„Sobald man von gemischten Teams weggeht und eigene Mädchengruppen aufmacht, steigt die Nachfrage deutlich.“ Nur bei den Kleinsten, ab vier Jahren, setzt der Verein noch auf eine gemischte Ballgruppe. Generell seien gemischte Teams schwieriger, da die Jungen in diesen dann in der Regel in der Überzahl sind. „Die Jungen haben meist einen stärkeren Zugang zum Fußball – vermutlich, weil Väter klassischerweise mit ihren Söhnen im Park bolzen, aber nicht mit ihren Töchtern. So sind die Jungs den Mädchen mit ihren Fähigkeiten voraus, was bei den Mädchen das Bild im Kopf verstärkt, dass Jungs besser Fußball spielen können. Wenn die Mädchen so abgeschreckt werden, ist das wirklich schade.“
Also kamen Johanne Suwelack und ihre Kolleg*innen auf die Idee, die Mädchen aus der B- und C-Jugend zu fragen, wer Lust habe, Trainerin zu werden. Die Resonanz der Jugendlichen sei enorm gewesen. Viele dieser Mädchen spielen selbst seit vielen Jahren bei uns Fußball. Sie seien hier aufgewachsen. Der Platz sei für sie der Ort, an dem sie ihre Freundinnen treffen. „Unheimlich viele der Mädchen hatten Lust, die Kinderteams zu trainieren. Also dachten wir uns, dann versuchen wir das so.“ Hierfür entwickelte der Verein den Bereich Qualifizierung weiter. „Wir haben ganz genau geschaut, welche Unterstützung die jugendlichen Trainerinnen brauchen und wie wir sie auf ihre neue Rolle vorbereiten können. Wichtig ist ja, dass sie Spaß bei der Sache haben. Sie machen das ja neben Schule und ihrem eigenen Sport.“ Wichtig sei, die jungen Trainerinnen nicht zu überfordern. „Nur, wenn sie es gern machen, bleiben sie am Ball. Wenn es ihnen zu viel wird, wären sie schnell weg.“ Hier die entsprechende Unterstützung zu leisten, sei eine wichtige Aufgabe für den Verein. Um die neuen Trainerinnen zu entlasten, nehme Hansa daher die Eltern der Kinder in den Teams in die Pflicht. Für alle Kinderteams wurden Elternabende organisiert, um zu klären, wo die Mütter und Väter die Trainerinnen organisatorisch unterstützten könnten. Es gebe viele administrative Aufgaben rund um das Training und die Spiele, für deren Erledigung man keine Trainerin sein müsse. Beispielsweise kümmerten sich die Eltern um die Beantragung von Spielerpässen, begleiteten die Trainings oder helfen beim Auf- und Abbau der Kleinfelder. Auch Bundesfreiwilligendienstler*innen unterstützen die Trainerinnen. „Das klappt sehr gut. Die Eltern sind sehr engagiert. So können sich die Trainerinnen auf den Sport konzentrieren.“