Großartiger Einsatz: Das Team der Ehrenamtlichen im „Café Krause“ erhält die Bezirksmedaille 2026

Das „Café Krause“ in der St.-Thomas-Kirche am Mariannenplatz ist ein herausragendes Beispiel für gelebte Solidarität im Kiez

Das „Café Krause“ in der St.-Thomas-Kirche am Mariannenplatz ist ein herausragendes Beispiel für gelebte Solidarität im Kiez

Die” Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg zeichnen in diesem Jahr sieben Personen und Projekte mit der Bezirksmedaille des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg aus, die sich in herausragender Weise um das Gemeinwohl in unserem Bezirk verdient gemacht haben.

Das „Café Krause“ in der St.-Thomas-Kirche am Mariannenplatz ist seit 2012 eine Anlaufstelle für ein warmes Abendessen für wohnungslose Menschen. An vier Abenden in der Woche sind dort zahlreiche Ehrenamtliche im Einsatz.

Gegenüber der Kreuzberger Nürting-Grundschule befindet sich der Eingang zur ehemaligen Sakristei der St.-Thomas-Kirche am Mariannenplatz. Der halbrunde, helle Raum erlaubt den Blick auf den damaligen Grenzstreifen, ein kleiner Ölofen sorgt für Wärme. Doch die Besucher*innen kommen nicht wegen der Aussicht – ihnen ist kalt, sie haben Hunger, viele von ihnen leben allein auf der Straße.

Dr. Jörge Bellin, Leiter der Wohnungslosenhilfe der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., sagt: „Diese Räume sind die Wiege der Obdachlosen-Kältehilfe der Johanniter, die wir in Berlin genau hier im Jahr 2012 gestartet haben.“

Engagierte Ehrenamtliche sorgen für Herzenswärme

Engagierte Ehrenamtliche sorgen für Herzenswärme

Kältehilfesaison vom 1. November bis Ende März

Seitdem ist mit Beginn der Kältehilfesaison vom 1. November bis Ende März die abendliche Essensausgabe im „Café Krause“ ein verlässlicher Anlaufpunkt für Menschen in besonderen Notsituationen. An vier Abenden pro Woche, jeweils von Dienstag bis Freitag von 17 bis 21 Uhr, sorgen rund 60 engagierte Ehrenamtliche für eine gute Mahlzeit und Herzenswärme.

Dr. Stefanie Seeliger-Würtz, ehrenamtliche Ehrenamtsbeauftragte des Landesverbandes, arbeitet selbst in ihrer Freizeit im Café Krause: „Wir verteilen hier pro Saison etwa 4.000 Mahlzeiten mit unserem starken Team aus 60 freiwilligen Helfer*innen.“ Das Team teilt sich in kleinere Gruppen auf, sodass drei bis vier Ehrenamtliche pro Abend ab 17 Uhr im Café Krause eintreffen, um ein leckeres Zwei-Gänge-Menü zuzubereiten, das anschließend serviert wird.

„Punkt 17 Uhr oder auch etwas früher sind die ersten Besucher*innen bereits da. Sie wissen, dass wir zunächst kochen müssen.“ Das macht den Stammgästen jedoch nichts aus: Sie setzen sich in den warmen Raum und schauen in der offenen Küche bei der Zubereitung zu. „Hauptsache, sie haben es warm und sie fühlen sich nicht allein.“ Die Wartezeit wird mit Kaffee, etwas Obst oder Keksen überbrückt.

60 engagierte Ehrenamtliche sorgen für eine gute Mahlzeit

60 engagierte Ehrenamtliche sorgen für eine gute Mahlzeit

Pro Saison 4.000 Portionen für Menschen in Not

Die Helfer*innen kommen aus verschiedenen Berufen, aus allen Alters- und gesellschaftlichen Schichten – was sie vereint, ist die Freude am Kochen und die Motivation, anderen das Leben ein wenig leichter zu machen. „Studierende, Berufstätige, Senior*innen – unser Team ist so vielfältig wie die 35 bis 50 Gäste, die wir abends bewirten.“ Grundsätzlich stellen die Mitarbeitenden keine Fragen, „aber wenn jemand reden möchte, nehmen wir uns die Zeit und hören zu. Es sind Menschen in besonderen Notsituationen, und wir sind hier, um zu helfen“, betont Dr. Stefanie Seeliger-Würtz.

Besonders freuen sich die Koordinator*innen über die sehr gut funktionierende Kooperation mit dem Rotary Club Unter den Linden, dessen Mitglieder ganze Schichten im Café Krause übernehmen und Gäste bewirten. „Auch einige Mitglieder des Johanniter-Ordens unterstützen uns, wo und wie sie können“, sagt Dr. Jörge Bellin. So kommen im Café Krause unterschiedliche Lebenswelten im Sinne der guten Sache zusammen.

Das gemeinsame Engagement für Menschen in besonderen Notsituationen summiert sich auf etwa 1.400 ehrenamtlich geleistete Stunden pro Kältehilfesaison – und rund 20.000 Stunden in den vergangenen 13 Jahren. Jahr für Jahr wird hier verlässliche Unterstützung geleistet, auch durch eine besonders schmackhafte Küche: „Wir kochen wirklich sehr lecker, das wird uns immer wieder bestätigt!“ Auf den Tisch kommen einfache, aber geschmackvolle Gerichte wie Kichererbsen-Eintopf, Pellkartoffeln mit Quark, Linsensuppe (mit und ohne Würstchen) oder Nudeln mit Bolognese-Soße. Eine vegetarische Variante ist auch immer im Angebot.

Ehrenamtliche Helfer*innen sind im Team willkommen!

Dr. Jörge Bellin, der für den wöchentlichen Einkauf zuständig ist, der zu 100 Prozent durch Spenden finanziert wird, lobt die Verantwortung, die die Ehrenamtlichen für die Stadtgesellschaft und den Kiez übernehmen: „Der Einkauf und die Materialien sind nicht sehr teuer. Mit 100 bis 150 Euro pro Woche bekommen wir unsere Gäste satt. Wir bedanken uns für die sehr gute Kooperation mit der Kirchengemeinde St. Thomas, die an den Tagen, an denen wir das Abendessen bereiten, den Gästen ein Frühstück anbietet. Was wirklich zählt und unbezahlbar ist, ist die Zeit, die unser Team bei jedem Einsatz einbringt.“

Die freiwilligen Helfer*innen bieten den Gästen Zuwendung, Respekt und ein Stück Gemeinschaft. Dr. Stefanie Seeliger-Würtz sagt: „Wir machen das, weil wir auch viel davon haben. Es ist berührend, wenn jemand das Essen lobt und sagt, es schmecke wie früher bei der Großmutter. Wenn wir direkt erleben, dass wir anderen das Leben ein wenig schöner und leichter machen konnten, gibt uns das viel zurück. Davon zehren wir – und von der Gemeinschaft.“ Im Laufe der Jahre haben sich die Teams zusammengefunden, jedes auf seine Weise. Neuzugänge sind jederzeit willkommen.

„Wir arbeiten sehr gut mit der Ehrenamts-Plattform vostel zusammen – dort können sich Interessent*innen unkompliziert und niedrigschwellig für einen ehrenamtlichen Einsatz anmelden. Das bringt helfende Menschen schnell und denkbar unkompliziert zu uns in die Einrichtungen.“ Andere kommen einfach vorbei und fragen, ob Hilfe gebraucht wird, „oder begleiten jemanden, der sich bereits bei uns engagiert. Wir freuen uns immer über neue Gesichter!“

Dr. Stefanie Seeliger-Würtz, ehrenamtliche Ehrenamtsbeauftragte des Landesverbandes und Dr. Jörge Bellin, Leiter der Wohnungslosenhilfe der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. koordinieren die Hilfseinsätze

Dr. Stefanie Seeliger-Würtz, ehrenamtliche Ehrenamtsbeauftragte des Landesverbandes und Dr. Jörge Bellin, Leiter der Wohnungslosenhilfe der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. koordinieren die Hilfseinsätze

Im November startet 14. Wintersaison für das Café Krause

Im November startet das Café Krause in seine 14. Wintersaison, um weiterhin für die Menschen im Kiez da zu sein. Mit dabei sind die vielen freiwilligen Helfer*innen, die sich Abend für Abend für diejenigen einsetzen, die es im Leben schwerer haben. „Wir beobachten, dass es von Jahr zu Jahr mehr werden. Auch wenn wir in erster Linie wohnungslosen Menschen Wärme und Zuversicht geben, sind auch Menschen willkommen, die sich ihr Leben kaum mehr leisten können oder sich schlicht einsam fühlen“, so der Leiter der Wohnungslosenhilfe.

Das „Café Krause“ ist ein herausragendes Beispiel für gelebte Solidarität im Kiez. Es zeigt eindrucksvoll, wie bürgerschaftliches Engagement das soziale Miteinander stärkt und konkrete Hilfe dort leistet, wo sie am dringendsten gebraucht wird.