Um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, ist die Fachstelle in mehrere Bereiche gegliedert. Der Sozialdienst übernimmt Beratung und Krisenbegleitung, etwa bei Mietschulden, drohender Räumung oder bei Fragen zur Wohnraumsicherung. Der Verwaltungsdienst organisiert die Unterbringung. Er akquiriert Wohnheimplätze, bearbeitet Beschwerden und arbeitet eng mit Trägern, Kliniken und Unterbringungsanbietern zusammen. Das Team Leistung kümmert sich um Fragen der Grundsicherung, der Mietübernahme und der Abrechnung während der Unterbringung. Ein eigenes Team unterstützt geflüchtete Menschen aus der Ukraine.
Ein wichtiger Teil der Arbeit ist die Prävention. Ziel ist es, Wohnraumverlust möglichst zu verhindern, bevor er entsteht. Die Fachstelle berät deshalb nicht nur im akuten Fall, sondern oft schon frühzeitig, etwa wenn eine Kündigung droht oder Mietschulden auftreten. Auch Gespräche mit Vermietenden, soziale Beratung und Hausbesuche gehören dazu. „Gute Prävention braucht Aufmerksamkeit und Zeit, aber sie wirkt, wenn man rechtzeitig ins Gespräch kommt“, sagt Jeannette Raschke.
Auch im öffentlichen Raum ist die Fachstelle präsent, in enger Zusammenarbeit mit der Straßensozialarbeit. Manche Menschen leben seit Jahren ohne festen Wohnsitz und haben kaum noch Vertrauen in Hilfsangebote. Andere meiden Unterkünfte, weil sie ihre Hunde nicht mitnehmen dürfen oder der Konsum von Alkohol oder Drogen dort nicht erlaubt ist. Wieder andere sind gesundheitlich oder psychisch stark belastet. Es braucht Zeit, Verlässlichkeit und immer wieder neue Anläufe, um den Zugang zu stabilisierenden Hilfen zu ermöglichen. Hilfen werden angeboten, auch wenn sie nicht sofort angenommen werden.
Die Zusammenarbeit innerhalb des Amtes für Soziales ist eng. Die Fachstelle steht im regelmäßigen Austausch mit anderen Bereichen wie der Eingliederungshilfe, der Pflege, der Grundsicherung und weiteren sozialen Diensten. Darüber hinaus gibt es viele Schnittstellen zu anderen Abteilungen im Bezirksamt sowie zu Trägern, Beratungsstellen, medizinischen Diensten und Wohnungsunternehmen.
„Wir greifen hier ineinander. Niemand arbeitet isoliert. Nur gemeinsam können wir wirksam helfen“, sagt Raschke. In besonderen Lagen wie bei Evakuierungen oder Bränden unterstützt die Fachstelle das Amt für Soziales bei der kurzfristigen Organisation von Unterbringung.