Gesund älter werden

Ziemlich beste Nachbarn - Dank dir!
Bild: Slogan: Andrea Kupke, Foto: Mario Schade

Netzwerk für mehr Teilhabe älterer Menschen in Kreuzberg

Hintergrund

Kreuzberg steht in den nächsten zwei Jahrzehnten vor einer deutlichen Zunahme älterer und zugleich auch ärmerer Menschen. Im Hinblick der wachsenden Altersarmut initiierte das Nachbarschaftshaus Urbanstraße e. V. gemeinsam mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg das Netzwerk für mehr Teilhabe älterer Menschen in der Bezirksregion II. Eine Einführungsveranstaltung im Juni 2013 bildete den Auftakt für eine langfristige Zusammenarbeit mit den interessierten TeilnehmerInnen. Es folgten im Juli und Oktober 2013 weitere Treffen, in denen erste Ideen zu verschiedenen Zugangswegen zu älteren Menschen entwickelt wurden, um zukünftig niemanden von sozialer und kultureller Teilhabe auszuschließen. Diese Ideen entwickelten sich zu den Schwerpunkten der weiteren Netzwerkarbeit.

  • Einbindung von Multiplikatoren
  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen allen Einrichtungen
  • Aufsuchende Ansprache und Information älterer Menschen
  • Sensibilisierung der Bewohner für das Thema ältere Menschen

Schwerpunkte

Das Netzwerk für mehr Teilhabe älterer Menschen in Kreuzberg möchte stärker mit Multiplikatoren im Sozialraum zusammenarbeiten, die ebenfalls über Zugänge zu älteren Menschen verfügen, z. B. mit Arztpraxen, Apotheken, Physiotherapien und vielen weiteren. Gleichzeitig soll eine enge Kooperation zwischen allen Einrichtungen gefördert werden, die vielfältige Angebote für ältere Menschen organisieren. Diese Angebote sollen es allen Menschen ermöglichen, würdevoll und integriert zu leben, unabhängig vom Einkommen oder von Kultur- und Sprachbarrieren. Das Netzwerk versucht weiterhin die vielfältigen Aktivitäten im Stadtteil transparenter zu machen.

Um eine langfristige Teilhabe zu ermöglichen, müssen die älteren Menschen zunächst erreicht werden, deshalb erprobt das Netzwerk verschiedene Zugangswege. Vor allem aufsuchende Strategien werden in den Mittelpunkt gestellt und die Menschen dort abgeholt, wo sie ihren Alltag verbringen. Die Ansprache älterer Menschen zur Information über Angebote im Sozialraum erfolgt zum Beispiel über einen Brief, den ältere Menschen verschiedener Jahrgänge zugeschickt bekommen, mit der Angabe von Ansprechpartnern, die bei der Suche nach Möglichkeiten des freiwilligen Engagements, nach Freizeitaktivitäten und Geselligkeit und bei konkretem Beratungsbedarf helfen können. Zur persönlichen Ansprache wird jährlich eine Informationsveranstaltung „Älter werden in Kreuzberg“ organisiert.

Des Weiteren organisiert das Netzwerk mobile Angebote zur Ansprache älterer Menschen und bindet sie partizipativ in die Mitgestaltung ihres Wohnumfeldes ein, wie im Beispiel des Kiezspaziergangs. Durch diesen ca. einstündigen Spaziergang besteht für die älteren Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, auf Wegbarrieren aufmerksam zu machen, eigene Bedarfe zu äußern und gern besuchte Aufenthaltsorte zu zeigen. Die Anmerkungen werden im Netzwerk und bei Bedarf mit dem Tiefbauamt diskutiert und Maßnahmen eingeleitet.

Als weiteren Schwerpunkt zielt das Netzwerk auf die Sensibilisierung der Bewohnerinnen und Bewohner in Kreuzberg ab, aufmerksam zu sein gegenüber den Bedarfen älterer Menschen in ihrer Nachbarschaft. Achtsame Nachbarn können älteren Menschen nicht nur dazu verhelfen, länger in ihrem zu Hause leben zu können, sondern stellen für sie auch wichtige Kontaktpersonen dar. Um Nachbarinnen und Nachbarn für das Zusammenleben in ihrem Quartier zu sensibilisieren, wurde eine Reihe von Postern und Postkarten entwickelt. Mit dem Slogan “Ziemlich beste Nachbarn. Dank Dir!” sollen Menschen zum Nachdenken darüber eingeladen werden, wer in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft Hilfe und Unterstützung brauchen könnte. Mit der Aktion sollen vertraute Nachbarschaftsnetzwerke genutzt werden, um älteren Menschen den Zugang zu Hilfe und Unterstützung möglich zu machen. Auf www.älter-werden-in-kreuzberg.de werden die Einrichtungen aufgelistet, die Beratungs- und Unterstützungsleistungen für ältere Menschen in Kreuzberg anbieten.

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Spaziergangsgruppen

Der Weg ist das Ziel – Den Kiez beim Spazieren erkunden

Den Bezirk erkunden, neue Kontakte knüpfen und sich an der frischen Luft bewegen: Das bieten die Spaziergangsgruppen für Seniorinnen und Senioren!
Jeden Montag um 10:30 Uhr treffen sich die Gruppen und ihre ehrenamtlichen Begleiter, um gemeinsam aktiv zu werden. Dabei geht es nicht um sportliche Leistungen, sondern das gemeinschaftliche Erleben steht im Mittelpunkt. Das Spazierengehen in der Gruppe macht Spaß und fördert gleichzeitig Sicherheit und Freude an Bewegung. Das Angebot ist kostenlos und jeder kann teilnehmen, ob zu Fuß, mit Rollator oder Gehstock. Im Anschluss an die Spaziergänge besteht die Möglichkeit zum Austausch und gemütlichen Beisammensein. Die Dauer der Spaziergänge und die Strecken werden ausschließlich nach den Wünschen und körperlichen Möglichkeiten der Teilnehmenden ausgesucht. Untereinander wird stark darauf geachtet, dass das Tempo für jeden angenehm ist und jeder hinterherkommt. Alle die Lust haben, die Umgebung zu erkunden, sind willkommen.

Die Initiative dafür entstand 2012 in Kooperation des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg mit dem Zentrum für Bewegungsförderung Berlin und dem Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V.

Weitere Informationen zu den Spaziergangsgruppen erhalten Sie im Nachbarschaftshaus Urbanstraße e. V. bei Ann-Brit Keck unter der Telefonnummer 030-690 497 20 oder per E-Mail an a.keck@nachbarschaftshaus.de

Veranstaltungsdokumentationen zum Thema "Gesund älter werden"