Kaum zu glauben: Wo heute Händler*innen frisches Obst und regionale Spezialitäten anbieten, stand einst ein Gutshof. Lange Zeit waren Kirschen aus Boxhagen bei Kund*innen Berliner Märkte sehr beliebt.
Später wurde der Boxhagener Platz zu einem Schmuckplatz gestaltet, als Teil der gründerzeitlichen Stadtplanung. Bereits zur Kaiserzeit wurde der Platz zum Marktstandort erklärt –unter ganz anderen Bedingungen als heute. So war etwa der Einsatz von Hundekarren zur Warenanlieferung üblich, Hunde selbst jedoch streng verboten. Wer mit einem Vierbeiner auf dem Platz erwischt wurde, dem drohten 30 Mark Strafe oder acht Tage Zuchthaus.
Auch in der DDR blieb der Markt bestehen – eine feste Größe für die Versorgung im Kiez. Nach der Wende, in den Umbruchsjahren der frühen 90er, wurde der Markt zur Überlebenshilfe für viele Arbeitssuchende. 1995 wurde er in private Hand übergeben – ein Wendepunkt für viele Händler*innen und auch für Stefan Frantz.