Inhaltsspalte

Ausstellungsplakat 13

Zentrale Planung & Ausführung des Bezirksamts

Ausstellungsplakat 13
Bild: raumscript

Nach Beschlusslage der BVV (DS/1457/V vom 30.10.2019) ist der Durchgangsverkehr durch den Kiez zu unterbinden. Diese Beschlusslage deckt sich mit wesentlichen Forderungen aus der Bürger*innenbeteiligung. Auch ist in den Bürger*innenwerkstätten die Forderung der BVV nach Einrichtung einer Fußgänger*innenzone am Marheinekeplatz (DS/0311/V vom 12.07.2017) dahingehend weiterentwickelt worden, dass in drei von vier Werkstatt-Ergebnissen ein fußläufiger Bereich auch in der Bergmannstraße gefordert wurde.
Auf Grundlage der Ergebnisse der zweiten Beteiligungsphase und gemäß den Beschlusslagen der Bezirksverordnetenversammlung hat das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg ein Konzept zur Umsetzung von Maßnahmen entwickelt, die zu einer Verkehrsberuhigung, zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs und zur Stärkung der Aufenthaltsqualitäten in der Bergmannstraße führen.

Zunächst sieht das Straßen- und Grünflächenamt ein kiezübergreifendes Verkehrskonzept vor. Durch Einbahnstraßenregelungen, Tempo-20-Zonen im Kiez sowie die teilweise Sperrung der Bergmannstraße für den motorisierten Individualverkehr wird der Verkehr großräumig beruhigt. Lieferverkehr ist nur noch zu geregelten Zeiten möglich.
Der Abschnitt zwischen Nostitzstraße und Marheinekeplatz gewinnt als Fußgänger*innenzone an räumlicher Qualität und nicht-kommerziellen Aufenthaltsflächen. Ein farbig markierter, zweispuriger Fahrradweg ermöglicht sicheres Radfahren.

zuklappen
  • Herbst 2020: Die Bergmannstraße wird von Nostitz- bis Zossener Straße als kombinierter Verkehrsraum für den Fuß- und Radverkehr ausgewiesen. Hierbei erfolgt eine Querschnittsaufteilung der Straße bestehend aus einem Zwei-Richtungs-Radweg und einer Fußgänger*innenzone (s. Verkehrsplan). Liefer- und Anwohnendenverkehr wird als Richtungsverkehr vom Marheinekeplatz Richtung Nostitzstraße geführt und kann im Zeitraum von 6:00Uhr bis 11:00Uhr unter Nutzung dafür eingerichteter temporärer Lieferbereiche stattfinden.
  • erstes Halbjahr 2021: Im gesamten Kiez werden Einbahnstraßen und auf der Höhe des Chamissoplatzes Durchfahrtssperren in Form von zwei Fußgänger*innenzonen ausgewiesen (s. Verkehrsplan). Die Straßenzüge werden mit geschwindigkeitsdämpfenden Elementen und die Einfahrtsbereiche mit Fahrbahnverengungen umgestaltet.
  • zweites Halbjahr 2021: Nach Vorlage eines entsprechenden Verkehrsgutachtens wird die Zossener Straße auf Höhe des Marheinekeplatzes bis zur Einmündung Friesenstraße für die Durchfahrt gesperrt. Die Bergmannstraße wird von Höhe Friesenstraße bis Heimstraße als kombinierter Verkehrsraum für Fuß- und Radverkehr (wie unter Punkt 1. beschrieben) ausgewiesen. Die Durchfahrts- bzw. Einfahrtsverbote werden durch technische Lösungen (versenkbare Poller oder Lichtschranken) durchgesetzt. Busse der BVG, Rettungs- und Einsatzfahrzeuge, erhalten Durchfahrt, Liefer- und Anwohner*innenverkehr zu den unter 1. genannten Zeiten und bei definierten Ausnahmen.
  • zweites Halbjahr 2021: Die Radwegeführungen am Mehringdamm werden als Hochbord-Radwege verbreitert. Die Lilienthalstraße wird als Fahrradstraße mit perspektivisch geräuscharmer Fahrbahndecke ausgewiesen. Für die Radwegführung an der Gneisenaustraße ist eine Führung auf dem Mittelstreifen in Prüfung.
  • 2021ff.: Um Verlagerungsverkehre zu vermeiden, erfordert die Verkehrsberuhigung im Bergmannkiez eine gleichgerichtete Betrachtung der umliegenden Kieze. Dazu werden die Effekte der Maßnahmen 1-4 evaluiert und die Umsetzung der gleichen verkehrsregelnden Maßnahmen (Einbahnstraßenführung, Durchfahrtsverbote, Geschwindigkeitsreduzierungen) vorbereitet.
zuklappen

Für die Fußgänger*innenzone in der Bergmannstraße soll in den nächsten Schritten eine gestalterische Planung entwickelt werden. Auf Grundlage der ersten Gestaltungsideen des Straßen- und Grünflächenamtes (s. Lageplan) wird ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben werden. Ein wichtiges Element der Gestaltung ist dabei die sogenannte „Grün-Blaue Infrastruktur“, die durch ihre positiven Effekte auf Klima und Atmosphäre ein Aufenthalt in öffentlichen urbanen Räumen auch bei zunehmenden Starkhitzeperioden ermöglicht.

Grün-Blaue Infrastruktur – so nennt man Gestaltungselemente, die durch Kombination von Grünflächen und Wasserelementen, Verdunstungskühle spenden und Regenwasser vor Ort versickern lassen, Temperatur lokal regeln, Lebensräume für Insekten bieten, Interaktion mit Wasser ermöglichen und öffentliche Räume gestalterisch aufwerten.

zuklappen
  • Die Gestaltung der Bergmannstraße erfolgt unter den in der Bürger*innenbeteiligung vorrangig genannten Aspekten. Demnach soll die Straße vor allem mehr Grün und mehr Sicherheit für Radfahrende und zu Fuß Gehende erhalten. Aufenthaltsqualitäten sollen verbessert und der Lieferverkehr ermöglicht werden.
  • Mehr Grün: Die Baumscheiben werden vergrößert und in der Mittellage der Straße eine schmaler Grünzug unter Einbeziehung von Wasserspielen geschaffen. Die Fußgänger*innenzone wird mit einem partiell versickerungsfähigem Belag ausgestaltet.
  • Mehr Sicherheit: Durch Herausnahme des PKW-Verkehrs und die niveaugleiche Straßengestaltung wird das Sicherheitsniveau für den Fuß- und Radverkehr signifikant gesteigert. Die Aufteilung der Straße in einen Radweg und einen Fußbereich mit dem trennenden Element des Grünzuges in Mittellage erhöht die Sicherheit für den Fußverkehr. Fußgänger*innen queren den Radweg über sehr regelmäßig angelegte Furten. Radbügel werden zwischen die Baumscheiben gesetzt.
  • Bessere Aufenthaltsqualität: Die Grünelemente in der Mittellage der Bergmannstraße schaffen Verdunstungskühle und beleben das Straßenbild. Der Charakter der Straße wird als durchgrünter Straßenzug mit einer klaren Querschnittsgestaltung weiterentwickelt. Die Stellung von Sitzgelegenheiten wird sukzessive vorgenommen und durch den Einsatz von Kiezläufer*innen des Bezirksamtes hinsichtlich der Einhaltung nächtlicher Ruhezeiten flankiert.
zuklappen

Ausstellungsplakate_A0_13

PDF-Dokument (761.0 kB)