Immobilienkriminalität bei pflege- und schutzbedürftigen Menschen

Ein Modellhaus aus Holz am Angelhaken

Die traurige Realität

Kriminelle nutzen gezielt Einsamkeit, Hilfsbedürftigkeit oder gesundheitliche Einschränkungen aus, um ältere Menschen um ihre Immobilie zu bringen.
Häufig wird zunächst Vertrauen aufgebaut, etwa durch scheinbar fürsorgliche Hilfe im Alltag. Anschließend wird Druck erzeugt, die Immobilie schnell zu verkaufen oder zu übertragen. Dabei werden komplizierte Vertragsinhalte, insbesondere zu Wohnrechten oder Gegenleistungen, bewusst ausgenutzt.
Für Betroffene bedeutet dies oft den Verlust ihres Zuhauses und ihres wichtigsten Vermögenswertes. Die finanziellen Schäden können im Einzelfall mehrere hunderttausend bis Millionen Euro betragen.
Besonders gefährdet sind Menschen, die allein leben oder nur wenig soziale Unterstützung haben.

Typische Warnsignale

  • Fremde zeigen plötzlich Interesse an Ihrer Immobilie und sind aufdringlich hilfsbereit. Es kommt zu einem ungewöhnlich schnellen Vertrauensaufbau
  • Ihnen werden Pflege oder „Alltagshilfen“ wie zum Beispiel Einkäufe angeboten
  • Man lockt Sie mit einem lebenslangen Wohnrecht für einen schnellen Verkauf der Immobilie
  • Vertrauenspersonen von Ihnen oder „neue Freunde“ drängen Sie zu schnellen Entscheidungen
  • Sie verstehen den Inhalt des Ihnen vorgelegten Kaufvertrages nicht umfassend (beispielsweise ein lebenslanges Wohnrecht)

Warum Vorsorge entscheidend ist

Selbstbestimmung
Legen Sie rechtzeitig fest, was mit Ihrer Immobilie geschehen soll.

Schutz vor Betrug
Immobilien stellen einen erheblichen Vermögenswert dar. Verhindern Sie, dass Ihr Eigentum und Ihre finanzielle Unabhängigkeit im Alter durch Täuschung oder Druck verloren geht.

Sicherheit im Alter
Wenn Ihre Immobilie Ihre finanzielle Sicherheit im Alter gewährleisten soll, geben Sie sie nicht ohne unabhängige Beratung her.

So schützen Sie sich wirksam

  • Treffen Sie keine Entscheidungen unter Druck
  • Beziehen Sie immer eine von Ihnen selbst gewählte Notar-/Anwaltskanzlei ein
  • Registrieren Sie Ihre Vorsorgevollmacht frühzeitig und offiziell im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer
  • Erstellen Sie ein rechtssicheres Testament
  • Bevollmächtigen Sie ausschließlich Menschen, denen Sie uneingeschränkt und schon lange vertrauen
  • Behalten Sie regelmäßig Ihre Gesundheit im Blick, um geschäftsfähig zu bleiben

Wo bekommen Sie Hilfe?

Das LKA 323 steht Mo. – Fr. von 09:00 – 15:00 Uhr mit einem Servicetelefon unter Tel.: 030 / 4664-932333 zur Verfügung

E-Mail: LKA323praev@polizei.berlin.de

Verlinkungen und weitere Anlaufstellen

Anlaufstellen für Unterstützung und weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter:
  • Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz – Erbrechtliche Beratung
  • Verbraucherzentrale Berlin – Beratung zu Schenkungen und Testamenten
  • Deutsche Alzheimer-Gesellschaft e.V.
  • Arbeitskreis Berliner Pflegestützpunkte
  • Betreuungsgericht bei dem für den Wohnort zuständigen Amtsgericht
  • Betreuungsverfügung
  • Vorsorgevollmacht
  • Achtung Vollmachtsmissbrauch

Ihr wichtigster Schritt
Warten Sie nicht – Handeln Sie!
Suchen Sie sofort rechtlichen Beistand.
Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Im Notfall 110!