Mordfall Recep Aksu - Mordkommission bittet um Mithilfe

Polizeimeldung vom 24.01.2012
Friedrichshain - Kreuzberg
17.12.2011
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Bild des Tatverdächtigen
Bild: Polizei Berlin

Wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes an Recep AKSU sucht die Polizei Berlin mit Haftbefehl den türkischen Staatsangehörigen Ahmet CALP.

Nach den bisherigen Ermittlungen der Kriminalpolizei tötete er am 17. Dezember 2011 in der Großbeerenstraße in Kreuzberg sein Opfer mit einer Schusswaffe.

Seit der Tat ist der 29-Jährige verschwunden und hat sich möglicherweise ins Ausland abgesetzt.

Polizeilich ist der Gesuchte kein unbeschriebenes Blatt: im Jahr 2002 erstach er seine Schwester, da sie aus seiner Sicht einen zu freizügigen Lebensstil gepflegt hatte. Er wurde zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt, jedoch vorzeitig aus der Haft entlassen.

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Bild des Opfers
Bild: Polizei Berlin

In den Jahren 2008/2009 war er in ein größeres Ermittlungsverfahren wegen Rauschgiftschmuggels zwischen den Niederlanden und Berlin verstrickt. Hierbei wurden unter anderem rund 40 Kilogramm Rauschmittel sichergestellt.

Im Rauschgiftschmuggel dürfte auch das Motiv für den Mord an Recep AKSU liegen. Beide hatten gemeinsam mit anderen regelmäßig Betäubungsmittel aus den Niederlanden nach Berlin geholt; vorzugsweise mit angemieteten Fahrzeugen unterschiedlicher Mietwagenfirmen. Der Ahmet CALP hatte diese Tätigkeit auch nach Erhalt einer Bewährungsstrafe im Jahr 2009 nicht gestoppt.

Bei dem Rauschgiftgeschäft kam es 2011 zwischen AKSU und CALP zu Differenzen, da sich der Recep AKSU im Rauschgifthandel selbstständig machen wollte. Dies führte dazu, dass Ahmet CALP und andere den AKSU in den Abendstunden des 18. November 2011 in seinem Massagesalon „Saloon of Sultans“ in Hellersdorf aufsuchten und ihn schwer misshandelten.

Anschließend entwendete CALP aus dem Geschäft eine Reihe von hochwertigen Massagestühlen und folgende weitere Geräte:

  • eine Telefonanlage Siemens Gigaset DX 600A Titanium
  • einen Drucker Epson STYLUS Office BX 925 FWD
  • eine Stereoanlage Pioneer DCS 404 K
  • ein Notebook Packard Bell TS 11 HR-200 EasyNote
  • eine Infrarot-Wärmekabine InfraSun Solo Prima Hemlock sowie
  • eine originalverpackte Spülmaschine Siemens SN 28 M 252 DE

Sämtliche Gegenstände sind seit dem Überfall verschwunden.

Bilder der entwendeten Gegenstände

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Bei diesem Aufeinandertreffen dürfte der Tatverdächtige seinem späteren Opfer ein Ultimatum gesetzt haben, welches am 17. Dezember 2011 verstrich.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen auffällig kleinen Mann (etwa 163 cm groß), der häufig einen Kapuzen-Pullover trägt.

Die Mordkommission fragt:

  • Wer kann Angaben zum konkreten Verbleib des Ahmet CALP machen?
  • Wer hat am Tattag den Tatverdächtigen bzw. einen auffällig kleinen Mann am Tatort gesehen und kann Angaben zu seiner Flucht machen?
  • Wer kann Angaben zum Freundes- und Bekanntenkreis des CALP machen?
  • Welche bisher nicht von der Mordkommission angefragten Autovermietungen können Angaben zu Fahrzeuganmietungen des Tatverdächtigen und möglichen als zweite Fahrer eingetragenen Personen machen?
  • Wer kann weitere Personen benennen, die Ahmet CALP oder Recep AKSU auf ihren Fahrten in die Niederlande mitnahmen oder die beim Abtransport der entwendeten technischen Geräte halfen?
  • Wer weiß, wo die von Ahmet CALP und dessen Komplizen entwendeten Massagestühle und weiteren technischen Geräte verblieben sind?

Im Zuge von weiterführenden richterlich angeordneten strafprozessualen Maßnahmen wurden am 30. April 2012 in Bankschließfächern von Familienangehörigen des Mordverdächtigen insgesamt rund 230.000 Euro sowie weitere Wertgegenstände aufgefunden. Da zu vermuten ist, dass es sich hierbei um Einkünfte aus illegalen Rauschgiftgeschäften handelt, haben die Ermittler diese mit dem Ziel der gerichtlichen Einziehung beschlagnahmt und gegen die Inhaber der Schließfächer Verfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche eingeleitet.

Hinweise, die gegebenenfalls auch vertraulich behandelt werden können, nimmt die 2. Mordkommission des Landeskriminalamtes in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664 – 911 208 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Darüber hinaus werden Käufer der entwendeten Waren gebeten, sich bei der Mordkommission zu melden, da sie – wenn sie dies nicht selbstständig tun – selbst Ermittlungen wegen Hehlerei entgegen sehen könnten.