Fit für die Schule – Sprache, Bildung und Teilhabe für geflüchtete Kinder fördern

Schabnaz Khadem Saba, Lehramtsstudentin, unterrichtet geflüchtete Kinder und Jugendliche in Deutsch als Zweitsprache

Schabnaz Khadem Saba, Lehramtsstudentin, unterrichtet geflüchtete Kinder und Jugendliche in Deutsch als Zweitsprache

Von Montag bis Freitag verwandelt sich ein Raum in der Kinderfreizeiteinrichtung im Ortsteil Kreuzberg in einen lebendigen Lernort. Dort unterrichtet Schabnaz Khadem Saba, Lehramtsstudentin, geflüchtete Kinder und Jugendliche in Deutsch als Zweitsprache. Ihr Ziel: Den Schüler*innen den Start in das deutsche Schulsystem erleichtern und ihnen das Rüstzeug für einen erfolgreichen Bildungsweg mitzugeben.

Das Projekt „Fit für die Schule“, eine Initiative des Bundes für integrative Bildung (Bund-fiB), und von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) und gefördert durch den Berliner Senat, die gezielte Sprachförderung für Kinder, die neu in Deutschland angekommen sind anbietet. Organisiert wird das Programm von der Stiftung, die sich für bessere Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe einsetzt.

Sprache öffnet Türen zu Freundschaften, Bildung und einer gemeinsamen Zukunft

„Einige Kinder warten bis zu einem Jahr auf einen regulären Schulplatz“, erklärt Schabnaz Khadem Saba. „Die Plätze in den Willkommensklassen sind ungenügend, um alle Kinder zu beschulen. Da diese Kinder ein Recht auf Bildung haben, schaffen wir mit dem Projekt ‚Fit für die Schule‘ in mehreren Bezirken Übergangsklassen, die sich am Sprachniveau der Kinder orientieren.“

Seitdem sie selbst unterrichtet, verbindet Schabnaz Khadem Saba ihre Sprachbegeisterung mit praktischem Engagement. „Ich weiß, wie sehr Sprache der Schlüssel zu fast allem ist – zu Freundschaften, Bildung, Selbstvertrauen und Zukunftsperspektiven“, sagt sie. Mit ihrer ruhigen, zugleich motivierenden Art gelingt es ihr, besonders bei jüngeren Kindern Ängste abzubauen und Begeisterung für das Lernen zu wecken.

Das Konzept des Projekts hat sich bewährt: Die Kinder erhalten in kleinen Gruppen nicht nur Sprachunterricht, sondern auch Orientierung im Alltag. Sie lernen, wie man Busfahrpläne liest, Formulare ausfüllt oder sich in der Schule meldet – Dinge, die selbstverständlich scheinen, aber für viele zunächst große Hürden darstellen. Auch Spiel und Bewegung kommen nicht zu kurz. Mehrere Übungen sind darauf ausgelegt, Sprachvermittlung mit Freude und Aktivität zu verbinden.

Brücke zur gesellschaftlichen Teilhabe

Das Ziel von “Fit für die Schule” Ziel ist, möglichst vielen geflüchteten Kindern den wichtigen ersten Schritt ins deutsche Bildungssystem zu ermöglichen – mit Sprache als Brücke zur gesellschaftlichen Teilhabe.

Besonders die gemeinsamen Aktivitäten außerhalb des Unterrichts stärken das Gemeinschaftsgefühl und fördern das Vertrauen der Kinder. Bei Museumsbesuchen, Spaziergängen durch die Stadt oder beim gemeinsamen Kochen erleben sie Sprache nicht als theoretisches Lernziel, sondern als lebendiges Werkzeug zur Verständigung. Diese Erfahrungen erleichtern es ihnen, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden und Kontakte zu knüpfen.

„Wir schaffen Momente, in denen die Kinder einfach Kinder sein dürfen“, sagt Schabnaz Khadem Saba. Viele von ihnen hätten traumatische Fluchterfahrungen hinter sich und müssten erst wieder lernen, sich unbeschwert zu bewegen und Neues mit Neugier aufzunehmen. Ein respektvoller Umgang miteinander und klare Strukturen im Unterricht geben ihnen dabei Sicherheit.

Dass Bildung weit mehr als reine Wissensvermittlung bedeutet, wird in ihrem Unterricht täglich spürbar. Es geht um Selbstvertrauen, um Mut zum Sprechen, um kleine Erfolge, die große Veränderungen einleiten können. Für die Lehramtsstudentin ist jeder Fortschritt ein Zeichen dafür, dass „Fit für die Schule“ wirkt – als Ort der Sprache, der Begegnung und des Neubeginns.

Weitere Informationen

Bund-FiB
Frau Schabnaz Khadem Saba
Telefon: +49 176 11842231
E-Mail: schabnaz.saba@bund-fib.de
Website: Bund-fib.de