Felix aus Friedrichshain gewinnt KiKA-Award für Engagement gegen Obdachlosigkeit

Felix wünscht sich dass sein Projekt durch den Kika-Award mehr Reichweite bekommt

Felix wünscht sich dass sein Projekt durch den Kika-Award mehr Reichweite bekommt

Ein Schüler der Justus-von-Liebig-Grundschule in Friedrichshain zeigt, wie groß Engagement schon im Kindesalter sein kann: Felix wurde mit dem KiKA-Award ausgezeichnet – für seinen Einsatz gegen Obdachlosigkeit in Berlin. Der Preis des öffentlich-rechtlichen Kinderkanals zeichnet Mädchen und Jungen aus, die sich besonders engagieren.

Ausgangspunkt seines Engagements war eine Beobachtung, die ihn beschäftigte. Vor rund drei Jahren fiel Felix in seinem Friedrichshainer Kiez und in der Stadt immer wieder auf, dass Menschen auf der Straße leben.
„Ich habe Obdachlose in Berlin gesehen und wollte helfen“, sagt der elfjährige Schüler. Die Situation habe ihn beschäftigt und schließlich dazu gebracht, in seiner Familie und in der Schule darüber zu sprechen.

Schulleiterin Tabea Bartussek ist stolz auf ihren Schüler und will das Projekt weiter unterstützen

Schulleiterin Tabea Bartussek ist stolz auf ihren Schüler und will das Projekt weiter unterstützen

Spendenaktionen für Housing First

Gemeinsam mit seiner Klasse begann er daraufhin, Spenden zu sammeln, sowohl Geld- als auch Sachspenden. Was zunächst als kleine Schulaktion innerhalb seiner Klasse startete, wuchs schnell weiter. Die Idee stieß in der gesamten Schulgemeinschaft auf große Zustimmung, berichten Felix, sein Vater und die Schulleiterin der Justus-von-Liebig-Grundschule, Tabea Bartussek. Immer mehr Klassen beteiligten sich, bis schließlich die gesamte Schule in die Aktionen eingebunden war.

Ein zentraler Partner des Projekts ist die Organisation Housing First. Die soziale Einrichtung, die seit 2018 in Berlin aktiv ist und inzwischen auch bundesweit arbeitet, unterstützt obdachlose Menschen dabei, direkt in eine Wohnung zu kommen. Neben der Wohnungsvermittlung hilft Housing First auch bei Umzügen, organisatorischen Fragen und bürokratischen Hürden.

Über die Nähe zu seinem Wohnort lernte Felix die Arbeit der Organisation kennen und war sofort überzeugt von ihrem Ansatz, möglichst unbürokratisch und direkt zu helfen. „Ich finde es gut, dass sie den Obdachlosen helfen und Obdachlosigkeit beenden“, sagt Felix über die Zusammenarbeit.

KiKA-Award als Auszeichnung für das Engagement

Auch außerhalb der Schule erhielt sein Engagement große Aufmerksamkeit: Über den KiKA-Award, eine Preisverleihung des Kinder- und Jugendsenders KiKA, wurde Felix für die Kategorie „Engagement“ nominiert. In einem öffentlichen Online-Voting setzte er sich schließlich durch. Am 24. April reiste er gemeinsam mit seiner Familie nach Köln, wo er als Sieger ausgezeichnet wurde. Vor Ort traf er zudem Vertreter vom Bundesverband von Housing First, die ihn gerne als Botschafter gewinnen würden, eine Rolle, die Felix sich gut vorstellen kann.

An seiner Schule wird das Projekt aktiv unterstützt. Tabea Bartussek zeigt sich beeindruckt vom Einsatz ihres Schülers und hat die Elternschaft sowie den Förderverein eingebunden, um die Aktionen weiter zu stärken. Auch neue Ideen sind bereits angesetzt wie etwa Spendenaktionen bei Schulfesten und der Versuch, weitere Schulen einzubinden. „Gutes tun mit wenig Aufwand“, so beschreibt sie den Ansatz.

Für Felix ist das Engagement damit längst nicht abgeschlossen. Von dem Preisgeld, das er für den Award bekommen hat, möchte er ein Video drehen um mehr Aufmerksamkeit für Housing First zu generieren. Außerdem will er häufiger Spendenaktionen durchführen und als Botschafter Housing First helfen.

Lesen Sie im Bezirksticker auch den Bericht, wie die Justus-von-Liebig-Schule innerhalb des Landes Berlin 50 Schränke zum Nulltarif erhielt:

https://www.berlin.de/ba-friedrichshain-kreuzberg/aktuelles/bezirksticker/2026/50-schraenke-null-kosten-viel-teamgeist-die-justus-von-liebig-grundschule-zeigt-wie-nachhaltigkeit-geht-1662830.php