Ankommen und Bleiben: Entwicklung neuer Perspektiven für besonders schutzbedürftige Geflüchtete

Erfolgreicher Austausch: Die Projektbeteiligten im Gespräch über neue Wohnraumperspektiven für Geflüchtete.

Erfolgreicher Austausch: Die Projektbeteiligten im Gespräch über neue Wohnraumperspektiven für Geflüchtete.

Wohnraum bedeutet Ankommen

„Zugang zu Wohnraum heißt, wirklich ankommen zu können.“ mit diesen Worten beschreibt Mitarbeiterin Anna Stammnitz von XENION e. V.. , was für besonders schutzbedürftige Geflüchtete im Bezirk zentral ist. Für Menschen, die oft über Jahre in Sammelunterkünften leben, ist der Schritt in eine eigene Wohnung entscheidend: für Stabilität, Teilhabe und die Chance, ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

Ein gemeinsames Entwicklungsprojekt im Bezirk

Genau hier setzt das Entwicklungsprojekt „Ankommen und Bleiben – Wohnraum für besonders schutzbedürftige Geflüchtete in Friedrichshain Kreuzberg“ an. Der Verein XENION führt das Projekt im Rahmen des ESF+ Förderprogramms Lokal Sozial Innovativ (LSI) durch – gemeinsam mit dem Partizipationsbüro des Bezirksamtes Friedrichshain Kreuzberg als kommunalem Partner. Wissenschaftlich begleitet wird es vom Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin.

#Die Projektmitarbeiterin bringt es so auf den Punkt: „Wohnraum ist weit mehr als ein Dach über dem Kopf – er bedeutet Sicherheit und die Chance, das eigene Leben positiv zu gestalten.“

Was die Menschen brauchen

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der Übergang aus Sammelunterkünften in selbstbestimmte Wohnverhältnisse gelingen kann – und wie dadurch gesellschaftliche Teilhabe besonders schutzbedürftiger geflüchteter Menschen nachhaltig gestärkt wird. Dafür wurden qualitative Interviews mit Geflüchteten geführt, ergänzt durch sozialräumliche Analysen und Fachgespräche mit Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Die bisherigen Erkenntnisse zeigen klar: Die Wohnsituation beeinflusst psychische Stabilität, Bildungschancen und den Zugang zum Arbeitsmarkt. Besonders junge Erwachsene spüren die Folgen prekärer Unterbringung – aber ebenso, wie sehr stabile Mietverhältnisse und freiwillige Unterstützung neue Perspektiven eröffnen.

Eine geflüchtete Person beschreibt es so: „Ich brauche ein Zimmer und einen Tisch, um zu lernen. Ohne Lernen kann ich gar nichts machen. Ich muss erstmal lernen, um weiterzukommen in meinem Leben.“
Erste Auswertungen deuten darauf hin, dass insbesondere junge erwachsene Geflüchtete in einer entscheidenden Lebensphase von den Auswirkungen prekärer und instabiler Unterbringung betroffen sind. Gleichzeitig zeigt sich, dass stabile Mietverhältnisse in Kombination mit bedarfsorientierter Unterstützung gerade auch bei jungen Menschen Potenziale für individuelle Entwicklung, Bildungszugänge und Arbeitsmarktintegration eröffnen können.

Von der Analyse zum Modellprojekt

Die Projektpartner*innen sind kurz vor dem Ende des Entwicklungsprojektes zuversichtlich, dass ihre enge Zusammenarbeit eine solide Grundlage für ein wirksames Modellprojekt geschaffen hat. Nach der gemeinsamen Analyse des gesellschaftlichen Problems und der partnerschaftlichen Entwicklung eines Lösungsansatzes arbeitet das Projektteam nun an einem sozial innovativen Modellkonzept für eine gemeinwohlorientierte Wohnraumversorgung, das strukturelle Hürden abbauen und neue Wege der Wohnraumbeschaffung eröffnen kann.

Entsprechend der LSI‑Förderlogik beschreibt dieses Modellkonzept den Fahrplan, wie der Lösungsansatz in einem nachfolgenden Modellprojekt praktisch erprobt werden könnte. Wird der Antrag auf ein solches Modellprojekt bewilligt, soll der Ansatz über zwei Jahre hinweg mit Teilnehmenden getestet und weiterentwickelt werden. Zum Abschluss dieser Erprobungsphase werden die Ergebnisse systematisch ausgewertet, auf ihre Übertragbarkeit geprüft und so aufbereitet, dass sie Entscheidungsträgerinnen überzeugen und eine Skalierung über den Bezirk hinaus anstoßen können.

Perspektiven für den Bezirk

So entsteht ein übertragbares Modell für eine sozial gerechte und teilhabeorientierte Wohnraumversorgung, das neue Impulse setzt und besonders schutzbedürftigen Geflüchteten bessere Perspektiven eröffnet – und damit langfristig zu mehr Teilhabe und Stabilität beiträgt.
Die Förderung des Projekts erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus und des Landes Berlin im Rahmen des Bezirklichen Bündnisses für Wirtschaft und Arbeit Friedrichshain Kreuzberg. Die Entwicklungsprojektphase läuft zunächst bis Ende Mai 2026.

Kontakt: wohnen@xenion.org
Tel.: 01520 3038021
Instagram: @xenion_ev