Aus ihrer Sicht stünde vor allem eines im Mittelpunkt: das veränderte Verhalten von Wildtieren durch regelmäßiges Füttern. Wenn Vögel und andere Tiere sich an bestimmte Futterstellen gewöhnen, entsteht häufig ein Ungleichgewicht im städtischen Ökosystem. Diese Entwicklung zeigt sich besonders in dicht besiedelten Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg. Kristina Roth erklärt: Dort, wo täglich gefüttert werde, lassen sich bald auch andere Tiere nieder. „An diesen Stellen explodieren die Populationen der Ratten!“ Und wie im natürlichen Kreislauf üblich, folgen den Nagern bald ihre Fressfeinde – Füchse, aber auch Greifvögel, die wiederum in die Stadt gelockt werden.
Das Problem dabei: Große Rattenpopulationen rufen meist menschliches Eingreifen auf den Plan. „Gewöhnlich wird auf größere Rattenansammlungen mit Rattengift reagiert“, so Roth. Was zur Folge haben könne, dass Fressfeinde der Ratten die vergifteten Tiere – die langsamer sind als gesunde – fressen und sich damit ebenfalls vergiften. „Für die Greifvögel kann das tödlich enden.“
Dass diese Folgen selten sichtbar sind, verschleiert die Dramatik des Problems – denn die geschwächten Tiere verenden meist weit entfernt vom Ort der Vergiftung.