LKA KTI 25 Kampfmittelbeseitigungsdienst

Fahrzeug (Mercedes Transporter) des Kampfmittelräumdienstes auf einer Baustelle vor dem Roten Rathaus

Mit der Schlacht um Berlin endete der zweite Weltkrieg, und 80 Jahre später finden sich noch überall im Boden Bomben, Granaten oder Panzerfäuste. „Altlasten“ dieser besonderen Art werden in der Bundeshauptstadt gezielt gesucht, oft genug aber auch zufällig entdeckt, beispielsweise beim Ausschachten von Baugruben.
Die meisten Funde sind immer noch hoch explosiv und durch jahrzehntelange Korrosion besonders gefährlich. Die Entsorgung übernimmt der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei Berlin.
Da Berlin vom Herbst 1943 bis zum Frühjahr 1945 fast täglich Luftangriffen ausgesetzt und die Stadt in den letzten Kriegswochen auch am Boden umkämpft war, erstaunt es nicht, dass die Polizeifeuerwerker annähernd 900 Mal im Jahr zu Munitionsfundorten gerufen werden. Seit 1947 wurden bereits über 1,8 Millionen Sprengkörper in Berlin aufgefunden und hier vernichtet.

Vernichtung von Munition auf dem Sprengplatz Grunewald

Während die planmäßige Suche durch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt unter Einbindung gewerblicher Firmen organisiert wird, ist die Entschärfung, der Transport und die Vernichtung aufgefundener Kampfmittel Aufgabe dieses Fachbereichs.
Die Ermittlung, Bergung und Beseitigung chemischer Kampfmittel stellt eine weitere Ordnungsaufgabe des Fachbereichs dar. Sowohl das frühere Heeresversuchslabor auf der Zitadelle Spandau wie auch einige chemische Betriebe forschten bis fast zum Kriegsende an bzw. produzierten Haut-, Lungen- und Nervenkampfstoffe(n). So kommt es bis zum heutigen Tage zu Einzelfunden von Kampfstoffgranaten, die durch ausgebildete Chemiefeuerwerker des Fachbereichs mit Unterstützung der Chemiker bearbeitet werden.

Ein wichtiges Aufgabengebiet ist die klassische kriminaltechnische Untersuchung von konventionellen militärischen Munitionskörpern hinsichtlich Aufbau, Funktionsweise und Inhaltsstoffen. Diese Zuarbeit für andere kriminalpolizeiliche Dienststellen und für die Staatsanwaltschaft dient zur Feststellung der strafrechtlichen Zuordnung einer Tathandlung nach dem Sprengstoffgesetz oder ggf. dem Kriegswaffenkontrollgesetz sowie ihrer Einordnung als Ordnungswidrigkeit oder Straftat.

Weitere Aufgaben des Fachbereichs bestehen in der Lagerung und Verwaltung aller in Berlin im Rahmen von Strafverfahren und aus gefahrenabwehrrechtlichen Gründen sichergestellten Materialien mit explosionsgefährlichen Stoffen und pyrotechnischen Gegenständen sowie deren Vernichtung nach gerichtlicher Anordnung.

Auch heute noch scheint sich Berlin im „Kriegszustand“ zu befinden: Jedes Jahr werden dem Sachgebiet durch die Gerichte und Polizeidienststellen ca. 3.000 Waffen zur Vernichtung übergeben, die durch einen Fachentsorger abschließend bearbeitet und dem Werkstoffkreislauf wieder zugeführt werden.

Polizei Berlin

Kriminaltechnisches Institut