Verdacht der Beihilfe zum Computerbetrug – Durchsuchungsbeschlüsse und Haftbefehle vollstreckt

Polizeimeldung vom 13.10.2026

bundesweit

Deutschland/Republik Serbien
Gemeinsame Meldung Polizei und Staatsanwaltschaft
Nr. 1361
Am 7. Oktober 2026 vollstreckten Kräfte der Polizei Berlin gemeinsam mit serbischen Behörden in Serbien drei Durchsuchungsbeschlüsse gegen zwei Beschuldigte im Alter von 26 und 27 Jahren und eine weitere Beschuldigte im Alter von 25 Jahren. Ihnen wird Beihilfe zum Computerbetrug in mehr als 18.000 Fällen vorgeworfen. Gegen die beiden Männer wurden bereits bestehende Haftbefehle vollstreckt. In 70 Fällen konnten nach derzeitigem Stand bereits Schäden in einer Gesamthöhe von etwa 764.000 Euro nachgewiesen werden.

Seit heute Morgen wurden im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin in Charlottenburg-Wilmersdorf und Hessen weitere Durchsuchungsbeschlüsse gegen zwei Beschuldigte im Alter von 23 und 41 Jahren an deren Wohnanschriften vollstreckt. Darüber hinaus wurden heute an Wohnanschriften von 14 weiteren Beschuldigten in Nordrhein-Westfalen Durchsuchungsbeschlüsse im Auftrag der Staatsanwaltschaft Köln (Zentrale Ansprechstelle Cybercrime) vollstreckt, die im Zusammenhang mit den bei der Staatsanwaltschaft Berlin geführten Ermittlungen stehen. Außerdem wurden die Domains, Server, Telegram-Accounts und weitere technische Infrastruktur der kriminellen Plattform beschlagnahmt und abgeschaltet.

Den Durchsuchungen waren intensive Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Berlin sowie des Landeskriminalamts Berlin seit Februar 2025 vorausgegangen, die im Rahmen der Rechtshilfe auch eine Koordinierung der Maßnahmen mit den serbischen Behörden umfassten. Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen insgesamt fünf Beschuldigte im Alter zwischen 23 und 41 Jahren, denen vorgeworfen wird, Voice-over-IP-Dienstleistungen für die Begehung von Straftaten durch Dritte bereitgestellt zu haben. Hierdurch sollen sie ihren „Kunden“ ermöglicht haben, Anrufe mittels gespooften Rufnummern durchzuführen. Dadurch sollen sie Betrugstaten durch Dritte, insbesondere in Form von Anrufen falscher Bankmitarbeiter und Anrufen falscher Polizeibeamter, unterstützt haben. Nach den bisherigen Ermittlungsergebnissen sind mindestens 600.000 Anwahlversuche von der Infrastruktur abgegangen. Es dürfte sich bei dem von den Beschuldigten mutmaßlich betriebenen Dienstleister um den größten Anbieter dieser Dienste im deutschsprachigen Raum handeln. Die Tatverdächtigen haben mutmaßlich mehr als 1,6 Millionen Euro mit dem Service eingenommen.

Die beiden in Serbien festgenommenen Beschuldigten sollen nach Deutschland überstellt werden. Hierzu wird ein entsprechendes Ersuchen von der Staatsanwaltschaft Berlin an die serbischen Behörden übermittelt.