Stadtwerkstatt zum Integrieren Entwicklungskonzept „Rudolfband“: Hochhäuser und Hotels statt Kiezgewerbe?
Pressemitteilung Nr. 214 vom 08.07.2025
- Wann? Dienstag, 22. Juli 2025, 17.30 bis 20.30 Uhr
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Wo? Zwingli-Kirche, Rudolfstraße 14, 10245 Berlin
Anmeldung: Um Anmeldung unter diesem Link wird gebeten.
Mit dem Integrierten Entwicklungskonzept (IEK) „Rudolfband“ hat das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg eine umfassende Strategie zur nachhaltigen Entwicklung des Stralauer Kiezes beschlossen und vorgelegt, die an das bezirkliche Gewerberaumkonzept anknüpft.
Ziel ist es, die Flächen entlang der S-Bahntrassen südlich und westlich des Rudolfplatzes als ein lebendiges Quartier mit produzierendem Gewerbe, sozialen Nutzungen, Kultur und Clubs zu sichern und weiterzuentwickeln.
Der kürzlich von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen vorgenommene Entzug der bezirklichen Planungshoheit im Rudolfband West mit dem Ziel, ein 140-Meter-Hochhaus mit Hotel, Büro und hochpreisigem Wohnen zu errichten, droht diesem Ziel entgegenzuwirken und bodenrechtliche Spannungen auszulösen. Im Ostteil hingegen bedroht die Planung der Bundesregierung des 17. Bauabschnitts der A100 die gewachsenen Nutzungsstrukturen und sozial-gewerbliche Entwicklungspotenziale.
Das „Rudolfband“-Konzept, erarbeitet von den Büros bläser jansen partner GbR und Form Follows You GmbH, berücksichtigt neben wirtschaftlichen Aspekten auch Themen wie Klimaanpassung, Denkmalschutz, Freiraumgestaltung und Bürger*innenbeteiligung.
Mit einem Planungshorizont von 20 Jahren sieht das Konzept Nachverdichtungen und aktivierende Maßnahmen für rund 58.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche vor. Langfristig soll das Rudolfband zu einem Modell für integrierte Stadtentwicklung werden, das wirtschaftliche Stabilität mit hoher Lebensqualität vereint.
Dieses IEK soll nun der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Stadtwerkstatt bietet die Möglichkeit, über aktuelle Entwicklungen zu diskutieren und sich zu vernetzen.
Bezirksstadtrat Florian Schmidt und Bezirksstadträtin Annika Gerold werden die Veranstaltung mit politischen Inputs eröffnen. Danach folgt die Vorstellung des IEKs. In Workshops werden anschließend folgenden Themen vertieft:
a) Bezirkliche Haltung A100 und zivilgesellschaftliche Möglichkeiten
b) Senatspläne zu Rudolfband West: Wie umgehen mit dem geplanten Hochhaus?
c) Bauleitplanung zur Sicherung und Entwicklung der Gewerbeflächen!
d) Klima, Freiraum und Verkehr
Florian Schmidt, Bezirksstadtrat für Bauen, Planen und Kooperative Stadtentwicklung: „Zur Aufstellung des IEKs haben wir intensiv mit Anwohner*innen und Gewerbetreibenden zusammengearbeitet. Doch die aktuelle Planung eines Luxushotels durch den Senat, aber auch die Deklaration des Senats eines Teilraums zum Gewerbegebiet statt Arbeitsgebiet, in dem Hotels zulässig wären, gefährdet dieses Ziel erheblich, denn eine Verdrängung von Gewerbe durch heranrückende Wohnnutzung und Hotels kann nicht ausgeschlossen werden. Dadurch werden beispielsweise Clubs in ihrer Existenz gefährdet. Ich lade insbesondere Anwohnende und vor Ort ansässige Gewerbetreibende, aber auch alle stadtpolitisch Interessierte herzlich ein, sich bei der dritten Stadtwerkstatt zum Rudolfband aktiv einzubringen. Die aktive Bürgerbeteiligung am Rudolfband-Projekt ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunft dieses Stückes Stadt und darüber hinaus.“
Weitere Informationen und eine Übersichtskarte zum Projekt: https://www.baustelle-gemeinwohl.de/baustellen/rudolfband/ und als Vorhaben auf der Beteiligungsplattform mein.Berlin.de: https://mein.berlin.de/vorhaben/2024-00975/
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