Der Kurs ist kostenlos und zeugt von großem Engagement und Menschlichkeit. Geleitet wird er unter anderem von Dr. Uwe Kaczinski, der gemeinsam mit Svitlana, einer Deutschlehrerin, und Alexandra (24), ihrer Tochter, unterrichtet. Getragen wird das Angebot von der Begegnungsstätte selbst – Räume, Kekse und Kaffee inklusive, bzw. auch gesponsert. Die Idee, eine Gruppe für ältere ukrainische Menschen ins Leben zu rufen, geht auf die Initiative von Frau Ratsiborynska, Koordinatorin des Ehrenamtlichen Dienstes beim Bezirksamt, zurück. Sie selbst ist auch Ukrainerin und lebt seit über 30 Jahren in Berlin. Nur zu gut kennt sie die Herausforderungen – aber auch die Kraft, die aus Gemeinschaft entsteht. Die Atmosphäre ist ruhig und offenherzig, es wird gelacht, es wird gelernt – und manchmal auch geweint. Denn schlechte Nachrichten aus der Heimat kommen oft mitten im Unterricht. Dr. Kaczinski: „Dann muss auch mal jemand in den Arm genommen werden.“
Das Kursangebot richtet sich gezielt an Menschen, die sonst kaum Zugang zu kostenlosen Sprachkursen haben – vor allem ältere Geflüchtete, die durch reguläre Fördermaßnahmen oft durchs Raster fallen. Dennoch ist Dr. Kaczinski ganz wichtig: „Jeder Mensch, der durch die Tür kommt, ist herzlich willkommen – und wird herzlich aufgenommen.“ Neben dem Deutschunterricht geht es um viel mehr: den Alltag in Deutschland zu meistern, Arzttermine zu vereinbaren, Mietverträge zu verstehen – und nicht zuletzt, das neue Land besser kennenzulernen.
Die Teilnehmenden kommen aus allen Ecken der Ukraine: aus Dnipro, Kiew (Kyiv), Saporischschja, Donetsk, Charkiw, Nova Kachowka und vielen anderen Städten. Ihre beruflichen Hintergründe sind ebenso vielfältig wie beeindruckend – unter ihnen sind eine Architektin, eine Professorin, ein Agrarwissenschaftler, eine Tanzlehrerin, eine Journalistin, eine Mechanikerin, ein Schuhdesigner, eine Programmiererin, eine Ärztin.