Energieschuldnerberatung bei DiLab e.V.: Unterstützung für Menschen in finanziellen Engpässen

Teamfoto Dilab e.V. Querformat inkl SDG Head

Gemeinsam für mehr Chancen: Das Team von DiLab. e.V. engagiert sich mit Herz und Tatkraft für ein Leben ohne Armut und für soziale Teilhabe.

Im Bezirksticker zeigen wir inspirierende Projekte aus Friedrichshain-Kreuzberg, die ganz konkret zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (#SDGs) der UN beitragen. Denn: Global denken – lokal handeln beginnt genau hier bei uns im Kiez.“

Die steigenden Energiepreise, unerwartete Nachzahlungen und finanzielle Unsicherheiten stellen viele Haushalte in Friedrichshain-Kreuzberg vor große Herausforderungen. Die Energieschuldnerberatung bei DiLab e.V. bietet genau Hilfe an, wenn die Strom- oder Gasrechnung zur existenziellen Belastung wird. Mit einem erfahrenen Team und umfassender Expertise unterstützt die Beratungsstelle in der Rigaer Straße in Friedrichshain Menschen auf dem Weg aus der Schuldenfalle.

Was macht DiLab e.V. im Bereich Energieschuldnerberatung?

Das Team von DiLab e.V. unterstützt Menschen, die mit Energieschulden zu kämpfen haben. Die Beratung umfasst sowohl die Klärung der Ursachen (z.B. gestiegener Verbrauch, hohe Nachzahlungen, ausbleibende Abschlagszahlungen) als auch die Entwicklung individueller Lösungswege. Die Beraterinnen stehen im engen Kontakt mit Energieversorgern, prüfen Abrechnungen und helfen bei der Kommunikation mit Gläubiger*innen.

Beratungssituation Schuldnerberatung querformat

Bei DiLab e.V. nimmt man sich Zeit – in angenehmer Atmosphäre.

Im Gespräch mit Alexandra Jaenecke: Persönliche Einblicke in die Schuldnerberatung

Alexandra Jaenecke, Geschäftsführerin und Vorstandsvorsitzende von DiLab e.V., bringt jahrelange Erfahrung und persönliches Engagement in die Energieschuldnerberatung ein. Im Gespräch gibt sie Einblicke in die täglichen Herausforderungen und die Bedeutung ihrer Arbeit. „Was uns in den letzten zwei Jahren besonders beschäftigt hat, waren die extremen Preissteigerungen im Bereich Energie. Viele unserer Klientinnen und Klienten wurden von hohen Nachzahlungsforderungen völlig überrascht und standen plötzlich vor existenziellen Problemen”, erklärt sie. „Besonders erschreckend war, dass wir immer mehr Menschen gesehen haben, die trotz regelmäßigem Einkommen in die Schuldenfalle geraten sind. Inzwischen hat sich die Situation jedoch etwas entspannt: Seit der Energiekrise haben sich die Strompreise wieder stabilisiert, sodass die finanzielle Belastung für viele Haushalte nicht mehr ganz so unberechenbar ist.”
Ihre persönliche Motivation: „Wenn ein Mensch mit hängenden Schultern zu uns kommt und nach der Beratung wieder aufrecht gehen kann, weil wir gemeinsam einen Weg gefunden haben – das gibt mir unglaublich viel zurück. Jeder verdient eine zweite Chance und die Möglichkeit, einen Neuanfang zu wagen.”
Mit Blick auf die Zukunft betont Alexandra Jaenecke: „Wir möchten noch stärker präventiv arbeiten. Viele Energieschulden könnten vermieden werden, wenn frühzeitig Hilfe gesucht wird. Unsere Telefonsprechstunden sind daher auch für erste Fragen geöffnet – man muss nicht warten, bis die Situation eskaliert.”

Eingang Dilab e.V. Querformat

Im Hinterhof willkommen – das Eingangsschild von DiLab e.V.Im Hinterhof willkommen – das Eingangsschild von DiLab e.V.

Über 30 Jahre Erfahrung und ein engagiertes Team

DiLab e.V. verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Schuldnerberatung und ist seit 1992 als anerkannte Beratungsstelle im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg aktiv. Das Team besteht aus vier erfahrenen Beraterinnen und einer Verwaltungsfachkraft. Diese langjährige Erfahrung und das eingespielte Team gewährleisten eine kompetente und einfühlsame Unterstützung für Ratsuchende.

Alexandra Jaenecke hebt die Bedeutung dieses Teams besonders hervor: „Unsere Beraterinnen bringen nicht nur fachliches Know-how mit, sondern auch ein tiefes Verständnis für die oft komplexen Lebenslagen unserer Klientinnen und Klienten. Diese Kombination aus Expertise und Empathie ist entscheidend für erfolgreiche Beratungsprozesse.”

Dilab e.V. Flyer querformat

Hier beginnt der Weg zu persönlicher Unterstützung

Ablauf und Schwerpunkte der Beratung

Die Beratung findet überwiegend vor Ort in der Rigaer Straße 103 statt. Sie umfasst folgende Schwerpunkte:
  • Analyse der Energieschulden und der zugrundeliegenden Ursachen
  • Unterstützung bei Ratenzahlungsvereinbarungen oder Anträgen auf Darlehen beim Jobcenter bzw. Sozialamt
  • Krisenintervention bei drohender Energiesperre, insbesondere bei Haushalten mit Kindern oder bei Krankheit
  • Beratung zur Haushaltsführung und Budgetplanung, um künftige Schulden zu vermeiden
    „Bei akuten Fällen, in denen eine Energiesperre droht oder bereits erfolgt ist, versuchen wir, sofort zu handeln”, erklärt die Geschäftsführerin. „Gerade in Haushalten mit Kindern, älteren Menschen oder chronisch Kranken kann ein Stromausfall dramatische Folgen haben. Durch unsere guten Kontakte zu den Energieversorgern können wir oft schnelle Lösungen finden.”

Wie können Energieschulden verhindert werden?

DiLab e.V. empfiehlt:
  • Regelmäßige Kontrolle des eigenen Energieverbrauchs und der Abschläge
  • Eigenständiges Ablesen und Melden der Zählerstände (besonders bei Ein- oder Auszug)
  • Preise regelmäßig vergleichen, Tarife prüfen und ggf. wechseln
  • Haushaltsbuch führen, um Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten
  • Bei Zahlungsproblemen frühzeitig Kontakt zur Beratungsstelle aufnehmen
    „Prävention ist der beste Weg, um Energieschulden zu vermeiden”, betont Jaenecke. „Wir erleben immer wieder, dass Menschen zu lange warten, bis sie Hilfe suchen. Dabei können wir gerade in frühen Phasen noch viel mehr bewirken.”
Mehrere Informationsbroschüren stehen nebeneinander in einem weißen Regal.

Flyerregal im Eingangsbereich

Typische Probleme der Ratsuchenden

Am häufigsten wenden sich Menschen an DiLab e.V., weil sie Nachzahlungen nicht begleichen können, mit gestiegenen Abschlägen überfordert sind oder eine Sperrung des Stroms droht. Viele Ratsuchende haben Schwierigkeiten, ihre Verträge und Abrechnungen zu verstehen oder rechtzeitig zu reagieren, was die Situation zusätzlich erschwert. „Ein besonders häufiges Problem ist die Überforderung mit der komplexen Materie”, berichtet Alexandra Jaenecke aus ihrer Erfahrung. “Viele unserer Klientinnen und Klienten verstehen die Abrechnungen nicht, wissen nicht, welche Rechte sie haben oder wie sie mit den Versorgern kommunizieren sollen. Hier setzen wir an und übersetzen gewissermaßen zwischen den Parteien.”

Aktuelle Herausforderungen

Die Energiepreiskrise seit 2022 hat die Situation vieler Haushalte verschärft. Besonders problematisch seien die Komplexität der Abrechnungen, die Vielzahl der Anbieter und die Unsicherheit, welche Hilfen in Anspruch genommen werden können. „In den letzten Jahren haben wir eine deutliche Zunahme von Beratungsfällen im Bereich Energieschulden verzeichnet. Neben den gestiegenen Preisen beobachten wir auch, dass die Versorger schneller zu drastischen Maßnahmen wie Stromsperren greifen. Das stellt uns vor wachsende Herausforderungen, da wir oft unter großem Zeitdruck Lösungen finden müssen.”

Teamfoto Dilab e.V.

Team von DiLab e.V. im wunderschönen grünen Innenhof

Kosten und Zugang zur Beratung

Die Beratung ist für Ratsuchende aus Friedrichshain-Kreuzberg kostenlos, da sie durch das Bezirksamt gefördert wird. Termine können telefonisch oder online vereinbart werden. Für akute Fälle gibt es eine offene Sprechstunde dienstags von 14 bis 16 Uhr und eine wöchentliche Telefonsprechstunde für dringende Fragen. „Unsere Telefonsprechzeiten am Montag von 15 bis 16 Uhr sind oft der erste Kontaktpunkt. Dort können Betroffene bereits erste wichtige Informationen erhalten, ohne direkt persönlich vorbeikommen zu müssen.”

Wer kann sich beraten lassen?

Das Angebot richtet sich an alle Bürgerinnen des Bezirks – von Arbeitnehmer*innen über Arbeitssuchende bis hin zu Rentner*innen. „Energieschulden können jeden treffen”, unterstreicht Alexandra Jaenecke. „Wir beraten unabhängig von der persönlichen Situation und suchen gemeinsam nach individuellen Lösungen.”
Besonders wichtig sei auch die Barrierefreiheit der Beratung: „Wir möchten für alle Menschen zugänglich sein, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Bildungsstand oder ihrer finanziellen Situation. Daher ist unsere Beratung kostenlos und vertraulich.”

Wunsch für die Zukunft

„Mein persönlicher Wunsch für die Zukunft wäre mehr gesellschaftliches Verständnis für Menschen mit Schulden”, resümiert Alexandra Jaenecke. „Überschuldung ist oft kein selbstverschuldetes Problem, sondern kann durch Schicksalsschläge, Krankheit oder andere unvorhersehbare Ereignisse jeden treffen. In unserer Beratung erleben wir täglich, wie wichtig es ist, Menschen in solchen Situationen ohne Vorurteile zu begegnen und gemeinsam konkrete Lösungen zu erarbeiten.”

Tipp:

Ein kostenloser Stromspar-Check des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin e.V. im Haushalt kann helfen, den eigenen Verbrauch besser zu verstehen und Sparpotenziale zu entdecken. „Wer unsicher ist, sollte nicht zögern, sich an unsere Beratungsstelle zu wenden – gemeinsam finden wir einen Ausweg.“