Zum Interview hat Chantal zwei Gerichte mitgebracht, die ihre eigene Migrationsgeschichte und ihr heutiges Engagement symbolisieren: Pierogi – ihr Lieblingsgericht aus Polen, dem Heimatland ihrer Mutter, und Peach Cobbler, eine amerikanische Süßspeise aus den Südstaaten – Chantals Vater ist Afroamerikaner und diesen Nachtisch, der eng mit der Geschichte versklavter Afrikaner*innen in den USA verknüpft ist, gibt es in ihrer Familie immer zu Thanksgiving, Geburtstagen oder anderen besonderen Anlässen. „Vielfalt verbindet – und das nicht nur in Form von Essen“, erklärt sie. „Vielfalt ist menschlich. Wir sind alle vielfältig und bringen verschiedene Perspektiven mit. Und ich finde, wir müssen die Menschlichkeit hinter dieser Vielfalt normalisieren!“
Chantal trägt einen Pullover mit der Aufschrift „made by immigrants – the children of those who turned nothing into something“, zu deutsch in etwa „hergestellt von Immigrant*innen – den Kindern derer, die aus dem Nichts etwas geschaffen haben.“ Das Oberteil ist für sie ein ganz bewusstes Statement: „Meine Eltern sind damals nach Deutschland migriert, in der Hoffnung auf eine bessere Perspektive und mehr Möglichkeiten. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass ihre Geschichte eine andere ist als die vieler Menschen, die unter ganz anderen, oft viel schwierigeren Bedingungen hierhergekommen sind.“ Der Pullover repräsentiert für Chantal also nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern auch die unterschiedlichen Ebenen von „Migration“ – Hoffnung, Mut, Privilegien, aber auch Risiko, Entbehrung und Neuanfang.