Mitmacher*innen sind willkommen - Quartiersmanagement Wassertorplatz

Seyda Aksünger, Lars Viehmeyer und Louisa-Christiane Arndt sind als Team sehr gut aufgestellt

Seyda Aksünger, Lars Viehmeyer und Louisa-Christiane Arndt sind als Team sehr gut aufgestellt

Die hellen Ladenräume am Kreuzberger Kastanienplatz laden alle Anwohnenden im Quartier Wassertorplatz zum Mitmachen ein. Am großen weißen Konferenztisch wird Kiez-Engagement gefördert und gelebt. Hier sind Menschen willkommen, die sich für ihr Umfeld einsetzen wollen und Gleichgesinnte suchen.

Lars Viehmeyer (51) leitet das Büro und arbeitet seit 2006 als Quartiersmanager im Bezirk. Gemeinsam mit den Sozialarbeiterinnen Louisa-Christiane Arndt (35) und Seyda Aksünger (28) ist das Team sehr gut aufgestellt und offen dafür, neue Angebote im Kiez gemeinsam mit Anwohnenden und Partner*innen zur Verbesserung der Lebensqualität umzusetzen.

„Gute Ideen werden mit Hilfe unserer Quartiersfonds unterstützt. Hier unterscheiden wir zwischen kurzfristigen, schnell sichtbaren Aktionen, die mit bis zu 1.500 Euro gefördert werden können, und langfristig angelegten Projekten, die bei uns im Rahmen von Projektwettbewerben eingereicht werden können. Hier können überjährige Maßnahmen ab 5.000 Euro aufwärts gefördert werden“, erklärt Lars Viehmeyer.

„Für die aktive Beteiligung im Quartier bieten sich zwei Gremien für Interessierte ab 16 Jahren aus unserem Quartier an“, erklärt Lars Viehmeyer. Da gibt es den Quartiersrat, der sich aus zwölf gewählten Mitgliedern aus der Bewohnerschaft sowie Vertreter*innen unserer Partnerinnen und Partner der Quartiersentwicklung zusammensetzt. Der Anteil der Mitglieder aus der Bewohnerschaft liegt bei mindestens 51 Prozent.“

Projekte zur Förderung der Kiezidentität

So wurde zum Beispiel im Rahmen des Projekts „Förderung der Kiezidentität“ die Entwicklung und der Druck einer Kiezkarte als Idee eingebracht, genehmigt und abgeschlossen. Das Ergebnis: eine handliche, überschaubare Karte des näheren Umfelds, die auch anhand von Symbolzeichnungen genaue und wichtige Standorte im Kiez anzeigt. Oder der jährliche Fotokalender, der in den letzten Monaten von Schüler*innen der Otto-Wels-Grundschule in der Alexandrinenstraße fotografiert wurde. Anwohner*innen haben an einem gemeinsamen Aktionstag die Motive per Abstimmung ausgewählt, so dass auch für das kommende Jahr 2025 ein vielfältiger Kalender zur kostenlosen Abholung bereitliegt, in dem sich alle Betrachter aus dem Kiez wiederfinden.

Während der Quartiersrat aktiv an der Gestaltung des Zusammenlebens und des Lebensumfelds beteiligt ist, und sich mit Grundproblemen sowie Hemmnissen der Gebietsentwicklung auseinandersetzt, entscheidet die Aktionsfondsjury bei der Auswahl von Aktionen in und für die Nachbarschaft. Die Aktionsfondsjury entscheidet, welche Aktion am besten dafür geeignet ist, die Nachbarschaft zu bereichern und dazu motiviert, sich selbst für ein belebtes Umfeld einzusetzen.

Wichtig sei in jedem Fall, dass der Nutzen für die Gemeinschaft in der Nachbarschaft gegeben sei. Aber es werde auch darauf geachtet, dass mit der Umsetzung einer Idee gleichzeitig die Stadtteilkultur belebt werde, oder auch Traditionen aufrechterhalten werden können. So würden zum Beispiel Sport- und Kinderfeste gefördert, aber auch der Adventsmarkt, der einmal im Jahr direkt vor der Tür stattfindet.

Gitti & Gerda - dieses Nachbarschaftsprojekt rückt gerade die älteren Menschen wieder in den Vordergrund

Gitti & Gerda - dieses Nachbarschaftsprojekt rückt gerade die älteren Menschen wieder in den Vordergrund

"Was verbessert werden kann, wird gemacht!"

Begeistert berichtet Quartiersmanagerin Louisa-Christiane Arndt von ihrer Arbeit. Sie hat Erfahrungen in der mobilen Stadtteilarbeit in Mariendorf gesammelt und bereits als Sozialarbeiterin in einer Unterkunft für Geflüchtete gearbeitet, bevor sie vor einem Jahr ihre Stelle im Quartiersmanagement Wassertorplatz antrat: „Wir arbeiten hier Tür an Tür mit Anwohnenden aus über 60 Nationen. Es gibt kaum Gewerbe und einen hohen Anteil von Menschen, die arbeitslos sind. Ein innerstädtischer Mix, dessen Herausforderungen wir hier im Team annehmen. Wir haben viele Projekte, die wir begleiten und engagierte Bewohnergruppen, die sich hier und jetzt ein Miteinander wünschen. Das unterstützen wir.“

Ein guter Kiez, mit vielen Akteur*innen – so sieht es auch Seyda Aksünger, Sozialarbeiterin, die vor kurzem ihr Masterstudium mit dem Schwerpunkt „Flucht und Migration“ abgeschlossen hat: „Mit Hilfe der unterschiedlichen Partner*innen und der Bewohnerschaft setzen wir tolle Projekte um und erreichen viele Menschen damit. Dafür steht unsere Tür immer offen, mit uns kann man reden – und dann setzen wir uns gemeinsam ein. Oder wir denken neu, so dass aus einer guten Idee eine noch bessere Sache werden kann.“

Lars Viehmeyer erläutert, wie wichtig es sei, alle Beteiligten regelmäßig an einen Tisch zu bringen und ist voller Lobes: „Die Zusammenarbeit aller Partner hier im Kiez funktioniert ganz besonders gut und ist absolut vertrauensvoll. Wir können uns innerhalb unserer hohen Kooperationskultur sehr gut aufeinander verlassen. Regelmäßig kommen wir zusammen, kümmern uns gemeinsam um die Frage, was konkret verbessert werden kann. Und dann wird das gemacht!“

Das Nachbarschaftsprojekt Gitti & Gerda rückt ältere Menschen wieder in den Vordergrund

Das Nachbarschaftsprojekt Gitti & Gerda rückt ältere Menschen wieder in den Vordergrund

Herzensprojekt für besondere Erlebnisse: Gitti & Gerda

So sei auch ein Herzensprojekt ins Leben gerufen worden, welches sich großer Beliebtheit erfreut und einmal mehr die Menschen aus dem Kiez miteinander verbindet: Gitti & Gerda. Dieses Nachbarschaftsprojekt rückt gerade die älteren Menschen wieder in den Vordergrund. Neben schönen Ausflügen ins Grüne, schwofen im SO36, fördert dieses Projekt vom Wassertor e.V. für Senior*innen den Austausch, Gespräche und bietet bei außergewöhnlichen Ausflügen ganz besondere unvergessliche Erlebnisse.
Das werden die Senior*innen bestätigen können, die dank Wassertor e.V. bereits als Beifahrer*innen auf einem Trike, das ist eine Mischung aus Auto und Motorrad, auf drei Rädern einen ganzen Sommertag lang durch Berlin knattern durften.

„Im Rahmen dieses Projekts wurde gemeinsam mit den Teilnehmerinnen, ein wunderbares Fotoshooting organisiert. Die Ergebnisse zeigen moderne lebensfreudige ältere Menschen, die inspirierend für andere sind. Das war ein voller Erfolg. Für alle!“.

Das gefällt Lars Viehmeyer: „Das Gute an unserer Arbeit ist, wir sind nah dran an den Beteiligten, an der Umsetzung und am Ende auch am Ergebnis. Das ist eine große Qualität am Quartiersmanagement, der wir eine hohe Anerkennung aus der Nachbarschaft verdanken.“