Schulzonen in Friedrichshain-Kreuzberg

Postkarte Schulzone

Schulzonen sind eine wichtige Maßnahme für die Erhöhung der Schulwegsicherheit und einer der Bausteine der bezirklichen Fußverkehrsstrategie Xhain beruhigt sich.

Bei einer Schulzone wird die Straße vor dem Schuleingang so umgestaltet, dass die Sicherheit für Schüler*innen erhöht wird. Das Bringen von Kindern zu Fuß und mit dem Fahrrad wird durch mehr Platz vereinfacht. Für alle Verkehrsteilnehmenden ist schnell erkennbar, dass es sich um eine Schule handelt. Dadurch wird die Aufmerksamkeit erhöht. Die Einrichtung von Schulzonen hat vielfältige positive Auswirkungen. Die Schulwegsicherheit wird erhöht und die Unfallzahlen reduziert. Die Maßnahmen können zu einer allgemeinen Verbesserung der Verkehrssicherheit des Rad- und Fußverkehrs führen sowie die Aufenthaltsqualität des Straßenraums verbessern. Außerdem kommt es zu einer allgemeinen Verkehrsberuhigung und die Luft- und Lärmbelastung nimmt ab. Solche Schulzonen werden dauerhaft eingerichtet.

Schulzonen können unterschiedlich aussehen:

1.Kfz-freier Bereich: Der Straßenabschnitt vor der Schule wird zum Kfz-freien Bereich. Dieser Bereich ist nur für den Rad- und Fußverkehr geöffnet.

2. Fahrbahnverengung lang: Die Fahrbahn wird im gesamten Straßenabschnitt verengt. Dadurch gibt es mehr Platz für den Fußverkehr. Bei Bedarf wird der Straßenabschnitt zu einer Einbahnstraße.

3. Fahrbahnverengung kurz: Die Fahrbahn wird nur vor dem Schuleingang verengt. Dadurch gibt es vor dem Schuleingang mehr Platz für Fußverkehr.

Typen Schulzone

Die konkrete Umsetzung und genaue Gestaltung der Schulzone hängt von den örtlichen und verkehrlichen Gegebenheiten ab. Im Schulzonen-Konzept wurde festgelegt, dass Teileinziehungen für Schulzonen prioritär umzusetzen sind, denn Kfz-freie Schulzonen bieten die höchste Sicherheit für Kinder, unabhängig von bisherigen Unfallzahlen. Ein solcher Ansatz wird in europäischen Metropolen wie Paris („Rues aux Écoles“) und Barcelona („Protegim les escoles“) erfolgreich umgesetzt. Die Umsetzung einer Teileinziehung entspricht daher sowohl den lokalen politischen Zielen als auch internationalen Best Practices.Deshalb wird für alle Straßenabschnitte vor Schuleingängen geprüft, inwieweit Teileinziehungen verkehrlich und planerisch möglich sind. Nur wenn eine Teileinziehung nicht möglich ist, werden andere Ausprägungen der Schulzone (d.h. Fahrbahnverengungen) geprüft und geplant.

Für die Umsetzung von Schulzonen führen wir nach und nach planerische Prüfungen, fachliche Abstimmungen und Öffentlichkeitsbeteiligungen durch, um die beste Lösung für jeden Standort zu identifizieren. Diese Arbeiten laufen bereits und werden kontinuierlich weiterverfolgt.

Bausteine einer Schulzone

Schulzonen können je nach Straßensituation, verfügbarer Finanzierung und verfügbarer personeller Kapazität sehr unterschiedlich ausgestaltet werden. Folgende Bausteine werden dabei nach Möglichkeit und entsprechend der lokalen Situation in die Planung einbezogen:

Elemente Schulzone

Für die Schulstandorte wurde eine Priorisierung entwickelt, die sowohl Umweltaspekte als auch verkehrssicherheitsrelevante Daten berücksichtigt. Beide Datengrundlagen sind für die Umsetzung von Schulzonen von zentraler Bedeutung, da entsprechende Umgestaltungsmaßnahmen mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen und damit über die reine Erhöhung der Verkehrssicherheit hinausgehen. Sie leisten beispielsweise einen Beitrag zum Klimaschutz, stärken das soziale Miteinander und fördern räumliche Gerechtigkeit.

Politischer Beschluss

Das Vorgehen zu Schulzonen in Friedrichshain-Kreuzberg wurde am 11.09.2024 vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg beschlossen. Den Beschluss können Sie hier herunterladen:

  • Beschluss des Bezirksamts zu Schulzonen in Friedrichshain-Kreuzberg

    PDF-Dokument (570.5 kB)

Aktuelle Schulzonen-Projekte

Häufig gestellte Fragen zu Schulzonen

  • Wie werden die Schulgemeinschaften vor, während und nach der Umsetzung von Schulzonen in den Bewertungs- und Planungsprozess eingebunden?

    Vor Beginn der Planung findet ein Vor-Ort-Termin an der Schule statt, bei dem Vertreterinnen des Kollegiums, der Schulleitung, Schulsozialarbeit, Eltern sowie Schülerinnen eingeladen werden, um ihre Bedürfnisse zu besprechen. Zudem sind die Schulgemeinschaften ausdrücklich zu öffentlichen Beteiligungsveranstaltungen eingeladen.

    Wo möglich und sinnvoll, werden interaktive Workshops für Schüler*innen angeboten, um ihre Ideen und Wünsche direkt einzubeziehen. Während der Planung werden die Entwürfe regelmäßig mit der Schule abgestimmt, um sicherzustellen, dass sie den Bedürfnissen der Schulgemeinschaft entsprechen.

    Nach der Umsetzung gibt es einen Evaluationstermin mit der Schulgemeinschaft, bei dem Feedback gesammelt wird, um zu erfahren, was gut funktioniert und wo Verbesserungen nötig sind.

  • Wie wird die Perspektive von Kindern und Jugendlichen bei der Planung von Schulzonen berücksichtigt, bevor Maßnahmen umgesetzt werden?

    Kinder und Jugendliche werden aktiv in den Planungsprozess eingebunden, beispielsweise durch Workshops im Rahmen von Beteiligungsveranstaltungen oder durch die Teilnahme einzelner Schüler*innen an Vor-Ort-Terminen.

    Während der Öffentlichkeitsbeteiligungen werden gezielt Informationen zu Schulwegen, fehlenden Querungen und Wünschen aus Sicht der Kinder gesammelt. Diese Erkenntnisse fließen in die Gestaltung der Straßen vor den Schuleingängen ein.

  • Werden die Maßnahmen zu Schulzonen evaluiert?

    Bei Schulzonen ist es wichtig, Vorhaben auf Basis bisheriger Erfahrungen zu optimieren. Deshalb werden die Maßnahmen evaluiert.

    Mögliche Elemente der Evaluation sind unter anderem:

    • Verkehrszählungen
    • Begehungen der Schulzone mit Fokusgruppen
    • Befragungen von Anwohner*innen
    • Beobachtungen des Verhaltens im Straßenraum
    • Rückmeldungen von BSR, Feuerwehr und Polizei

    Die konkrete Gestaltung der Evaluation wird jeweils standortspezifisch festgelegt.

  • Warum werden Schulzonen geplant?

    Es gibt zahlreiche Gründe, Schulzonen und Schulstraßen einzurichten. Im Vordergrund steht dabei, eine ruhige und sichere (Schul-)Umgebung zu schaffen. Damit werden folgende Ziele verfolgt:

    • Verringerung des Verkehrsaufkommens und der Durchfahrt von Fahrzeugen durch die Schulstraße/-zone
    • Vermeidung von rücksichtlosem Parken und gefährlichen Fahrmanövern
    • Reduzierung der Luftverschmutzung im Bereich des Schuleingangs
    • Bereitstellung von Raum für Gemeinschaft, Begegnung und soziales Miteinander, der auch das spontane Spielen von Kindern ermöglicht
    • Förderung der selbstständigen Mobilität von Kindern
    • Förderung von aktiven Schulwegen mit Fuß und Rad für Schüler*innen und deren Eltern bzw. Betreuungspersonen
  • Gibt es Schulzonen nur in Berlin oder auch in anderen Städten?

    In vielen europäischen Städten gibt es mittlerweile Schulzonen und Schulstraße. Zum Beispiel in Paris mit dem Projekt „Rues aus Écoles“, London mit dem Projekt „School Streets“, in Mailand mit dem Programm „Piazze Aperte per ogni scuola“ (Offene Plätze für jede Schule) und Bologna mit dem Projekt „Piazze Scolastiche“ (Schulplätze).

  • Wie funktionieren Anlieferungen in der Schulzone?

    Wenn eine Schulzone als Fußgänger*innenzone gestaltet ist, wird es in unmittelbarer Umgebung der Schulzonen Lieferzonen geben, in denen Anlieferungen stattfinden können. Darüber hinaus gibt es für einzelne Einrichtungen Ausnahmegenehmigungen. So wird sichergestellt, dass Anlieferungen ohne Beeinträchtigung des Schulbetriebs und der Sicherheit erfolgen können.

  • Fährt noch ein Schwimmbus wenn es eine Schulzone gibt?

    Die Planer*innen achten darauf, dass Haltemöglichkeiten für den Schwimmbus eingeplant werden z.B. durch Lieferzonen und stehen im Austausch mit den Schulen, um je nach Standort eine passende Lösung zu finden.

  • Wann wird eine Schulzone autofrei?

    Die konkrete Umsetzung und genaue Gestaltung der Schulzone hängen von den örtlichen und verkehrlichen Gegebenheiten ab. Im Schulzonen-Konzept des Bezirks wurde festgelegt, dass Fußgängerzonen als Form von Schulzonen prioritär umzusetzen sind, denn Kfz-freie Schulzonen bieten die höchste Sicherheit für Kinder, unabhängig von bisherigen Unfallzahlen.

    Für die Umsetzung von Schulzonen führt das Bezirksamt nach und nach planerische Prüfungen, fachliche Abstimmungen und Öffentlichkeitsbeteiligungen durch, um die beste Lösung für jeden Standort zu identifizieren.

  • Wer entscheidet, welche Art der Schulzone umgesetzt wird?

    Die Entscheidung, welche Art der Schulzone umgesetzt wird, basiert auf den fachlichen Einschätzungen der zuständigen Verkehrsplaner*innen, Datenauswertungen wie Verkehrszählungen und Unfallstatistiken sowie auf den Ergebnissen der Fachbeteiligung (z.B. von Straßenverkehrsbehörde, BSR, BVG, Feuerwehr, Polizei, Straßenunterhaltung) und Öffentlichkeitsbeteiligung. Die Belange aller Gruppen werden durch die Fachplaner*innen strukturiert ausgewertet und abgewogen. Die für den jeweiligen Standort geeignetste Maßnahme wird zudem mit weiteren verkehrlichen Maßnahmen im Umfeld abgestimmt und anschließend die Umsetzung geplant.

  • Wie wird ausgewählt, welcher Standort als nächstes bearbeitet wird?

    Ob an einem Schulstandort ein größerer Umbau im Sinne einer Schulzone oder vorerst nur kleinere Maßnahmen umgesetzt werden, wird von der zuständigen Verkehrsplaner*in in Abstimmung mit anderen Stakeholders entschieden. Dies hängt damit zusammen, dass nur eine begrenzte Anzahl größerer Baumaßnahmen gleichzeitig geplant und betreut werden kann. Das Ziel des SGA ist jedoch, so viele Schulstandorte wie möglich so schnell wie möglich sicherer umzugestalten.

    Für die Schulstandorte wurde eine Priorisierung erarbeitet, die sowohl auf Umwelt- als auch auf Verkehrssicherheitsdaten basiert. Bei der Umsetzung von Schulzonen spielen beide Datengrundlagen eine wichtige Rolle, da mit solchen Umbaumaßnahmen mehrere Themen gleichzeitig adressiert werden können, die über die reine Verkehrssicherheit hinausgehen (Klimaschutz, Community Building, räumliche Gerechtigkeit etc..).

    Für kleinere Maßnahmen sind hingegen ausschließlich die Verkehrssicherheitsdaten ausschlaggebend.

  • Wann passiert vor meiner Schule etwas?

    Zu Beginn jedes Jahres wird auf der Website des Straßen- und Grünflächenamtes veröffentlicht, welche Standorte in diesem Jahr geplant und umgestaltet werden. Die Standorte wurden dabei priorisiert, und die Umsetzung erfolgt schrittweise, je nach Dringlichkeit.