Uwe Wasserthal, einer der Gründer von Suppe & Mucke, sagt: „Wir sind längst mehr als ein Fest. Wir setzen uns mit unseren Mitmachenden aktiv gegen Ausgrenzung und den steigenden Rechtsdruck ein und bieten bei einem kostenlosen Suppenessen ein Forum für aktuelle Debatten.“ Der Verein zeigt, dass Menschen, nicht zuletzt durch das Ehrenamt, auf ihr Umfeld einwirken und sie ihre Vorstellungen von einem lebenswerten Kiez gemeinschaftlich umsetzen können.
Der Veranstaltungsort des Straßenfestes wechselt regelmäßig zwischen Nord- und Süd-Friedrichshain. Geld verdienen wollen die Macher*innen dabei nicht: „Wir haben keine kommerziellen Absichten. Die Suppen bringen die einzelnen Institutionen, Vereine und Nachbarschaften mit, die sie an ihren Ständen auf dem Fest – neben guten Gesprächen – kostenfrei an die Besucher*innen ausgeben.“
Für alle Freund*innen des guten Geschmacks bietet der Veranstalter einen Download mit den Rezepten der angebotenen Suppen zum Nachkochen an. Zum Beispiel das Rezept einer Linsensuppe mit Spinatblättern, vorgekocht und vorgestellt von BOX 66, dem Beratungszentrum für Frauen und ihre Familien in Friedrichshain. Oder ein Tipp aus der Küche des RAW-Geländes, das auf einem der Feste eine Rote Linsensuppe mit viel Koriander und Knoblauch servierte.
Olaf Schenckenberg, Geschäftsführer von Zirkus Zack, berichtet: „Seit Jahren begleite ich die Straßenfeste als Moderator des Bühnenprogramms und Unterstützer des Vereins. In den Umbaupausen stellen wir Kiez-Gesichter vor, die etwas zu sagen haben. Bei uns kommen sie zu Wort und wir stellen die richtigen Fragen.“
Mittlerweile bietet das Fest immer größere politische Gesprächsrunden und Workshops zu aktuellen Themen an. So werden lokalpolitische Themen auf sehr niedrigschwellige Weise den Anwohner*innen und Interessierten nähergebracht.
„Dazu zählt auch unser Engagement in Sachen A100 – die Autobahn, die hier im Kiez eigentlich niemand will. Wir sehen großes Potenzial in den Vorhalteflächen der Stadtautobahn, um die angespannte Situation im ohnehin dicht besiedelten Ostkreuz-Kiez sozial verträglicher zu gestalten. Dafür setzen wir uns ein!“
Egal, wo der Schuh drückt – bei einem Teller Suppe und einem guten Gespräch beginnt meist die Suche nach einer Schnittstelle, nach einer Lösung mit den Ansprechpartner*innen. „Jede kiezbildende Maßnahme unterstützen wir.“
Die Gründer*innen, die damals mit Suppenkelle und Lautsprecher loszogen, haben bewiesen: Mit Herz, Engagement und einer Prise Kreativität lässt sich selbst in einer Großstadt wie Berlin ein Stück Gemeinschaft kochen. „Ein Mitmachprogramm für Kinder, Jugendliche und Familien!“