Der Berliner Wrangelkiez, mit über 14.000 Einwohnern pro Quadratkilometer, gehört zu den dichtest besiedelten Gegenden Europas. Gleichzeitig ist die Grünflächenversorgung mit weniger als 6m² pro Person sehr gering. Der nahegelegene Görlitzer Park und die Ufer von Spree und Landwehrkanal bieten zwar etwas Erholung, doch die Grünflächen im Kiez selbst sind knapp.
Die öffentlichen Grünanlagen an der Falckenstein- und Cuvrystraße sind ein wichtiger Treffpunkt für die Anwohner*innen, besonders für Erholung, Spiel und Sport. Hier liegen auch das Familienzentrum „Kiezanker“, das „Alia – Zentrum für Mädchen und junge Frauen“ sowie die „Begegnungsstätte Falckensteinstraße“, die diverse Angebote für verschiedene Altersgruppen anbieten. Doch der Bereich ist stark belastet: Viele Flächen sind verwahrlost und werden häufig von Drogen- und Alkoholkranken genutzt, was den Zugang für Familien, Kinder und Jugendliche erschwert. Die Grünanlagen sind in schlechtem Zustand.
Deshalb plant der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, im Rahmen der Umgestaltung und Sanierung der Grünanlagen Falckensteinstraße und Cuvrystraße drei benachbarte Grünflächen miteinander zu verbinden. Im Rahmen des Bundesprogramms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ steht dabei der Einsatz von Wasser im Fokus, um das Klima im dicht bebauten und stark versiegelten Kiez zu verbessern. Durch Verdunstung und Temperatursenkung soll eine angenehme und nachhaltige Verbesserung des Mikroklimas erreicht werden. An verschiedenen Stellen der Fläche wird Wasser auf unterschiedliche Weise erlebbar gemacht und ressourcenschonend genutzt. Es wird eine Wasserrinne entstehen, ein Fontänenfeld, Nebeldüsen und ein Quellstein. Zudem sollen durch Teilentsiegelung und zusätzliche Begrünung die Lebensqualität und die Nutzungsmöglichkeiten der bislang teilweise vernachlässigten Flächen für die Anwohner aller Altersgruppen und Interessen verbessert werden.
Die Planung basiert auf einem intensiven Partizipationsverfahren mit den Anwohner*innen. Mittels Workshop im Mai 2022, Info-Ständen und weiterer Öffentlichkeitsarbeit wurden Ideen der Anwohner*innen abgefragt und im Planungsprozess eingebunden. Ausgeloste Anwohner*innen wurden auch als Gutachtende des Wettbewerb-Verfahrens eingebunden. Der Wettbewerb wurde als zweistufiges EU-weites Verfahren mit nachfolgendem beschränkt offenem Wettbewerb durchgeführt. Bei der Auswahl wurde viel Wert auf sozialräumliche Kompetenz und Klimakompetenz gelegt. Am 8. November 2022 fand die Preisgerichtssitzung statt. Als Gewinner ging der Entwurf von GM013 Landschaftsarchitektur hervor.