Sie absolvierte ihre Erzieherinnenausbildung an der Friedrich-Fröbel-Schule in Ost-Berlin, die als erste Fachschule in der damaligen DDR die wissenschaftliche Ausbildung zur Kindergärtnerin anbot. „Nachdem ich von 1977 bis 1980 dort studierte, verbrachte ich die ersten Jahre meines Berufs in einem Kindergarten in Marzahn. Das war eine aufregende Zeit“, erinnert sich Monika Glaser: „Überall wurde gebaut, jeden Tag wuchsen neue Wohnblöcke aus dem Boden – und wir Erzieherinnen waren mittendrin.“ Für sie war der Start im damals neuen Stadtteil Berlins mehr als nur ein Berufseinstieg, es war eine Pionierarbeit im doppelten Sinne. „Manchmal bin ich morgens noch durch den Matsch gestapft, um rechtzeitig bei den Kindern zu sein“, erzählt sie und lacht. „Gummistiefel gehörten damals einfach zur Grundausstattung.
Nach sechs Jahren ergab es sich, dass eine Kollegin aus Friedrichshain nach Marzahn wechseln wollte, um dort zu arbeiten. „Das war meine Chance, wieder ins Zentrum der Stadt zu kommen, wo ich auch wohnte, denn ich hatte inzwischen selbst zwei kleine Kinder, die mich in der Nähe brauchten.“ Sie stellte einen Versetzungsantrag und beide tauschten ihre Arbeitsplätze. „Mein Mann und ich leisteten damals als Mitglieder einer Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft nach der Arbeit sogenannte „Aufbaustunden“, um eine der begehrten Neubauwohnungen im Bezirk zu bekommen.“ Nachdem die beiden auch die Genossenschaftsanteile geleistet hatten, bekam die junge Familie eine schöne Wohnung im Laskerkiez zugewiesen.