Regelmäßig prüfen und begehen die Rangerinnen ihre Reviere im Volkspark Friedrichshain, auf der Halbinsel Stralau und – so wie heute – im Viktoriapark. „Auf geht’s, heute suchen wir Nester, Baumhöhlen und Nistkästen“, sagt Rangerin Kristina Roth und erklärt, dass jede Jahreszeit ihre eigenen Aufgaben im Naturschutz mit sich bringt. „Im Moment tragen die Bäume kein Laub – daher ist es die ideale Zeit, Habitatbäume ausfindig zu machen und die Nisthilfen in Augenschein zu nehmen.“
Habitatbäume sind Bäume, die die aufgrund ihres Alters Strukturen aufweisen, die von den Tier- und Pflanzenarten als Habitat genutzt werden können und deshalb geschützt werden. Charakteristisch sind Strukturen wie Höhlen, Risse, Spalten im Holz sowie Totholzanteile und abgestorbene Äste, in denen sich Mikrohabitate bilden – Brutplatz, Unterschlupf oder Nahrungsquelle für etwa Vögel, Fledermäuse, Insekten, Pilze, Moose und Flechten. Meist sind es alte oder teilweise abgestorbene Bäume, die aus Naturschutzgründen stehen gelassen und im Baumkataster erfasst werden, weil sie für die biologische Vielfalt besonders wichtig sind.
Janni Kretschmer: „Im Naturschutz wird versucht, auch die bereits abgestorbenen Bäume stehen zu lassen beziehungsweise tote Teile vor Ort zu belassen – an manchen Orten geht das natürlich nicht wegen der Verkehrssicherheit. Deshalb sind im Innenstadtbereich wie im Viktoriapark mit vielen Wegen und Besuchenden eher wenige Totholzstrukturen vorhanden. Man findet eher die Baumhöhlen in den noch vitalen Bäumen.“