„Mobbing – Nein, Danke!“ KinderUni Lichtenberg – KUL unterwegs in Friedrichshain-Kreuzberg

Dozentin Sarah Geißler, Dekanatsreferentin, FB 5 Polizei und Sicherheitsmanagement, an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) mach jungen Menschen Mut

Dozentin Sarah Geißler, Dekanatsreferentin, FB 5 Polizei und Sicherheitsmanagement, an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) macht jungen Menschen Mut

Mit neugierigen Blicken und gespannter Erwartung füllen die Grundschüler*innen der Hunsrück-Schule den hellen Veranstaltungssaal der Kreuzberger Mittelpunktbibliothek Wilhelm Liebknecht / Namik Kemal. Premiere! Zum ersten Mal öffnet die mobile KinderUni KUL unterwegs ihre Türen auch für Kinder aus Friedrichshain-Kreuzberg. Unter dem Motto „Mobbing? – Nein, danke!“ startet dort eine neue Vorlesungsreihe, die jungen Teilnehmenden Mut machen und sie für respektvolles Miteinander sensibilisieren soll. Zum Auftakt nehmen eine vierte und zwei fünfte Klassen am ersten von insgesamt zehn geplanten Terminen teil – mit vielen Fragen, Ideen und einem klaren Ziel: gemeinsam stark gegen Mobbing.

KUL unterwegs richtet sich an neugierige Kinder ab 8 Jahren. Die Professor*innen bemühen sich, auch schwierige Themen altersgerecht aufzuarbeiten. Schulen können Vorlesungen und Workshops kostenfrei für einzelne Klassen buchen. Dozentin Sarah Geißler, Dekanatsreferentin, FB 5 Polizei und Sicherheitsmanagement, an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) stellt zu Beginn der Vorlesung die Frage: „Gibt es Mobbing bei Euch an der Schule?“ Nur zwei der rund 80 anwesenden Schüler*innen meldeten sich und bejahten, dass es an ihrer Schule Mobbing gebe – alle anderen reagierten mit Kopfschütteln.

Unterschied zwischen normalen Streitigkeiten und Mobbing

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgen die Kinder die bunten Zeichnungen, mit denen Sarah Geißler die verschiedenen Facetten von Mobbing veranschaulicht. In kurzen Szenen zeigt sie etwa, wie eine Gruppe Kinder einem Einzelnen den Weg versperrt oder wie jemand absichtlich ausgegrenzt wird. Gemeinsam mit den Schüler*innen bespricht sie, worin der Unterschied zwischen einer alltäglichen Streitigkeit und echtem Mobbing liegt. Dabei wird schnell deutlich, dass Mobbing mehr ist als nur ein einmaliger Konflikt. Es handelt sich um wiederholte Handlungen, die einer Person gezielt schaden und bei denen die Betroffenen sich meist nicht (mehr) selbst wehren können.

Im Anschluss überlegen die Kinder gemeinsam, welche Situationen sie selbst schon beobachtet haben und wie sie solche Konflikte erkennen können. Anhand verschiedener Beispiele diskutieren sie, ob es sich in den geschilderten Fällen um Mobbing oder um eine gewöhnliche Auseinandersetzung handelt. So schärft sich ihr Blick dafür, was über harmlose Neckereien hinausgeht. Auf diese Weise lernen die jungen Zuhörer*innen, sensibler auf ihr Umfeld zu achten und anderen beizustehen, die vielleicht allein nicht mehr weiterwissen.

Mobbing kann überall stattfinden, betont Sarah Geißler, und fragt in die Runde, wo so etwas passieren könne. Die Kinder nennen viele Orte: auf dem Schulweg, im Bus, auf dem Pausenhof, im Klassenraum, wenn keine Lehrkraft anwesend ist – oder auch in der Umkleide nach dem Sportunterricht. „Wenn plötzlich die Kleidung einer Schülerin verschwunden ist“, ergänzt eines der Kinder.

Dozentin Sarah Geißler erklärt Regeln für ein gutes Klima in der Klasse

Dozentin Sarah Geißler erklärt Regeln für ein gutes Klima in der Klasse

Gefährliches Cybermobbing

Ein besonders gefährlicher Aspekt sei das Cybermobbing, erklärt die Dozentin weiter. Das beginne etwa, wenn veränderte Fotos oder peinliche Videos einer Person im Internet verbreitet oder andere anonym in sozialen Netzwerken beleidigt werden. Den Schüler*innen rät sie eindringlich, nur Bilder hochzuladen, bei denen alle Abgebildeten einverstanden sind. In Zweifelsfällen solle man lieber auf das Veröffentlichen verzichten.

Mobbing hinterlasse tiefe Spuren in der Seele der Betroffenen, warnt Geißler. Wer so etwas erlebt, sei oft dauerhaft verunsichert und ängstlicher als andere. Deshalb sei es wichtig, Mobbingopfer zu unterstützen. Schon eine kurze Nachfrage könne helfen, wenn eine verdächtige Situation auffällt – etwa, ob jemand Hilfe braucht. Auch die Begleitung zur Vertrauenslehrkraft oder eine klare Ansprache gegenüber den Täter*innen könne ein wirksames Signal setzen. Aktive Unterstützung gegen Mobber*innen und Mitläufer*innen könne Mobbing stoppen und auf lange Sicht verhindern.

„Es darf nicht sein, dass ein Kind immer wieder zum Opfer wird“, betont Geißler abschließend. Hier sei die Klassengemeinschaft gefragt, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen – im Sinne aller, denn jedes Kind möchte Teil der Gemeinschaft sein. Mit diesem Appell endet der Vortrag, der mit kräftigem Applaus belohnt wird.

Kein Platz für Mobber*innen – nirgendwo!

Einig sind sich am Ende alle: Kein Platz für Mobber*innen – nirgendwo!

Bereits seit 2003 finanziert die HOWOGE über die Stiftung Stadtkultur die KinderUni Lichtenberg (KUL). Die Vorlesungen finden an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) in Karlshorst statt. Sie sind kostenlos und stehen Kindern aus ganz Berlin offen.

Weitere Informationen finden sich unter www.kinderuni-lichtenberg.de.

KUL unterwegs ist die schulische Erweiterung der KinderUni Lichtenberg (KUL). Lehrkräfte können über die Website www.kul-unterwegs.de aus rund 60 Vorlesungen, Workshops und Exkursionen wählen und die Dozent*innen direkt an ihre Schule einladen. Seit 2013 läuft KUL unterwegs erfolgreich im Bezirk Lichtenberg. Ab Januar 2026 können nun auch Kreuzberger Lehrkräfte die KUL unterwegs-Dozent*innen direkt an ihre Schulen einladen.