Senat streicht Mittel für Gangway-Projekt der aufsuchenden Straßensozialarbeit am Kottbusser Tor

Pressemitteilung Nr. 37 vom 04.02.2026

Das Bezirksamt kritisiert die Pläne des Berliner Senats, die zugesicherten Mittel für die aufsuchende Straßensozialarbeit durch Gangway e.V. am Kottbusser Tor zu streichen. Das Angebot existiert seit April 2025 und richtet sich überwiegend an junge Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren. Ein Großteil der Jugendlichen ist von problematischem Suchtmittelkonsum betroffen. Im Rahmen des Projekts hat Gangway e.V. verschiedene Maßnahmen entwickelt und erfolgreich umgesetzt, die den Beziehungsaufbau, Krisenintervention, Stabilisierung sowie die Anbindung an weiterführende Hilfesysteme ermöglichen. Nun streicht der Senat die Mittel zur Weiterführung und Verstetigung des Projekts in Höhe von 100.000 Euro jährlich.

Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann: „Es ist unfassbar und äußerst bedauerlich, dass der Senat die Mittel für ein derart zentrales Projekt streichen will, obwohl der Regierende Bürgermeister die Fortführung aller Mittel aus dem Sicherheitsgipfel mehrfach zugesagt hat. Die Arbeit von Gangway ist unverzichtbar, um hilfsbedürftige junge Menschen am Kottbusser Tor direkt vor Ort zu unterstützen. In Berlin bleiben die Drogentodesfälle auf hohem Niveau und die Sterbefälle junger Erwachsener unter 30 Jahren sind gestiegen. Diese Entwicklungen unterstreichen die Notwendigkeit kontinuierlicher Präventions- und Unterstützungsangebote. Durch das Projekt von Gangway erhalten die Jugendlichen am Kottbusser Tor verlässliche Anlaufstellen und stabile Bezugspersonen. Was hier im letzten Jahr an Strukturen und Vertrauen aufgebaut worden ist, muss unbedingt verstetigt und weiterentwickelt und darf nicht wieder zerstört werden. Eine Einstellung des Projekts wäre eine Katastrophe für die Jugendlichen vor Ort und hätte für den gesamten Sozialraum rund um das Kottbusser Tor weitreichende negative Auswirkungen. Ich appelliere daher dringend an den Senat, dieses Projekt weiterzufinanzieren.“

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