Mit großer Aufmerksamkeit verfolgen die Kinder die bunten Zeichnungen, mit denen Sarah Geißler die verschiedenen Facetten von Mobbing veranschaulicht. In kurzen Szenen zeigt sie etwa, wie eine Gruppe Kinder einem Einzelnen den Weg versperrt oder wie jemand absichtlich ausgegrenzt wird. Gemeinsam mit den Schüler*innen bespricht sie, worin der Unterschied zwischen einer alltäglichen Streitigkeit und echtem Mobbing liegt. Dabei wird schnell deutlich, dass Mobbing mehr ist als nur ein einmaliger Konflikt. Es handelt sich um wiederholte Handlungen, die einer Person gezielt schaden und bei denen die Betroffenen sich meist nicht (mehr) selbst wehren können.
Im Anschluss überlegen die Kinder gemeinsam, welche Situationen sie selbst schon beobachtet haben und wie sie solche Konflikte erkennen können. Anhand verschiedener Beispiele diskutieren sie, ob es sich in den geschilderten Fällen um Mobbing oder um eine gewöhnliche Auseinandersetzung handelt. So schärft sich ihr Blick dafür, was über harmlose Neckereien hinausgeht. Auf diese Weise lernen die jungen Zuhörer*innen, sensibler auf ihr Umfeld zu achten und anderen beizustehen, die vielleicht allein nicht mehr weiterwissen.
Mobbing kann überall stattfinden, betont Sarah Geißler, und fragt in die Runde, wo so etwas passieren könne. Die Kinder nennen viele Orte: auf dem Schulweg, im Bus, auf dem Pausenhof, im Klassenraum, wenn keine Lehrkraft anwesend ist – oder auch in der Umkleide nach dem Sportunterricht. „Wenn plötzlich die Kleidung einer Schülerin verschwunden ist“, ergänzt eines der Kinder.