Schlag gegen mutmaßliche kriminelle Vereinigung – Durchsuchungsbeschlüsse und Haftbefehle vollstreckt sowie Vermögenswerte in Millionenhöhe gesichert

Polizeimeldung vom 15.10.2026

Berlin/Brandenburg

Gemeinsame Meldung Polizei und Staatsanwaltschaft Berlin
Nr. 1369
Im Rahmen intensiver Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin und des Landeskriminalamts Berlin wurden gestern vier Haftbefehle und mehrere Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung, der Geldwäsche und des Verstoßes gegen das Gesetz über die Beaufsichtigung von Zahlungsdiensten betreffen vier Beschuldigte, zwei Männer im Alter von 31 Jahren, einen weiteren 43-jährigen Mann und eine 32-jährige Frau. Die Durchsuchungsmaßnahmen betrafen Wohnungs- und Geschäftsanschriften bei insgesamt 16 Objekten in den Bezirken Tempelhof-Schöneberg, Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf sowie in Brandenburg. An dem Einsatz waren rund 80 Einsatzkräfte verschiedener Dienststellen der Polizei Berlin sowie der Steuerfahndung beteiligt. Auch die Staatsanwaltschaft Berlin war bei den Durchsuchungen vor Ort vertreten.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, seit 2024 ein weitverzweigtes Firmen- und Kontengeflecht betrieben zu haben. Hierzu sollen sie insbesondere unter Einsatz portugiesischer Strohpersonen sowie unter Verwendung falscher Personalien zahlreiche Gesellschaften gegründet oder übernommen und Bankkonten eröffnet haben. Über diese Konten sollen erhebliche Geldbeträge vereinnahmt und in mehrstufigen Transaktionsketten weitergeleitet worden sein, um die tatsächlichen wirtschaftlichen Beteiligten und die Hintergründe der Zahlungen zu verschleiern.

Zeitgleich mit den Durchsuchungen wurden 189 Bankkonten gesperrt. Auf diese Weise konnten Gelder in Höhe von rund zwei Millionen Euro gesichert werden. Die Einsatzkräfte stellten im Rahmen der Durchsuchungen umfangreiche Beweismittel und erhebliche Vermögenswerte sicher. Dazu zählen zahlreiche Ausweisdokumente, darunter insbesondere portugiesische Reisepässe sowie teilweise gefälschte Pässe und Identitätskarten, Bankkarten auf unterschiedliche Namen, Mobiltelefone, Computer und Geschäftsunterlagen. Darüber hinaus wurden mehr als 330.000 Euro Bargeld, Goldbarren im Wert von rund 639.000 Euro, ein Diamant mit sechs Karat und einem geschätzten Wert von bis zu 110.000 Euro, mehrere hochwertige Luxusuhren, Goldschmuck sowie ein Lamborghini sichergestellt. Zudem fanden die Einsatzkräfte eine scharfe Schusswaffe mit Munition.

Die vier festgenommenen Beschuldigten wurden noch gestern einem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Tiergarten vorgeführt. Dieser verkündete die Haftbefehle und setzte diese in Vollzug. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel und weiteren Ermittlungen, insbesondere zu den Geldtransaktionen, den beteiligten Gesellschaften und möglichen weiteren Tatbeteiligten dauern an.