Für den Sport das Größtmögliche rausholen

Michaela Schulte

Ob Judo, Yoga oder Basketball – wer sich in Friedrichshain-Kreuzberg sportlich betätigen möchte, findet das passende Angebot meist in einem der 162 Sportvereine. 57.000 aktive Mitglieder zählen diese in unserem Bezirk. Trainiert wird in der Regel in und auf bezirklicher Infrastruktur. Den Überblick über alle Hallen und Sportplätze hat Michaela Schulte. Seit Mai 2014 leitet sie den Fachbereich Sport im Schul- und Sportamt.

Der Bereich besteht aus 27 Sportplatzwart*innen, einem Sportstättenverwalter und fünf Mitarbeiter*innen in der Verwaltung. „Wir sind ein kleines, aber feines Team!“ In den nächsten Monaten kommt noch ein weiterer Kollege hinzu, der sich der Sportentwicklungsplanung annehmen wird. Der Fachbereich Sport verwaltet 33 eigene Sportanlagen und vergibt auch Nutzungszeiten in den 71 Schulsporthallen, die montags bis freitags von 16 bis 22 Uhr und am Wochenende dem Vereinssport zur Verfügung stehen.

Michaela Schulte ist Mutter von zwei Kindern. Nach der Geburt ihres Sohnes wechselte sie im Jahr 2006 vom Jugendamt in den Fachbereich Sport und übernahm dort die Stelle für Öffentlichkeitarbeit und Gender Mainstreaming. „Mein Vorgesetzter rief mich an, als ich mit dem Baby zu Hause war, und meinte: Wir haben die perfekte Stelle für dich!“ Ihre Karriere im öffentlichen Dienst startete die Rudowerin 1986 mit einer Ausbildung im Bezirksamt Schöneberg. Dort begann für die Beamtin die Laufbahn im mittleren Dienst. 1998 schloss sie ein Studium an der Hochschule für Wirtschaft und Recht an, um in den gehobenen Dienst aufzusteigen.
Die Fachbereichsleiterin ist von Haus aus sportbegeistert. Als Jugendliche war sie Volleyballerin im TSV Rudow. Sport habe sie generell immer gemacht. Nur in den Jahren, als ihre Kinder jünger waren, habe sich der Fokus vom eigenen Sport eher auf die Sportbetreuung der Kinder verschoben. „Sport und Bewegung sind einfach unheimlich wichtig.“

Sportplatz

Hohe Nachfrage trifft auf knappe Flächen

Die größte Herausforderung für ihr Team sei, dass die Flächen für Sport im Bezirk so knapp sind. „Wir haben in Friedrichshain-Kreuzberg eine dramatische Unterversorgung mit ungedeckten Sportanlagen und die Zeiten in den Hallen und auf den Sportplätzen sind knapp.“ Eine Besonderheit in Berlin sind die beiden Sportplätze auf den Dächern eines Großhändlers in Friedrichshain und eines Baumarktes in Kreuzberg. „Sportinfrastruktur muss bei großen Bauprojekten mitgedacht werden.“

Die Nachfrage nach Sportangeboten im Bezirk ist extrem hoch. Immer mehr Kinder und Jugendliche wollen Sport machen. „Gerade in der Pandemie hat sich nochmal deutlich gezeigt, wie wichtig es ist, sich zu bewegen und dass der Sport in unserer Gesellschaft einen extrem hohen Stellenwert hat. Aber wir kommen im Bezirk an unsere Kapazitätsgrenzen was den Sport betrifft.“ Der Sport brauche in allen Bereichen mehr Anerkennung. Es müssten gerade im innerstädtischen Raum neue Möglichkeiten geschaffen werden, um der extrem hohen Sportnachfrage gerecht zu werden.

Auch für Individualsportler*innen möchte das Amt Angebote machen. Menschen, die auf den Sportplätzen laufen wollen, können dies während der Öffnungszeiten tun. Gleichzeitig werden Trendsportarten gefördert. Wichtig sei zudem die Förderungen von Sport für Mädchen und Frauen. „Sie sind im Vereinssport immer noch stark unterrepräsentiert.“ Aktuell liegt die Quote bei nur 35 Prozent weiblichen Sportlerinnen. Im Bezirk gebe es tolle Sportangebote für Mädchen und Frauen, sowie diverse Sportevents mit vielen Mitmachangeboten, um unterschiedliche Sportarten auszuprobieren. Gerade der Mädchen- und Frauenfußball erfreut sich großer Nachfrage.

Sporthalle

Sportentwicklungsplan und energetische Sanierungen

Aktuell erarbeitet der Fachbereich Sport einen Sportentwicklungsplan. Mit diesem Masterplan soll ausgelotet werden, wie die vorhandenen Sportflächen optimiert und erweitert werden können und welche neue Sportflächen im Bezirk aktiviert werden können. „Damit versuchen wir, aus dem wenigen, was wir haben, das Größtmögliche herauszuholen.“ Denn mit der Anzahl an Sportanlagen ist Friedrichshain-Kreuzberg Schlusslicht unter den Bezirken.
Ein großer Wunsch der Leiterin ist mehr Barrierefreiheit in Sporteinrichtungen. „Hier rüsten wir immer weiter auf und schauen, an welcher Stelle etwas umsetzbar ist. Das ist teilweise etwas kleinteilig, aber wir haben hier viel vor.“ Die Kreuzberger Flatow-Sporthalle erhält beispielsweise einen Treppenlift für die Zugänglichkeit des Jugendraumes im ersten Obergeschoss. Auch die Beschilderung in den Hallen und auf den Sportplätzen solle verbessert werden.
Die vorhandene Infrastruktur wird durch den Fachbereich konstant saniert und ertüchtigt. 1,5 Millionen Euro stehen Michaela Schultes Team jährlich dafür von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport zur Verfügung. „Das reicht aber vorne und hinten nicht.“ Hinzu kommen energetische Sanierungen. Der Großteil der Trainingsbeleuchtung wurde bereits auf LED umgestellt. In den Umkleiden wird auf automatische Lichtsteuerung gesetzt, um Energie zu sparen. An den Gebäuden werden nach und nach Fenster, Fassaden und Dächer energetisch saniert. „Dort, wo wir sanieren, werden Maßnahmen zu Energieeinsparung gleich mit umgesetzt. Aktuell überprüfen wir unsere Sportstandorte, auf welchen Dächern wir Photovoltaik-Anlagen anbringen können.“

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Wer Fragen rund um Sport hat, kann sich jederzeit beim Team des Fachbereiches Sport melden.