Vierter Fachtag ‚Inklusion er-leben!‘ bringt Perspektivwechsel und Praxisnähe für mehr Teilhabe

Fachkräfte und Expert*innen rund um die Themen Teilhabeleistungen, Menschen mit Behinderungen und Inklusion trafen sich zum Fachaustausch in den Räumen der USE – Werkstatt für Menschen mit Behinderung

Fachkräfte und Expert*innen rund um die Themen Teilhabeleistungen, Menschen mit Behinderungen und Inklusion trafen sich zum Fachaustausch in den Räumen der USE – Werkstatt für Menschen mit Behinderung

Am 14. Oktober 2025 lud das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg gemeinsam mit dem Jobcenter Berlin Friedrichshain-Kreuzberg, und der Union Sozialer Einrichtungen (USE) gGmbH, zum vierten Fachtag ‚Inklusion er-leben!‘ ein. Die Veranstaltung fand in der USE – Werkstatt für Menschen mit Behinderung – in der Kreuzberger Oranienstraße statt und widmete sich erneut dem Ziel, Barrieren abzubauen, Perspektiven zu erweitern und den fachlichen Austausch rund um inklusive Teilhabe zu fördern.

Cornelia Richter, leitende Mitarbeiterin des Jobcenters Berlin Friedrichshain-Kreuzberg, eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort. Sie betonte eindrücklich, dass Antragstellende oft zahlreiche Hürden auf ihrem Weg zur passenden Unterstützung überwinden müssten. Der Fachtag leiste daher einen wichtigen Beitrag, um an den Schnittstellen der beteiligten Institutionen Prozesse zu vereinfachen und Zugänge zu erleichtern.

Cornelia Richter, leitende Mitarbeiterin des Jobcenters Berlin Friedrichshain-Kreuzberg, eröffnete den Fachtag

Cornelia Richter, leitende Mitarbeiterin des Jobcenters Berlin Friedrichshain-Kreuzberg, eröffnete den Fachtag

Prozesse vereinfachen und Zugänge erleichtern

Regine Sommer-Wetter, Sozialstadträtin und stellvertretende Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, wandte sich per Videobotschaft an die Teilnehmenden. Sie begrüßte den gewählten Perspektivwechsel ausdrücklich und unterstrich, wie wichtig es ist, Menschen in herausfordernden Lebenslagen die bestmögliche Unterstützung zu bieten – gemeinsam und auf Augenhöhe mit allen beteiligten Akteur*innen.

Nicole Bielecke vom Teilhabefachdienst Friedrichshain-Kreuzberg und Konstantin Hoffmann vom Jobcenter Berlin Friedrichshain-Kreuzberg entwickelten für diesen besonderen Fachtag ein interaktives Konzept: Alle Teilnehmenden, insbesondere Fachkräfte und Expert*innen rund um die Themen Teilhabeleistungen, Menschen mit Behinderungen und Inklusion schlüpften in die Rolle einer antragstellenden Person – beispielsweise von Familienangehörigen, die eine Person mit Behinderung beim Wiedereinstieg in den Beruf unterstützen möchten. In Anlehnung an reale Fallsituationen organisierten die Veranstaltenden eine Behörden-Rallye, bei der die Teilnehmer*innen verschiedene Institutionen durchliefen und an jeder Station einen Stempelabdruck auf ihren Laufzettel erhielten.

An realitätsnah gestalteten Stationen erlebten die Teilnehmer*innen in antragstellenden Rollen, welche Hürden auf dem Weg bis zu Unterstützung zu nehmen sind

An realitätsnah gestalteten Stationen erlebten die Teilnehmer*innen in antragstellenden Rollen, welche Hürden auf dem Weg bis zu Unterstützung zu nehmen sind

Realitätsnah gestaltete Stationen für die Rallye-Teilnehmer*innen

Im Verlauf der Rallye konnten die Teilnehmenden hautnah erleben, wie komplex die Förderkette sein kann. Die realitätsnah gestalteten Stationen machten deutlich, welche administrativen, kommunikativen und organisatorischen Herausforderungen in der Praxis zu bewältigen sind – sowohl für Antragstellende als auch für die beteiligten Institutionen. Gleichzeitig förderte das Format den Dialog zwischen Fachkräften verschiedener Bereiche und eröffnete neue Perspektiven auf eine gelingende, gemeinschaftlich getragene Inklusion.

Mit viel Herz, Interesse und Humor bewegten sich insgesamt acht Gruppen durch die großzügigen hellen Räumlichkeiten der Union Sozialer Einrichtungen (USE) gGmbH. In den unterschiedlichen Arbeitsbereichen fanden die Beratungen der Institutionen statt.

Mit viel Herz, Interesse und Humor bewegten sich insgesamt acht Gruppen durch den nachgestellten Behörden-Dschungel

Mit viel Herz, Interesse und Humor bewegten sich insgesamt acht Gruppen durch den nachgestellten Behörden-Dschungel

Erfahrungsaustausch und bessere Vernetzung

So maulten zum Beispiel im Wartebereich der Floristik einige Teilnehmer*innen laut über die Wartezeit: „Und schon wieder warten – immer das Gleiche bei den Behörden!“ Kaum ausgesprochen, mussten die Wartenden über sich selbst herzhaft lachen, denn manchmal gehört Warten dazu, während auf der „anderen Seite“ individuell beraten wird.

Der Fachtag half den Teilnehmenden einmal mehr, die Perspektive von Betroffenen im Berufsalltag besser zu verstehen und neue Wege zu erkennen, um das gemeinsame Ziel zu erreichen: die bestmögliche Unterstützung zu gewährleisten.

Die Fachkräfte aus den Bereichen Teilhabe und Inklusion nutzten die praxisnahen Übungen zudem, um sich stärker zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und vom Wissen der Kolleg*innen zu profitieren.