einrichtung der BAO Ferrum wurden insgesamt 54 Haftbefehle erwirkt sowie 52 scharfe Schusswaffen, mehr als 800 Schuss Munition sowie zahlreiche weitere gefährliche Gegenstände sichergestellt. Weiterhin wurden mehr als 6.000 Personen, knapp 3.300 Fahrzeuge sowie mehr als 860 Lokalitäten überprüft. Hieraus resultierten rund 460 eingeleitete Ermittlungsverfahren.
Durch die Bündelung kriminalpolizeilicher Ermittlungen, operativer Maßnahmen und wechselnder Einsatzkonzepte verfolgt die BAO Ferrum das Ziel, die Verfügbarkeit und den Einsatz illegaler Schusswaffen im Stadtgebiet nachhaltig zu reduzieren. Mit rund 100 Dienstkräften werden dabei zugleich übergeordnete Ziele verfolgt: die Aufhellung von Tat- und Täterstrukturen, die Identifizierung von Hintermännern sowie die konsequente Strafverfolgung in enger Zusammenarbeit mit der bei der Staatsanwaltschaft Berlin eingerichteten Ermittlungsgruppe Telum.