Bis heute ist die Seniorin täglich aktiv. Jeden Morgen verbringt sie zehn Minuten auf ihrem Heimtrainer, den sie für das Geburtstagskaffeetrinken ausnahmsweise aus dem Wohnzimmer geräumt hat. Mit ihrem Rollator ist sie regelmäßig in der Stadt unterwegs, teilweise mit dem öffentlichen Nahverkehr.
Auch Ausflüge macht sie gern. Wenn das Wetter stimmt und sie Lust hat, fährt sie zum Wannsee und nimmt die Fähre rüber nach Kladow. Dort setzt sie sich in ein Lokal am Wasser, bevor sie zur Bushaltestelle läuft, um mit dem Bus über Heerstraße wieder zurückzufahren. Diesen Ausflug macht sie in der Regel mindestens zweimal im Jahr, im Frühling und im Herbst. Im letzten Herbst fiel der Ausflug für sie aus, weil es ihr damals nicht so gut gegangen sei. „Das hat sich zum Glück wieder gelegt.“
In der Nachbarschaft ist die 100-Jährige gut vernetzt. Gemeinsam mit den anderen Alteingesessenen trifft sie sich jeden Freitag auf Kaffee und Kuchen. Zusammen pflegen sie auch den Nachbarschaftsgarten im Hof, ernten Äpfel und anderes Obst und verarbeiten es weiter. „Wir sind der Rest der Alten, die hier mal eingezogen sind.“ Nach und nach zögen mehr jüngere Leute ins Haus, die häufig nur ein paar Monate blieben.
Die Rentnerin liest sehr gern und viel. Die Bücher nimmt sie aus einer Tauschbörse im Seniorenclub mit und legt sie zurück, sobald sie sie durchgelesen hat. Auch einen E-Reader hat sie, um neue Bücher digital lesen zu können. Zudem liest sie täglich die Zeitung. Seit Jahrzehnten ist sie Abonnentin der Berliner Zeitung. Darin löst sie jede Woche das große Kreuzworträtsel in der Wochenendausgabe. Teilweise ärgert sie sich über die Fragestellungen im Rätsel. „Manchmal überlegen die sich blöde Sachen. Da staune ich, dass da Leute darauf kommen.“ Nachdem sie das Kreuzworträtsel ausgefüllt hat, reißt sie sich die entsprechende Seite aus, um am kommenden Wochenende nachzuschauen, was richtig war und auf welche Lösungen sie nicht gekommen ist. „Wenn ich es nicht geschafft habe, dann ärgert mich das sehr.“