Das Drogentherapie-Zentrum Berlin: Ein Leuchtturm der Suchthilfe in Friedrichshain-Kreuzberg

Dr. Darius Chahmoradi Tabatabai

Dr. Darius Chahmoradi Tabatabai - Geschäftsführer & Ärztliche Leiter des Drogentherapie-Zentrum Berlin gGmbH in der Frankfurter Allee 40

Im Flur des Nodrax-Wohnprojekts begegnen sich ein Bewohner – erkennbar am Skateboard und Freizeitlook – und eine Mitarbeiterin im Gespräch. Das Bild zeigt die Alltagssituation zwischen Betreuungspersonal und einer abstinent lebenden Person im Wohnprojekt für cleane Suchtkranke.

Im Flur des Nodrax-Wohnprojekts begegnen sich ein Bewohner und eine Mitarbeiterin

Seit 45 Jahren kämpft das DTZ für Menschen in der Krise - und bleibt dabei seinem Auftrag treu: Stärken finden, Veränderung wagen, selbstbestimmt leben.

Das Drogentherapie-Zentrum Berlin (DTZ) an der Frankfurter Allee 40 in Friedrichshain ist weit mehr als nur eine Klinik – es ist ein Leuchtturm der Hoffnung für Menschen, die den Weg aus der Sucht suchen. Seit seiner Gründung 1979 hat sich das DTZ zu einem der wichtigsten Anlaufpunkte für Suchtkranke in Berlin entwickelt und betreut heute jährlich etwa 1.400 Menschen in seinen sieben vernetzten Einrichtungen.

Ein umfassendes Hilfesystem unter einem Dach

„Mit unserem ganzheitlichen, kompakten Angebot bieten wir vielfältige Hilfen für Menschen mit stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen unter einem Dach“, erklärt Dr. Darius Chahmoradi Tabatabai, Geschäftsführer des DTZ. Das Konzept basiert auf einer nahtlosen Betreuungskette: vom ersten Kontakt über den qualifizierten Entzug, die Rehabilitation ambulant und stationär bis hin zu betreuten Wohn- und Arbeitsprojekten.
Die ärztliche Leitung des Entzugskrankenhauses countdown, Dr. med. Lena Karoline Zerbe, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, sitzt in einem Gespräch mit einem Klienten. Dr. Zerbe trägt eine bordeauxrote Bluse, hält einen Stift und ein Klemmbrett in den Händen und lächelt dem Klienten zu. Im Hintergrund ist ein helles Fenster zu sehen.

Die ärztliche Leitung des Entzugskrankenhauses countdown, Dr. med. Lena Karoline Zerbe, im Gespräch mit einem Klienten.

Naturheilkunde statt Ersatzdrogen

Eine Besonderheit stellt in Berlin das Entzugskrankenhaus „Count Down“ dar, dass drogenabhängigen Menschen ab 16 Jahren eine Alternative zum konventionellen Krankenhausentzug bietet. Mit nur zwölf Behandlungsplätzen sorgt das Team für eine familiäre und Halt gebende Atmosphäre. „Wir möchten die Entgiftung als ersten Schritt zu einem drogenfreien, selbstbestimmten Leben verstehen“, betont Dr. Chahmoradi Tabatabai.

Das Behandlungskonzept im „Count Down“ verzichtet in vielen Fällen auf den Einsatz von Benzodiazepinen. Stattdessen setzt das multiprofessionelle Team auf klassische Naturheilverfahren wie Akupunktur, Massagen, Entspannungsbäder und gesunde Ernährung. „Unter dem Motto ‘Akzeptanz und Motivation zur Veränderung’ und ‘Hilfe zur Selbsthilfe’ unterstützen die Spezialisten jede Patientin und jeden Patienten” so die Philosophie der Einrichtung.

Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 14 bis 15 Tage und umfasst neben der medizinischen Versorgung auch regelmäßige Gruppen- und Einzelgespräche sowie Soziotherapie.

Die stellvertretende Leitung der Übergangseinrichtung, Stephan Boer, Erzieher und Arbeitstherapeut, sitzt an einem Tisch und führt ein Gespräch mit einem Klienten. Im Raum stehen mehrere Tische und Stühle, die Stühle sind auf den Tischen gestapelt. Durch die großen Fenster fällt viel Tageslicht, und grüne Pflanzen schmücken den Raum. An der Wand hängt ein „Back to the Future“-Poster.

Die stellvertretende Leitung der Übergangseinrichtung, Stephan Boer, Erzieher und Arbeitstherapeut, im Gespräch mit einem Klienten.

140 Mitarbeitende für eine große Mission

Das DTZ beschäftigt heute rund 140 Mitarbeitende in verschiedenen Bereichen. Neben dem Entzugskrankenhaus gehören zur Einrichtung auch eine Fachklinik für medizinische Rehabilitation, ambulante Therapieangebote, betreutes Wohnen und soziotherapeutische Beratung. Die Zweckbetriebe „Die Garbe“ und „Cleanexx“ eröffnen darüber hinaus längerfristige berufliche Perspektiven durch Beschäftigung, Qualifizierung und feste Arbeitsverhältnisse.

„Die Garbe“ ist ein Gastronomiebetrieb, der abwechslungsreiche und schmackhafte Mittagsgerichte anbietet. „Cleanexx“ ist ein Reinigungsunternehmen, das auf dem Markt tätig ist und vielfältige Dienstleistungen im Bereich Reinigung anbietet.

Beziehungsarbeit im Mittelpunkt

Dr. Darius Chahmoradi Tabatabai ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Sozialmedizin. Neben seiner Arbeit engagiert er sich auch über die Einrichtung hinaus, etwa als Vorstandsmitglied im Bundesverband Suchthilfe. „Das Besondere für mich ist letztendlich immer, eine Antwort zu finden auf die Bevorzugung stofflicher Beziehungsmuster“, erklärt er in einem seiner Fachvorträge. Wenn es gelinge, korrigierende Beziehungserfahrungen zu induzieren, habe man gute Chancen auf die Bewältigung der Konsumstörung.

Erfolgreiche Zusammenarbeit im Bezirk

Das DTZ arbeitet seit Jahrzehnten eng mit den Berliner Suchtberatungsstellen zusammen. Als Mitglied im Paritätischen Landesverband setzt sich die Einrichtung auch sozialpolitisch für Verbesserungen der Lebenssituation benachteiligter gesellschaftlicher Gruppen ein.

Die Erfolgsgeschichte des DTZ spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Was 1979 als gemeinnütziger Verein mit einem ersten Projekt in Berlin-Kladow begann, ist heute ein Unternehmen mit sieben Kliniken und Einrichtungen. Das erste Projekt war der Aufbau einer Übergangseinrichtung, die Drogenabhängigen einen unmittelbaren Ausstieg aus dem Suchtmilieu ermöglichte.

Eine Hand hält einen Flyer des "Drogentherapie Zentrums". Auf dem Flyer ist oben das Logo der Einrichtung sowie die Internetadresse zu sehen. Darunter legt eine Gruppe von Menschen unterschiedlicher Hautfarben ihre Hände als Zeichen von Zusammenhalt übereinander. Der Hintergrund besteht aus einem gelb-braunen Teppichboden.

Flyer des Drogentherapie Zentrums, der symbolisch für Vielfalt und Zusammenhalt in der Suchthilfe steht.

45 Jahre Erfolgsgeschichte

Im November 2024 feierte das DTZ sein 45-jähriges Bestehen.

Für die Zukunft hat das DTZ ehrgeizige Pläne: Die Qualitätszertifizierung nach PQ-Sys wird kontinuierlich weiterentwickelt, auch die therapeutischen Ansätze werden weiterentwickelt und die Vernetzung mit anderen Hilfseinrichtungen intensiviert.

PQ-Sys ist ein Qualitätsmanagementsystem speziell für soziale und gesundheitliche Einrichtungen. Es hilft dabei, die Qualität von Dienstleistungen und Prozessen systematisch zu sichern und stetig zu verbessern. So wird gewährleistet, dass die Hilfeangebote stets den hohen Ansprüchen der Klientinnen und Klienten entsprechen.

Sie oder Ihre Familie haben eine Suchtproblematik? Das Drogentherapie-Zentrum Berlin bietet professionelle Hilfe und Unterstützung. Kontakt:

Drogentherapie-Zentrum Berlin gGmbH
Frankfurter Allee 40
10247 Berlin-Friedrichshain
Telefon: 030 29385-200 (Zentrale Anmeldung)
E-Mail: anmeldung@dtz-berlin.de

Die telefonische Anmeldung und Beratung für das Entzugskrankenhaus „Count Down“ sowie weitere Angebote erfolgt über die zentrale Anmeldung des DTZ. Die Sprechzeiten sind montags bis freitags, u.a. 11:30–13:00 Uhr und 14:00–15:00 Uhr (genaue Zeiten variieren). Für umfassende Informationen und weitere Hilfen wenden Sie sich gerne direkt an die Einrichtung.

Das Drogentherapie-Zentrum Berlin beweist täglich, dass der Weg aus der Sucht möglich ist – mit professioneller Hilfe, menschlicher Zuwendung und dem festen Glauben an die Ressourcen jedes einzelnen Menschen.