Klimaschutz im Bestand wirkt: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg übererfüllt Energiespar- und Klimaschutz-Ziele
Pressemitteilung Nr. 37 vom 04.02.2026
Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zeigt, dass wirksamer Klimaschutz auch im unsanierten Gebäudebestand möglich ist. Durch gezielte, pragmatische Energieeffizienzmaßnahmen in öffentlichen Gebäuden können die gesetzlichen Vorgaben des Berliner Energiewendegesetzes (EWG) bereits heute deutlich übererfüllt werden– bei gleichzeitig spürbaren Einsparungen für den Bezirkshaushalt.
Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann: „Wir haben innerhalb kürzester Zeit gezeigt, dass sich im Bestand ohne teure Sanierungen systematisch Geld und Kohlenstoffdioxid sparen lassen. Umso unverständlicher sind die aktuellen Kürzungen des Senats im Bereich Klimaschutz. Investitionen in die klimagerechte Stadt werden gekürzt oder komplett gestrichen, Förderstrukturen abgebaut und Maßnahmen in Sonderprogramme ausgelagert. Es klappt mit dem Klimaschutz auch bei begrenzten Mitteln, wenn konsequent, pragmatisch und zielgerichtet gehandelt wird.“
Andy Hehmke, Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Facility Management: „Wir können nicht darauf warten, bis alle Gebäude umfassend saniert sind. Deshalb setzen wir im Bestand auf Maßnahmen, die schnell wirken, wenig Ressourcen binden und messbare Einsparungen bringen. Die Ergebnisse zeigen: Klimaschutz in öffentlichen Gebäuden funktioniert – auch ohne teure Vollsanierungen. Mit gezielten Effizienzmaßnahmen senken wir nicht nur Emissionen, sondern entlasten gleichzeitig den Bezirkshaushalt.“
Der Großteil der bezirklichen CO₂-Emissionen entsteht durch den energiebedingten Verbrauch von Gebäuden. Gleichzeitig stellt die hohe Bevölkerungsdichte den Bezirk vor besondere Herausforderungen: Aufgrund geringer Neubautätigkeit gibt es kaum Möglichkeiten, Energiesysteme von Anfang an klimafreundlich zu planen. Hinzu kommt, dass Friedrichshain-Kreuzberg innerhalb Berlins den höchsten Anteil an Gebäuden mit Baujahr vor 1920 hat. Viele davon denkmalgeschützt oder Teil geschützter Ensembles und damit energetisch schwer sanierbar.
Da energetische Vollsanierungen im notwendigen Umfang aus personellen, finanziellen und administrativen Gründen derzeit nicht realisierbar sind, verfolgt der Bezirk ergänzend mehrere parallele Handlungsstränge. Ziel ist es, mit vergleichsweise geringem Ressourceneinsatz hohe Energie- und Kosteneinsparungen zu erzielen und so die CO₂-Emissionen signifikant zu senken.
Die Auswertung der aktuellen Energiekennzahlen zeigt:
Die Anforderungen des § 9 Berliner Energiewendegesetz (EWG) im Hinblick auf die Endenergieeinsparung sind bereits heute erfüllt und sogar übertroffen. Zwischen 2010 und 2026 konnte der Endenergieverbrauch um rund 36,8 Prozent gesenkt werden. Damit ist das EWG-Ziel frühzeitig erreicht. Zugleich werden auch die Vorgaben des Energieeffizienzgesetzes für mehrere Jahre im Voraus abgesichert.
Auch bei den CO₂-Emissionen verzeichnet der Bezirk erhebliche Fortschritte: Gegenüber 1990 wurde bis 2026 eine Reduktion von knapp 70 Prozent erzielt. Damit ist das für 2030 gesetzte CO₂-Ziel bereits heute übererfüllt. Maßgeblich hierfür sind Effizienzmaßnahmen, die Substitution fossiler Energieträger – insbesondere der Rückgang von Ölheizungen – sowie verbesserte Emissionsfaktoren, etwa durch klimafreundlichere Fernwärme. Weitere positive Effekte werden durch aktuell laufende LED-Umrüstungen erwartet.
Ein wesentlicher Teil der Einsparungen ist direkt auf konkrete Maßnahmen zurückzuführen. Allein der Rollout der smarten Heizkreisregelung auf inzwischen 68 bezirkliche Gebäude trägt mit 7.849 MWh erheblich zur Gesamteinsparung bei. Im Durchschnitt werden pro Gebäude rund 20 Prozent Endenergie eingespart. Die ergänzenden Maßnahmen des hydraulischen Abgleichs sowie der Einsatz der ESS-Technologie zur Optimierung des Stromverbrauchs verstärken diesen Effekt zusätzlich.
Parallel treibt der Bezirk den gezielten Ausbau von Photovoltaik (PV) voran. Gemeinsam mit den Berliner Stadtwerken wurden bereits rund 30 PV-Anlagen realisiert. Weitere Ausbaupakete befinden sich in Umsetzung beziehungsweise Planung.
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