Dass die Spitzengastronomie in Deutschland zunehmend von Frauen geprägt wird, begrüßt sie: „Es ist schön, dass wir Frauen in unseren Positionen durch Auszeichnungen wie die CHEF:IN Watchlist immer mehr Sichtbarkeit erhalten. Das brauchen wir dringend.“ Gleichzeitig gebe es noch immer zu wenige Frauen in der Branche, weshalb sie aktiv daran arbeite, dies zu verändern.
Die Unternehmerin setzt seit Jahren auf starke weibliche Netzwerke und organisiert seit 2018 in Berlin regelmäßige Treffen für prägende Akteurinnen der Hauptstadt. Ende Mai kamen auf ihre Einladung hin bereits zum achten Mal führende Frauen aus Gastronomie, Medien, Kunst und Wirtschaft im Restaurant Tim Raue zusammen.
„Nicht, dass ich mich langweile – mich reizt das Miteinander, und ich spreche gern mit anderen Menschen. Deshalb lade ich mir immer wieder Gäste für meinen Podcast ‚Auf ein Glas Champagner mit Marie-Anne‘ nach Hause ein. Zuhörerinnen und Zuhörer erleben dort kurzweilige, lockere Gespräche über wichtige Themen, das Gastgeben und Frauen in der Gastronomie.“
Genauso entspannt, wie Marie-Anne Wild im Podcast ernste Themen beim Namen nennt, spricht sie über die aufregendsten Momente ihrer Karriere, in denen ihr scharfer Sinn für das Wesentliche, viel Einfühlungsvermögen sowie Kreativität gefragt waren: „Die Pandemie! Wir waren genauso betroffen wie alle anderen Restaurants – aber von Anfang an war uns klar, dass wir einen Weg finden, um weiterzumachen.“ Also entwickelte sie mit ihrem Team einen Tim-Raue-Restaurant-Lieferservice. „Konnten unsere Gäste uns nicht aufsuchen, brachten wir das speziell verpackte Menü inklusive Weinbegleitung eben zu den Gästen – bundesweit.“ Auch hier musste das Team einiges koordinieren: Autos und Verpackungen organisieren, und immer wieder nachjustieren, „solange, bis die Lieferungen perfekt bei unseren Gästen ankamen.“