Quartiersmanagement am Mehringplatz

Quartiersmanagement Mehringplatz Schule
Bild: QM-Team Mehringplatz

Im Juli 2005 wurde der Verein Kunstwelt e.V. vom Berliner Senat mit der Bildung eines Teams zur Durchführung des Quartiersverfahrens im Gebiet rund um den Mehringplatz beauftragt.

Das Gebiet ist nördlich begrenzt von der E.T.A Hoffmann Promenade und der Hedemannstraße, westlich von der Stresemannstraße und der Wilhelmstraße (das Willy-Brandt-Haus ausklammernd) und südlich durch das Hallesche Ufer und die Gitschinerstraße. Etwa 5.500Menschen leben derzeit in diesem Planungsraum.

Die Lebenssituation im Gebiet ist geprägt durch die schwierige ökonomische Lage eines großen Teils der Anwohnerschaft, die sich insbesondere im Hinblick auf ihre kulturelle Zusammensetzung sehr heterogen zeigt.
Knapp 70 % der hier lebenden Menschen haben einen Migrationshintergrund (Stand 31.12.15, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg). Im berlinweiten Vergleich handelt es sich um einen sehr “jungen” Kiez: 23 % der BewohnerInnen sind jünger als 18 Jahre (Vgl. Berlin: 15,4 %).

Für die Sozialstruktur bedeuten die Zahlen, dass im Gebiet insbesondere junge, kinderreiche Familien mit migrantischen Wurzeln auf SeniorInnen mit v.a. deutschen Wurzeln treffen. Aufgrund der unterschiedlichen kulturellen Vorstellungen, Traditionen und Gewohnheiten der Menschen kommt es im alltäglichen Miteinander immer wieder zu Konflikten. Diese gilt es, durch Schaffung von nachbarschaftlichen Angebotsstrukturen und Förderung von Dialog zu reduzieren und abzubauen.

Ein weiteres Problem ist die vergleichsweise hohe Kinderarmut im Quartier. Grund dafür ist die überdurchschnittlich hohe Anzahl von Familien mit Transferleistungsbezug. Etwa 64% aller Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren sind davon betroffen (Vgl. Berlin: 32 %). Darüber hinaus sind nach wie vor Drogenhandel und -konsum (gerade auch unter Jugendlichen) sowie eine mangelhafte Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum zentrale Herausforderungen im Gebiet.

Wie die gesamte Berliner Stadtlandschaft ändert sich auch der Mehringkiez, wobei die Konsequenzen noch nicht abzusehen sind. An den Gebietsgrenzen entstehen sowohl private als auch öffentlich geförderte Wohn-und Gewerbeeinheiten. Das Entstehen dieser neuen Nachbarschaften muss fortan als Chance für die Gebietsentwicklung genutzt werden. Gemeinsam und ressortübergreifend muss mit den wichtigen Akteuren ein Prozess in Gang gesetzt werden, der die weitere Segregation des Gebietes stoppt und den Mehringplatz wieder als attraktiven Standort innerhalb der Südlichen Friedrichstadt positioniert. Ausschlaggebend hierfür wird sein, inwieweit es in den nächsten zwei Jahren gelingt, das Gebiet rund um den Mehringplatz auch für die neuen Nachbarschaften nutzbar zu machen und ihr Potenzial impulsgebend in das Quartier zu integrieren.

ZUSAMMEN ETWAS BEWEGEN!

Bei der Quartiersarbeit sind die Einbeziehung und die aktive Mitwirkung der
BewohnerInnen von größter Bedeutung. Sowohl der Quartiersrat als auch die
Aktionsfondsjury entscheiden aktiv über die Zuteilung der Fördermittel aus dem Projektefonds bzw. dem Aktionsfondsmit.
In vielen Diskussionsrunden haben sich drei Handlungsschwerpunkte herauskristallisiert, die die Arbeit des Quartiersmanagements bestimmen:

1. Bildung, Ausbildung und Jugend
Aufgrund der weiterhin fehlenden Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche auf dem Bildungsweg bedarf es im Quartier nach wie vor einer Stärkung der Bildungs-und Jugendfreizeiteinrichtungen, damit deren Angebote die Zielgruppen erreichen. Die Einrichtungen und Akteure werden dahingehend unterstützt, dass sie ihre -u.a. berufsqualifizierenden -Angebote attraktiv gestalten und die Chancen der Kinder und Jugendlichen für einen selbstbestimmten Berufsweg erhöhen. Außerdem werden Eltern dafür sensibilisiert, die deutschen Sprachkenntnisse ihrer Kinder früh zu fördern. Dies ist ein wesentlicher Schritt, um die weitere Ausbildung von Parallelgesellschaften am Mehringplatz zu verringern.

2. Nachbarschaft
Eine große Chance in diesem Handlungsfeld stellt die Entscheidung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg für den Aufbau eines Stadtteilzentrums in der Friedrichstrasse 1 dar. Hier soll in den nächsten Jahren ein Ankerpunkt für die Nachbarschaft entstehen, der sowohl den Kiez als auch die neuen Nachbarschaften mit Angeboten versorgt. Parallel dazu unterstützt das QM schwerpunktmäßig Veranstaltungen, auf denen der
nachbarschaftliche interkulturelle Dialog im Vordergrund steht. Prominentestes Beispiel ist das nachbarschaftliche Fastenbrechen, das jährlich von hunderten Gästen jedweder Kultur und Herkunft besucht wird und zu mehr Verständigung und Toleranz beiträgt.

3. Öffentlicher Raum, Arbeit und Gewerbe
Der Kiez hat ein großes Potenzial, das sich jedoch noch im Dornröschenschlaf befindet: Die innerstädtische Lage und die verkehrsberuhigte Situation im Außenring bieten hervorragende Chancen, den Mehringkiez zu einem attraktiven Ort sowohl in wirtschaftlicher, als auch in kultureller Hinsicht zu entwickeln. Gleichzeitig sollen die BewohnerInnen im Gebiet gehalten und an möglichen Veränderungen beteiligt werden. Dank des hohen Bestandes an Wohnungen der Gewobag kann hier bezahlbarer Wohnraum nachhaltig ermöglicht werden.
In den vergangenen Jahren wurde durch die Sanierungsarbeiten der BVG die sichtbare Veränderung des Mehringplatzes verhindert. Mit den in 2019 beginnenden Umgestaltungsmaßnahmen des Mehringplatzes ist nun endlich der Anfang für eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität getan. Das QM unterstützt diesen Prozess und setzt sich nachhaltig dafür ein, den Lebensraum gemeinsam mit der Bewohnerschaft zu entwickeln und die Attraktivität von Platz, Fußgängerzone und Außenkreis am Mehringplatz zu fördern.

Das Team des Quartiersmanagements ist für Sie da!

QM-Team
Bild: QM-Team Mehringplatz

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