Initiiert wurde „Vielfalt Stärken!“ von den beiden jungen Frauen Valentina und Lina. Die beiden eint die Erfahrung, dass gesellschaftliche Entwicklungen und Krisen in den letzten Jahren viele Menschen verunsichert haben. Gleichzeitig fiel ihnen auf, dass Diskriminierung und Ausgrenzung im Alltag wieder sichtbarer wurden und es im Ortsteil Kreuzberg an niedrigschwelligen Angeboten für politische Bildungsarbeit fehlte.
„Wir haben gemerkt, dass viele Menschen Räume brauchen, in denen sie offen und ungefiltert über ihre Erfahrungen sprechen können, aber auch Orte, an denen man auf Augenhöhe voneinander lernen, sich gegenseitig stärken und neue Perspektiven entwickeln kann“, erzählt Valentina. „Unser Ziel war es, solche Räume zu schaffen – Orte, an denen Menschen sich gesehen und ernst genommen fühlen und mit neuer Stärke hinausgehen.“
So entstand die Idee, Workshops und Schutzräume zu entwickeln, in denen Austausch, gegenseitige Unterstützung und konkrete Handlungsmöglichkeiten im Mittelpunkt stehen und Aufklärungsarbeit passiert.
Die Initiative entstand unabhängig und selbstorganisiert aus der Kreuzberger Zivilgesellschaft – aus einer selbstbestimmten Haltung heraus und aus dem klaren Bewusstsein, dass im Bezirk Angebote fehlen, die diskriminierungssensibel, machtkritisch und empowernd arbeiten. Lina und Valentina sind beide in der BIPoC-Community (Black, Indigenous, and People of Color) verwurzelt und kennen die Herausforderungen, die marginalisierte Gruppen tagtäglich erleben. „Vielfalt Stärken!“ war keine theoretische Idee, sondern eine direkte Antwort auf reale Erfahrungen, auf strukturelle Lücken und auf das Bedürfnis, etwas Eigenes, Nachhaltiges zu schaffen.
Als Sozialarbeiterin und Psychologin bringen Valentina und Lina ihre fachlichen Kompetenzen, Netzwerke und Praxiserfahrungen zusammen. „Vielfalt Stärken!“ ist ein zivilgesellschaftliches Projekt, das inhaltlich an SDG 16 anknüpft – „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“. Denn was die Vereinten Nationen global formulieren, setzen die beiden lokal um: Sie fördern Inklusion, schaffen Räume für Dialog und Verständnis, stärken Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind und beziehen Nicht-Betroffene und Interessierte bewusst mit ein.
Im Kern steht dabei die Überzeugung, dass Frieden und Gerechtigkeit nicht von oben entstehen, sondern in den Beziehungen zwischen Menschen wachsen – in Nachbarschaften, Schulen, Jugendzentren und Projekten und Einrichtungen. Durch ihr Engagement tragen Valentina und Lina dazu bei, Vertrauen aufzubauen, Barrieren abzubauen und demokratische Teilhabe erfahrbar zu machen. „Vielfalt Stärken!“ ist damit ein gelebtes Beispiel für soziale Nachhaltigkeit – verwurzelt in der Praxis, gefördert von Gemeinschaft und getragen von dem tiefen Wunsch, Gesellschaft gerechter zu gestalten.