An der Holzkirche in der Richard-Sorge-Straße kam Donnerstagvormittag eine Tonne Kartoffeln an, die bereits nach anderthalb Stunden durch ehrenamtliche Helfer*inen verteilt waren.
Die Friedrichshainer Gemeinde hat sich an der Aktion „4000 Tonnen Kartoffeln“ beteiligt, um sich klar gegen Lebensmittelverschwendung zu stellen: „Gute Lebensmittel wegzuwerfen, obwohl sie gegessen werden können, halten wir für ethisch problematisch – gerade in einer Welt, in der Ressourcen knapp sind und viele Menschen mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen. Für uns ist Nahrung kein Wegwerfprodukt, sondern eine Gabe der Natur, die Gott geschaffen hat, das mit Arbeit, Zeit und Verantwortung verbunden ist. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass diese Aktion auch kritisch gesehen werden kann: Bäuerinnen und Bauern, die normalerweise den Berliner Markt beliefern, könnten nun auf ihren Produkten sitzen bleiben und wir haben das Problem nur verschoben. Ebenso kann eine kostenlose Verteilung den Eindruck verstärken, Lebensmittel müssten möglichst billig oder am besten umsonst verfügbar sein – ein Denken, das wir ausdrücklich nicht unterstützen. Gerade deshalb haben wir uns entschieden, an dieser Aktion teilzunehmen.” Die Gemeinde möchte die damit verbundenen Fragen nicht übergehen, sondern sichtbar machen und zur Diskussion stellen:- Wie gehen wir verantwortungsvoll mit Lebensmitteln um?
- Wie können der Schutz vor Verschwendung und faire Preise für Erzeugerinnen und Erzeuger zusammen gedacht werden?
- Welche Rolle spielen wir als Verbraucherinnen und Verbraucher dabei?
Die Teilnahme versteht die Christuskirche nicht als einfache Lösung, sondern als Einladung zum Nachdenken, zum Gespräch und zum bewussteren Umgang mit Lebensmitteln – heute und über diese Aktion hinaus.