Nachwuchsgewinnung in Staaten der EU

Polizisten bei der Vereidigung
Bild: Polizei Berlin
…ist ein guter, wenn auch kein wirklich neuer Gedanke.

Auch andere Behörden mit Sicherheits- und Ordnungsaufgaben, wie ganz aktuell das Bundesministerium für Verteidigung, haben die Rekrutierung im EU-Ausland als eine von vielen Maßnahmen in ihre Personalgewinnungsstrategie aufgenommen oder ziehen das in Erwägung.

Frau Dr. Slowik bringt dies auf den Punkt: „Bei der Gewinnung geeigneten – und ich betone ausdrücklich geeigneten – Nachwuchses darf es keine Denkverbote geben. Es bedarf einer Vielzahl von Maßnahmen, um den großen Bedarf an Nachwuchs, den die Polizei Berlin aufgrund massiver Altersabgänge hat, zu decken. Das ist eine Überlegung. Die werden wir prüfen.“

Trendwende bei Bezahlung und Ausstattung bereits eingeleitet

„Klar ist auch, zunächst müssen die Rahmenbedingungen für alle Bewerberinnen und Bewerber interessant sein. Die Attraktivität als Arbeitgeber muss gesteigert werden“, ergänzt die Polizeipräsidentin.

Der Blick von potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern fällt eben zuerst auf das Gehalt, die Ausstattung sowie auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Das ist unstrittig und hat man verstanden. Verbesserungen in der Bezahlung sind bereits erfolgt. Die Bezahlung wird weiter steigen. Die Ausstattung wurde und wird aktuell verbessert.

Wir arbeiten weiter an der Attraktivität der Polizei Berlin. Günstiger Wohnraum während der Ausbildung, die Finanzierung des Führerscheins und/oder eines BVG-Tickets zählen zu den beabsichtigten Maßnahmen.

Der Erfolg braucht viele Maßnahmen

Bundesweit wurden Polizeien mit mehr Stellen ausgestattet. Durch diesen gesteigerten Bedarf und die gravierende Pensionierungswelle sind gute Nachwuchskräfte gerade im Bereich der öffentlichen Sicherheit hart umkämpft. Einzelne Maßnahmen für sich werden die erforderliche Anzahl an Bewerberinnen und Bewerbern, die die Polizei Berlin benötigt, nicht erbringen. Der Erfolg wird sich nur durch das Zusammenwirken vieler Maßnahmen einstellen. Genau deshalb wird derzeit ein breitgefächertes Strategiepapier zum Personal im Allgemeinen aufgestellt. Dabei geht es nicht nur um Personalauswahl und -gewinnung, sondern auch um die Fragen, wie z. B. das vorhandene Personal wieder verstärkt in die polizeilichen Kernaufgaben zurückgeführt und die Expertise lebensälterer Kolleginnen und Kollegen genutzt werden kann. Das Strategiepapier wird im September fertiggestellt und soll zumindest auszugsweise veröffentlicht werden.

Verantwortung, Innovation und Mut

In ihrem Statement zu dem „Strategiepapier Personal“ schließt Frau Dr. Slowik mit den Worten: „Wir haben die Verantwortung für die Sicherheit in der Hauptstadt. Wir müssen deshalb als Polizei Berlin auch in der Nachwuchsgewinnung dringend voranschreiten. Um die Zukunft einer leistungsstarken Polizei Berlin zu sichern, müssen wir offen und frei denken, innovativer sein als andere und Mut zu Unkonventionellem haben.“