Das Jobcenter Berlin Friedrichshain-Kreuzberg hat daher in den letzten Jahren verschiedene Maßnahmen eingeführt, um Menschen mit Lese- und Schreibschwierigkeiten ihre Besuche im Jobcenter zu erleichtern. Das fängt bereits beim Betreten des Gebäudes an: Statt mit Buchstaben und Ziffern wird hier bei der Beschilderung mit Farben und Bildern gearbeitet: Die einzelnen Bereiche sind farblich hinterlegt, der Wartebereich ist mit einem aussagekräftigen Piktogramm gekennzeichnet. „Behörden sind oft unübersichtlich und mit diesem Wegeleitsystem können die Bürgerinnen und Bürger sich einfacher zurechtfinden“, erklärt Claudia Fleischer, die sich seit über zwei Jahren als „Alpha-Lotsin“ im Jobcenter engagiert. Gemeinsam mit einigen Kolleg*innen hat die Leiterin des Bereichs Leistungsgewährung einen speziellen Sensibilisierungsworkshop besucht und unterstützt nun sowohl Kund*innen als auch Mitarbeiter*innen des Jobcenters.
Weltalphabetisierungstag – Die Alpha-Zertifizierung im Jobcenter Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
Claudia Fleischer, Leiterin des Bereichs Leistungsgewährung, engagiert sich als „Alpha-Lotsin“ im Jobcenter.
Bild: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Der 8. September ist Weltalphabetisierungstag. Alljährlich macht dieser Tag auf das weltweite Problem des Analphabetismus aufmerksam. Auch in Deutschland hat jede*r achte Erwachsene Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben – 6,2 Millionen Menschen gelten als gering literarisiert, im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg sind es rund 30.000 Bürger*innen. Straßenschilder lesen, Whatsapp-Nachrichten beantworten oder das Lieblingsgericht auf der Speisekarte aussuchen – Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens sind den Betroffenen nur schwer oder gar nicht möglich – von komplexeren Vorgängen wie Arztbesuchen oder Antragstellungen beim Amt ganz zu schweigen.