10 Jahre Kinderhospiz „Berliner Herz“

Berliner Herz - Kinderhospiz

Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens hat das Kinderhospiz „Berliner Herz“ in Friedrichshain am Donnerstag, den 13. März, zum Festakt und zum Tag der offenen Tür geladen. Schon von Weitem können Besucher*innen erkennen, dass hier an diesem Tag gefeiert wird. Die Beete im Vorgarten sind mit Herzen dekoriert, überall hängen Girlanden mit selbstgemalten Bildern von Geburtstagstorten. Gastkinder und ihre Geschwister haben diese in den vergangenen Wochen gemalt. In der Küche steht eine dreistöckige Geburtstagstorte, die eine der Pflegerinnen in ihrer Freizeit für den heutigen Tag gebacken hat.

Einrichtungsleiterin Pia Heinreich eröffnet den Festakt und begrüßt die Gäste. Sie steht der Einrichtung seit zwei Jahren vor. Das erste Grußwort übernahm Andrea Käthner-Isemeyer, Abteilungsleiterin Gesundheit und Soziales im Humanistischen Verband Berlin-Brandenburg, die die gesamte Entstehungsgeschichte des Hospizes begleitet hat.

Der Träger der Einrichtung, der „Humanistische Verband Deutschland“, war bereits vorab in der ambulanten Hospizarbeit aktiv und suchte ein Gebäude für ambulante und stationäre Kinderhospizarbeit. Fündig wurde der Verein in Friedrichshain unweit des Strausberger Platzes am Standort eines alten Waschhauses. Beim Richtfest für den Neubau war damals Sängerin und Fernsehmoderatorin Inka Bause dabei, die sich für die Kinderhospizarbeit engagiert. Auch zum Jubiläum war sie als Botschafterin für das Hospiz dabei.

Geburtstagstorte

Angebote für Geschwister und Arbeit mit Tieren

Neben der täglichen Arbeit mit den Gästen gibt es im Hospiz auch Angebote für die Geschwister. Für die Familien gibt es eine Trauergruppe. Im Garten leben zwei Kaninchen, auch ein neuer Therapiehund ist in Ausbildung. Regelmäßig gibt es Fahrten zum „Hof für alle Felle“, wo Inklusionsarbeit mit Tieren stattfindet.

Beim Festakt ist auch Elke Büdenbender zu Gast. Die Frau des Bundespräsidenten engagiert sich seit vielen Jahren in der Kinderhospizarbeit. „Ihre Arbeit hier gibt einem Mut“, sagt die First Lady in ihrer Rede. „Wir dürfen bei diesem Thema nicht wegsehen, sondern müssen schauen, wie wir die Familien unterstützen können. Hier leisten Sie eine wertvolle und unverzichtbare Arbeit, die wir heute laut feiern sollten.“
Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann dankt in ihrer Rede allen Beschäftigten und Ehrenamtlichen für ihre Arbeit: „Dieser besondere Ort wäre nicht das, was er ist, ohne die Menschen, die ihn mit Leben füllen und das Berliner Herz zum Schlagen bringen.“

Herrmann, Büdenbender, Klar

Ehrengast aus Bayern angereist

Ehrengast des Festakts ist Lorenz Klar. Der 22-Jährige engagiert sich politisch für Barrierefreiheit und Kinderhospizarbeit. Für den Festakt ist er aus dem Münchner Umland angereist. Aufgrund einer Erkrankung, die zu Muskelschwund führt, sitzt er im elektrischen Rollstuhl. Das „Berliner Herz“ kennt er von vorigen Besuchen. „Politik ist mein Lebenselixier. Ich setze mich für Menschen ein, die oft übersehen werden.“ Die fehlende Barrierefreiheit sei in Deutschland ein großes Problem. Eine Fahrt mit der U5 von der Museumsinsel zum Strausberger Platz habe ihm dies noch einmal deutlich gemacht.

Rund 6.000 Kinder und junge Menschen mit lebensverkürzenden Erkrankungen leben in Berlin. Für sie und ihre Familien sind Versorgungsangebote, wie das Berliner Herz, eine wichtige Unterstützung im Alltag.