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Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Tränendes Auge
Bild: freshhidea / Fotolia.com

DAs LKA 13 bearbeitet Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern gehen uns alle an. Insbesondere das Verhindern von Straftaten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Betroffenheit allein reicht nicht aus. Helfen auch Sie mit!

Jedes Durchsetzen sexueller Handlungen gegen den Willen Betroffener, das Überschreiten von Grenzen und Ausnutzen von Ahnungs- oder Hilflosigkeit sind Ausdruck einer Form von vielfältig empfundener Gewalt. Oftmals sind diese Taten mit unabsehbaren und nachhaltigen, seelischen Folgen für das Leben der Opfer verbunden.

Es gibt keine “Kavaliersdelikte”!

Alle Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer können Betroffene sein – in jedem Alter, in jeder sozialen Schicht, an jedem Ort, zu jeder Zeit. Sexuelle Übergriffe sind überall möglich: In der Öffentlichkeit, zu Hause, auf dem Spielplatz, am Arbeitsplatz, tagsüber oder nachts. Täter stammen oft aus dem sozialen Umfeld.

Was ist neu? Das neue Sexualstrafrecht im Überblick

Ende des Jahres 2016 sind folgende Gesetzesänderungen in Kraft getreten (§§ 177-179,184 i StGB):

Eine sexuelle Handlung ist dann strafbar, wenn sie gegen den erkennbaren Willen einer Person erfolgt. Es kommt nicht mehr darauf an, ob die Person sich körperlich dagegen gewehrt hat oder warum ihr dies nicht gelungen ist. Alle erkennbar nicht-einverständlichen sexuellen Handlungen werden nunmehr unter Strafe gestellt. Ein Täter kann sich somit nicht mehr mit dem Einwand entlasten, er habe nicht erkennen können, ob das Opfer einverstanden war, weil es sich nicht körperlich gewehrt habe.

Grapschen ist strafbar! Erstatten Sie Anzeige!

Neu eingeführt wurde insbesondere der Straftatbestand der sexuellen Belästigung. Damit sind künftig auch Übergriffe strafbar, die bisher nicht für strafrechtlich relevant erachtet wurden. Dazu zählt z.B. unerwünscht angefasst oder anderweitig sexuell bedrängt zu werden. Dies können Sie persönlich, telefonisch oder schriftlich (per E-Mail, Fax, Brief oder über die Internetwache bei jeder Polizeidienststelle anzeigen.

Sexuelle Selbstbestimmung: Nein heißt Nein!

Damit hat insbesondere auch der eigene Kleidungsstil nichts zu tun. Jede Person hat das Recht, sich so zu kleiden, wie sie sich wohlfühlt. Niemand hat deswegen Belästigungen oder andere Grenzverletzungen hinzunehmen. Es gibt keine Rechtfertigung für sexuelle Übergriffe! Jeder Mensch hat das Recht, selbst zu entscheiden, ob und mit wem er sich sexuell einlässt und kann jederzeit seinen freien Willen äußern, also auch bereits begonnene sexuelle Handlungen wieder abbrechen oder beenden.

Verhaltenshinweise zur Prävention von sexuellen Übergriffen und Belästigungen in der Öffentlichkeit

Flyer- Verhaltenshinweise zur Prävention von sexuellen Übergriffen und Belästigungen in der Öffentlichkeit (Flyer derzeit in Erarbeitung)

In Fällen von Hasskriminalität gegen die sexuelle Orientierung wenden Sie sich bitte an LKA 53 (Verlinken).

Bei Straftaten gegen Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI) wenden Sie sich bitte an LKA Präv 1 (Verlinken).