Ehrenamt statt Stillstand - „Ich helfe den Menschen, damit es ihnen besser geht!“

Dr. Uwe Kaczinski im Garten der Begegnungsstätte in der Friedrichshainer Singerstraße

Dr. Uwe Kaczinski im Garten der Begegnungsstätte in der Friedrichshainer Singerstraße

Der frühere Kreuzberger Dr. Uwe Kaczinski kann auf ein langes Arbeitsleben zurückblicken. Viele Jahre war er beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg beschäftigt. Doch darauf ruht er sich nicht aus, er engagiert sich weiter für andere. Mit einer anderen Engagierten zusammen leitet er ehrenamtlich den INFOtreff, eine bürgernahe und kostenfreie Informationsplattform zu verschiedenen Themen, insbesondere für ältere Menschen. DER INFOtreff ist im Ehrenamtlichen Dienst des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg verankert. Als Gesundheitswissenschaftler ist Dr. Kaczinski selbst auch durch eigene Vorträge in verschiedenen Einrichtungen im Bezirk präsent. „Es ist mein Ziel, die Leute ins Gespräch zu bringen.“ Gesagt, getan: Er schnappt er sich einen kleinen Tisch, trägt ihn in Richtung Publikum, stellt sein Namensschild auf den Tisch – und fertig ist sein Rednerpult.

Die Zuhörer*innen, Besucher*innen der Seniorenbegegnungs- und Beratungszentrum in der Singerstraße 83, im Ortsteil Friedrichshain freuen sich über diesen abwechslungsreichen Besuch. Denn schaut man genau hin, spürt man, dass es mit Dr. Kaczinski nicht langweilig werden kann. Mit wachen Augen und einem pfiffigen Lächeln im Gesicht legt er gleich nach der Begrüßung los: Es geht um Diabetes. „Ich versuche, meine Zuhörer mit meinen leicht verständlich aufbereiteten Themen für gesundheitliche Fallstricke zu sensibilisieren.“

Beim Zuhören erfahren die Senior*innen viel über die Zuckerkrankheit und auch darüber, mit welchen Anzeichen sie sich bemerkbar macht. Dr. Kaczinski betont: „Nicht jedes Anzeichen muss ein Hinweis auf die Krankheit sein, es ist aber ein guter Anlass für einen Arztbesuch, der mit einfachen Tests die Situation klären kann.“

Dr. Uwe Kaczinski während seines Vortrags zum Thema Zuckerkrankheit

Dr. Uwe Kaczinski während seines Vortrags zum Thema Zuckerkrankheit

Ziel: Die Menschen sollen ins Gepräch kommen

Immer wieder gibt er der Gruppe Gelegenheit, Fragen zu stellen. Ein Teilnehmer möchte wissen, wie er selbst merken könne, ob er erkrankt sei. Eine Teilnehmerin ruft in den Raum und beantwortet die Frage, denn sie kennt die Symptome, wie nächtliches Wasserlassen, und berichtet von einem extremen Durstgefühl. Eine andere Teilnehmerin empfiehlt regelmäßige Untersuchungen beim Arzt. Und Dr. Kaczinski lächelt zufrieden, denn er hat wieder sein Ziel erreicht: Die Menschen sprechen miteinander.

Aber neben der Gesundheitsvorsorge hat er noch andere Projekte, die der Allgemeinheit dienen: Er konzipiert Vorträge, die er in unterschiedlichen Einrichtungen anbietet – kostenfrei natürlich. Vorrangig gehe es hierbei um gesundheitliche Themen aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht, aber er sei auch gut als Referent gebucht, wenn es um das Thema Hitze und Gesundheit geht. „Zum Schutz von besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen, wie zum Beispiel älteren Menschen, wird es immer wichtiger, dass wir im Vorfeld der immer heißer werdenden Sommer informieren, damit genau diese Risikogruppen besser durch den Sommer kommen.“ Wichtig sei auch die Sensibilisierung derer, die nicht betroffen sind, damit sie im Notfall umgehend helfen können.

Hitzeschutz, Stadtspaziergänge und ein Sprach-Cafe

Aber neben der Gesundheitsvorsorge hat er noch andere Projekte, die der Allgemeinheit dienen: Er konzipiert Vorträge, die er in unterschiedlichen Einrichtungen anbietet – kostenfrei natürlich. Vorrangig gehe es hierbei um gesundheitliche Themen aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht, aber er sei auch gut als Referent gebucht, wenn es um das Thema Hitze und Gesundheit geht. „Zum Schutz von besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen, wie zum Beispiel älteren Menschen, wird es immer wichtiger, dass wir im Vorfeld der immer heißer werdenden Sommer informieren, damit genau diese Risikogruppen besser durch den Sommer kommen.“ Wichtig sei auch die Sensibilisierung derer, die nicht betroffen sind, damit sie im Notfall umgehend helfen können.

Dr. Kaczinski: „Besondere Freude machen mir auch Stadtspaziergänge, die ich je nach Thema vorher aufbereite. Zusammen mit einem Kooperationspartner werden die kieznahen Spaziergangsangebote begleitet und digital nachvollziehbar gemacht. Diese Spaziergänge sind auch ein gesundheitsförderndes Angebot, denn damit bringe ich die Menschen, ohne dass sie es merken, in Bewegung. Mit Hintergrundinformationen und Anekdoten angereichert, machen wir unbemerkt bis zu zwei oder drei Kilometer während eines Rundgangs.“

Sein neuestes Projekt ist ein Sprach-Café für ältere ukrainische Frauen, bei dem er Unterstützung erhält. Dieser Sprachunterricht erfolgt in zwei kommunalen Begegnungsstätten. „Wir haben sogar eine ukrainische Lehrerin dabei, die die Unterschiede in der Grammatik aufarbeitet. Das sind sehr beliebte Treffen, wir lernen gemeinsam, sprechen, alles ohne Druck, in einem langsamen Tempo. Auch die älteren Frauen wollen hier beim Einkaufen sprechen, und fragen können, wenn sie etwas suchen. Sie wollen hier ein ganz normales Leben führen und da ist die Sprache unheimlich wichtig.“ Nur, für die älteren Ukrainerinnen zahle niemand den Sprachunterricht. Somit sind seine Sprach-Café- Angebote gut besucht.

Tipps vom Fachmann

„Aus meiner Sicht kann ich nur jedem Menschen empfehlen, der sich auch für ein Ehrenamt interessiert, sich zu überlegen, was er besonders gut kann, und was er davon weitergeben möchte. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich nützlich zu machen und dabei etwas für die Allgemeinheit zu tun.“

Für Personen, die schon einmal darüber nachgedacht haben, etwas Ehrenamtliches zu machen hat er die folgenden Tipps und Anmerkungen:

  • Es soll Spaß machen, beiden Seiten.
  • Emphatisch sein, immer der Gruppe anpassen.
  • Es sollte sinnhaft für die Allgemeinheit sein.
  • Themen leichtverständlich aufarbeiten.
  • Gut auch dosieren, denn Ehrenamt ist nicht mit normaler Arbeit zu vergleichen.
  • Humor nicht vergessen – es darf auch mal gelacht werden.

Dr. Uwe Kaczinski bereitet das Freude, was er tut: „Ich lerne bei jedem Vortrag auch für mich selbst. Solange ich es kann, werde ich die Menschen thematisch dort abholen, wo sie stehen und mit ihnen gemeinsam über den Tellerrand blicken…, denn ich helfe den Menschen, dass es ihnen besser geht!“
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Neugierig geworden? Der Ehrenamtliche Dienst des Bezirksamtes sucht weitere Unterstützung!

Möchten auch Sie sich sozial engagieren, mit älteren Menschen kommunizieren, praktische Hilfe leisten und Freude bereiten?
Dann sind Sie im Ehrenamtlichen Dienst (EaD) herzlich willkommen!

EaD Friedrichshain-Kreuzberg
Telefon (030) 90298-2781
E-Mail: ehrenamt@ba-fk.berlin.de