In der vierten Woche unseres Projekts hatten wir die Chance, mehrere soziale Einrichtungen in Palermo zu besuchen, die sich für Menschen in schwierigen Lebenssituationen einsetzen. Der erste Besuch führte uns zur Gruppo Apartamenti, einem Wohnprojekt für junge Erwachsene, die noch nicht allein leben können. Sie bleiben dort für sechs Monate bis ein Jahr und erhalten Hilfe, um selbstständiger zu werden. Viele der Bewohner haben Probleme, eine eigene Wohnung oder einen Job zu finden. Dieses Projekt unterstützt sie dabei, den Alltag zu bewältigen und sich in die Gesellschaft zu integrieren.
Später in der Woche besuchten wir die Juristische Fakultät Palermo, wo wir Frau Sciurba trafen, eine Dozentin, die ein besonderes Projekt mit ihren Studenten entwickelt hat. Sie bieten Migrant*innen und Geflüchteten kostenlose Rechtsberatung an. Diese Menschen haben oft Schwierigkeiten, rechtliche Hilfe zu bekommen, zum Beispiel bei Fragen zu Aufenthaltsgenehmigungen oder Asylverfahren. Dieses Projekt ist wichtig, weil es den Menschen in Not den Zugang zu rechtlichen Informationen ermöglicht, die sie sonst nicht hätten.
Zum Abschluss der Woche besuchten wir ein Projekt, das ursprünglich Schulabbrechern helfen sollte, sich aber zu einem Projekt gegen Gewalt an Frauen weiterentwickelt hat. Es trägt den Namen Lia Pipitone, benannt nach einer Frau, die gegen Mafia aufstand und dafür ihr Leben verliert. Heute unterstützt das Projekt Frauen, die unter Gewalt leiden, und bietet ihnen Schutz, Beratung und Hilfe. Diese Frauen bekommen dort nicht nur Sicherheit, sondern auch Unterstützung, um ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.
Mit diesen Besuchen ging unsere vierwöchige Reise in Palermo zu Ende. Die Projekte, die wir kennengelernt haben, zeigten uns, wie wichtig es ist, Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen. Wir haben nicht nur beruflich viel gelernt, sondern auch persönlich viel mitgenommen. Diese Erfahrung hat uns tief bewegt, und wir empfehlen jedem, der die Möglichkeit hat, an solchen Projekten teilzunehmen. Es war eine wertvolle und bereichernde Zeit.