„Zusammen is(s)t man weniger allein“ – Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann zu Besuch bei „Mittag im Hof“ in der Stadtmissionsgemeinde in der Frankfurter Allee

Mittag im Hof

Mitte Dezember besuchte Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann die Gemeinde der Berliner Stadtmission in der Frankfurter Allee und nahm dort gemeinsam mit Anwohner*innen aus dem Kiez an der wöchentlichen Aktion „Mittag im Hof“ teil. Jeden Mittwoch kommen hier Menschen aus der Nachbarschaft zusammen, um gemeinsam zu kochen, zu essen und sich auszutauschen. Die Bezirksbürgermeisterin unterstützte bei den Vorbereitungen und kam anschließend beim gemeinsamen Mittagessen mit den Anwesenden ins Gespräch. Sie bedankte sich bei den Helfenden für ihr ehrenamtliches nachbarschaftliches Engagement und betonte, wie wichtig solche Orte sind, an denen Menschen zusammenkommen können, ganz unabhängig vom sozialen, politischen oder religiösen Hintergrund, um sich auszutauschen und Gemeinschaft zu erleben.

Frau Herrmann

Ursprünge in der Coronapandemie

Das Projekt entstand in der Zeit der Coronapandemie: Als die klassischen Anlaufstellen für Essensausgaben wegfielen, begannen Menschen aus der Gemeinde den Leuten in der Nachbarschaft Lebensmittelpakete vorbeizubringen und kamen dabei mit ihnen ins Gespräch. „Wir trafen auf viele einsame Menschen“, berichtet Jost Berchner von der Stadtmissionsgemeinde, der das Projekt mitinitiiert hat. Es wurde schnell klar, dass sich die Nachbar*innen nicht nur über die Lebensmittel freuten, sondern vor allem über den zwischenmenschlichen Austausch, die kurze Unterhaltung im Hausflur, die kleine freundliche Geste – Dinge, die in der Pandemie oft viel zu kurz kamen. Als die Gemeinde die Hausbesuche nach den Lockdowns wieder einstellte, fehlte vielen Menschen das Angebot, also organisierte die Stadtmissionsgemeinde mit engagierten Nachbar*innen einmal in der Woche ein Mittagessen, ganz nach dem Motto „Zusammen is(s)t man weniger allein.“ Im Sommer dieses Jahres feierte das Projekt seinen fünften Geburtstag.

Im Austausch

Essen verbindet

„Mittag im Hof“ findet jeden Mittwoch statt; in der Regel kommen zwischen 10 und 20 Leuten zusammen, die meisten von ihnen sind regelmäßige Besucher*innen. „Die wenigsten Menschen würden zugeben, dass sie sich einsam fühlen“, sagt Jost Berchner. Dabei gebe es so viele verschiedene Formen von Einsamkeit. „Da greifen dann auch sehr schnell bestimmte Mechanismen. Menschen isolieren sich selbst, trauen sich nicht mehr raus und fühlen sich nicht länger als wertvolle Mitglieder der Gesellschaft.“ Auch diesem Gefühl wollen sie mit „Mittag im Hof“ entgegenwirken. Alle können sich hier niedrigschwellig einbringen – beim Tischdecken, beim Kartoffelschälen oder beim Aufräumen. „Wenn Menschen die Einsamkeitsschwellen durchbrechen, verändern sie sich. Sie entdecken wieder neu ihre Persönlichkeit, ihre Fähigkeiten und ihre Menschlichkeit. Es entsteht Wertschätzung und ein positives Selbstwertgefühl“, berichtet Jost Berchner.

Der Mittagstisch findet jeden Mittwoch ab 12 Uhr in der Frankfurter Allee 96 statt. Kontakt zur Gemeinde: Telefon (030) 2948292 oder per E-Mail: gemeinde-frankfurter-allee@berliner-stadmission.de .