Wenn Felix Weisbrich in seiner grünen Försteruniform und mit dem Berliner Bären auf der Schulter in die S-Bahn steigt, um zum Landesforstamt nach Friedrichshagen zu fahren, erntet er nicht selten erstaunte Blicke. „Ein Förster in Berlin? Das können sich viele Berliner*innen kaum vorstellen – fast so ein Paradox wie es Rehe auf dem Alexanderplatz wären“, erzählt Weisbrich.
Dabei ist der Wald in Berlin kein Fremdkörper, er prägt das Stadtbild, das Klima und den Alltag der Berliner*innen. Mit rund 20 Prozent Bewaldung und grünen Oasen wie dem Grunewald oder dem Tegeler Forst gehört Berlin zu den grünsten Städten Europas. Die Aufgabe von Felix Weisbrich bei den Berliner Forsten ist klar: Diese Wälder zu schützen und an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.
Geboren in Göttingen, begleitet ihn die Leidenschaft für den Wald schon seit seiner Jugend. „In unserer Abizeitung stand: ‚Ich will Förster werden und den Wald retten.‘ Das war naiv, aber ein bisschen Naivität muss man haben, um etwas zu bewegen“, erzählt Weisbrich. Nach dem Abitur begann er, Forstwissenschaften an der Universität Göttingen zu studieren. Nach dem zweiten Staatsexamen arbeitete er mehrere Jahre in der Staatsforstverwaltung von Mecklenburg-Vorpommern. In der Betriebsleitung in Malchin, als Forstamtsleiter an der Küste in Bad Doberan und als Forstpolitikreferent im Schweriner Landwirtschaftsministerium. Der Wechsel nach Berlin war dann ein bewusster Schritt: Weg von der reinen Waldverwaltung hin zu einer Tätigkeit, in der sich Klimaschutz und Grün direkt mit dem Alltagsleben und der Stadtgestaltung verbinden lässt. Im Jahr 2019 übernahm er die Leitung des Straßen- und Grünflächenamts in Friedrichshain-Kreuzberg.