Frau Krause begann 1995 bei der Polizei als Tarifangestellte im Verkehrsüberwachungsdienst – im Volksmund als Politesse bekannt. Damals kamen auf fünf freie Stellen meist hunderte von Bewerbungen. Infrage kamen wohl nur Bewerber*innen mit abgeschlossenen Berufsausbildungen – in ihrem Fall als Kosmetikerin und Visagistin. Vor ihrem Karrierewechsel war sie im Hotel Berlin am Lützowufer im Sauna- und Wellnessbereich beschäftigt. In einem mehrmonatigen Lehrgang wurden Frau Krause und ihre Kolleginnen nach der Einstellung bei der Polizei für die Tätigkeit im Außendienst qualifiziert.
Nach dem Wechsel zum Ordnungsamt war sie einige Jahre im Bezirk Lichtenberg tätig, bis sie 2008 nach Friedrichshain-Kreuzberg wechseln konnte, was bereits zur Umstrukturierung ihr genannter Wunschbezirk gewesen war. Bis Ende 2023 war Frau Krause im allgemeinen Ordnungsdienst eingesetzt. Seit 2024 arbeitet sie in der Zentralen Anlauf- und Beratungsstelle (ZAB) des Amtes – am Schreibtisch und hätte nie vermutet wie abwechslungsreich die Arbeit im Innendienst sein kann. „Es ist schon ungewohnt, nach 30 Jahren Außendienst nicht mehr aktiv vor Ort am Bürger zu sein.“ Aber die Zeit für Veränderungen war gekommen.
In der ZAB arbeitet sie mit ihrer langjährigen Kollegin Frau Schulze zusammen. Diese hatte in den 1980er Jahren den Beruf der Floristin gelernt. „Ein kreativer, aber undankbarer Job mit schwierigen Arbeitszeiten und wenig Geld, selbst nach dem Auslernen.“ So wechselte sie 1986 zur Polizei und erhielt eine der sechs ausgeschriebenen und heiß begehrten Stellen im Verkehrsüberwachungsdienst. Der erste Abschnitt, auf dem sie bis zur Geburt ihres ersten Kindes 1991 eingesetzt war, lag am Kaiserdamm in Charlottenburg. Nach der Rückkehr aus dem Erziehungsurlaub stand sie vor Herausforderungen in der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie. Damals gab es nur wenige Kitaplätze, sodass ihr Sohn bei einer Tagesmutter betreut wurde. Um die Wege zwischen ihrer Wohnung, der Tagesmutter und dem Abschnitt zu verkürzen, auf dem sie eingesetzt war, bat Frau Schulze um Versetzung in die Direktion 5.