Pflegebedürftige Menschen sind auf die Hilfe von anderen angewiesen. Pflege kann belastend sein und manchmal überfordern. Immer wieder kommt es zu Vernachlässigung und Gewalt an Pflegebedürftigen. Hier finden Sie Informationen und Hilfe.
Was bedeutet Pflegebedürftigkeit?
Pflegebedürftig sind Personen, die ihren Lebensalltag und ihre Selbstversorgung nur mit fremder Hilfe bewältigen können. Es kann sich dabei um körperlich und/oder geistig beeinträchtigte Personen handeln. Dabei spielt es keine Rolle, von wem die Person gepflegt wird und ob dies zu Hause oder in einer Einrichtung geschieht.
Was sind mögliche Anzeichen für körperliche Gewalt?
- Rötungen, Kratzer, Striemen
- Hämatome (Blutergüsse)
- Griff-/ Fesselspuren
- Verbrennungen/Verbrühungen
- Prellungen/Knochenbrüche
- Schnitt-/ Stichverletzungen
Was sind Beispiele für körperliche Vernachlässigung?
- ungepflegter körperlicher Zustand
- unhygienische Pflegeumgebung
- Druckgeschwüre („Wundliegen“)
- Dehydration („Austrocknen“)
- Unterernährung
- falsche Gabe von Medikamenten
- Vorenthalten von Hilfsmitteln
- (z. B. Gehhilfen, Zahnprothesen)
Was sind mögliche Anzeichen von seelischer Vernachlässigung/Gewalt?
- wiederholt demütigendes Verhalten
- unangemessene Bekleidung, z. B. Zustand, Wetter
- Enthalten von Zuwendung und Kommunikation, Ignorieren
- Anbrüllen, Vorwürfe machen
- Unterbinden von Sozialkontakten
- Freiheitsentziehende Maßnahmen, z. B. Einsperren, Fixieren an einem Ort
- Aberkennen der persönlichen Entscheidungskompetenz
Diese Aufzählungen sind nicht abschließend. Es gibt auch weitere gewaltsame und menschenverachtende Verhaltensweisen.
Achten Sie auf Verhaltensauffälligkeiten oder -veränderungen der pflegebedürftigen Person (z. B. Schreckhaftigkeit, sozialer Rückzug) und nehmen Sie ihre Äußerungen ernst!