Seit 2019 gibt es an der Schule eine Upcycling-Arbeitsgemeinschaft (AG), geleitet von Olivier Haustrate. Im ersten Jahr hatte er acht Teilnehmende, mittlerweile sind es 64 Kinder, die er auf acht Gruppen in der Schulwoche verteilt. Eine Projektphase beginnt meist damit, dass die Schüler*innen über einen bestimmten Zeitraum ihren eigenen Müll sammeln und mitbringen sollen. In der AG sichtet Olivier Haustrate gemeinsam mit den Kindern das Mitgebrachte, klärt über Mülltrennung auf und zeigt, welche Dinge tatsächlich weggeschmissen werden müssen und welche hingegen weiterverarbeitet werden können. Auf diese Weise bekommen die Schüler*innen einerseits ein Gefühl für die Dimensionen der Abfallproduktion, andererseits wird so ihr Bewusstsein für Recycling und Upcycling geschärft: „Nicht alles muss man neu kaufen, vieles kann man aus Müll oder Verpackungsresten selbst basteln“, erklärt Olivier Haustrate. Eines der für die Auszeichnung als Berliner Klimaschule eingereichten Projekte „Toys from Trash“ verdeutlicht genau das: Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Silke Maronde haben die Kinder aus Müll ihre eigenen Spielzeugautos gebaut – das ist nicht nur günstiger, sondern auch deutlich nachhaltiger als neues Plastikspielzeug.
Die Temple-Grandin-Schule ist Berliner Klimaschule 2025
Bild: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Die Friedrichshainer Temple-Grandin-Schule wurde als Berliner Klimaschule 2025 ausgezeichnet. Jedes Jahr ehrt das Land Berlin gemeinsam mit der GASAG AG individuelle Schüler*innen und Lehrer*innen sowie ganze Schulen für besondere Aktivitäten, Ideen und Konzepte, die sich mit Klimaschutz und der Anpassung an den Klimawandel befassen.
Die Temple-Grandin-Schule in der Lasdehner Straße ist eine inklusive Gemeinschaftsschule und Auftragsschule für Autismus. In drei unterschiedlichen Zweigen werden hier Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum, mit Lernentwicklungsstörungen und Schüler*innen ohne Beeinträchtigungen unterrichtet. Für die Auszeichnung als Berliner Klimaschule hat sich die Gemeinschaftsschule mit drei unterschiedlichen Projekten beworben und ist für das Gesamtkonzept ausgezeichnet worden – für die vielfältige, kreative und zielgruppengerechte Art, mit der an der Schule Themen rund um den Klimawandel vermittelt werden. „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung – besonders, da wir hier mit besonderen Herausforderungen in der Vermittlung konfrontiert sind. Autismus ist eine neurologische Wahrnehmungsstörung, unsere Schüler*innen nehmen Themen wie Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit also oft ganz anders wahr. Zu unseren Herausforderungen zählt demnach auch, überhaupt erst einen Zugang zu und ein Bewusstsein für diese Themen zu schaffen“, betont Silke Maronde, eine der beteiligten Lehrerinnen.