Vorsicht toter Winkel

Kreuzung mit eingezeichnetem toten Winkel
Bild: Polizei Berlin

Trotz Rückspiegel gibt es innerhalb geschlossener Fahrzeuge einen nicht einsehbaren Bereich seitlich, vor und hinter dem Fahrzeug. Dieser wird als „Toter Winkel“ bezeichnet und ist bei verschiedenen Fahrzeugen unterschiedlich groß.

Um den Toten Winkel möglichst klein zu halten, müssen die beiden Außenspiegel und der Rückspiegel im Fahrzeuginneren passend zum jeweiligen Fahrer richtig eingestellt sein. Der nicht sichtbare Bereich ist abhängig vom Fahrzeugtyp, aber kaum vollständig zu vermeiden.

Was ist der Tote Winkel?

Bildvergrößerung: Außenspiegel am Transporter
Bild: Henry Schmitt/Fotolia.com

Damit Lastwagenfahrer adäquat auf das Verkehrsgeschehen reagieren können, müssen seit einigen Jahren Lkw (> 3,5 t zul. GG) gemäß EU-Richtlinien auf der Beifahrerseite mit Weitwinkel- oder Nahbereichsspiegeln ausgestattet sein.

Ziel ist die Erweiterung des Sichtfeldes der Fahrer, um Verkehrsunfälle von Lkw mit Radfahrern, Motorrädern und Fußgängern zu verhindern.

Durch die Verringerung des gefährlichen „Toten Winkels“ können auf den Straßen der EU laut Unfallstatistik jährlich etwa 400 Menschenleben gerettet werden.

Bildvergrößerung: Radfahrerin mit Helm und Weste biegt im toten Winkel ab
Bild: Polizei Berlin

Ob als Fahrer eines Pkw oder Lkw, die Gefahr ist groß, beim Rechtsabbiegen, einen geradeaus fahrenden Radfahrer auf der Fahrbahn oder auf dem abgesetzten Radweg zu übersehen. Das kann zu Unfällen mit schwerwiegenden Folgen, insbesondere für den ungeschützten Radfahrer und Fußgänger, führen. Nur mit einem Schulterblick können Sie sich überzeugen, dass Sie wirklich niemanden übersehen. Wenn Sie nicht überblicken können, dass niemand gefährdet wird, müssen Sie sich beim Abbiegen vorsichtig in die Kreuzung hineintasten. Meist fehlt leider das Verständnis für die Sichtweisen der anderen Verkehrsteilnehmer.

Versetzen Sie sich doch einmal in die Situation auf dem Foto!

Betrachten Sie es einmal aus der Perspektive des Fahrers des dunklen Kombis. Können Sie sich vorstellen, wie schwierig es ist, an der breiten B-Säule vorbei, den Radfahrer zu erkennen, der vielleicht dunkel gekleidet mit 35 km/h heranrauscht? Könnten Sie sich verzeihen, wenn sie jemanden übersehen haben und diesen möglicherweise bei einem Unfall schwer verletzen?

Jetzt wechseln Sie doch mal die Perspektive!

Wie wäre Ihr Gefühl, auf einem Fahrrad an diese Kreuzung heranzufahren und so viele abbiegende Autos zu bemerken? Vertrauen Sie darauf, dass alle Sie sehen und Ihnen Ihre Vorfahrt lassen? Würden Sie Ihre Geschwindigkeit so wählen, dass Sie dem Pkw-Fahrer einen Fahrfehler verzeihen könnten? Wären Sie bremsbereit, um sich selbst vor einem Sturz zu schützen, falls der Abbieger Sie doch nicht sieht?

Und? Was sagen Sie?

„Gegenseitige Rücksicht“ oder „vorausschauende Fahrweise“ klingen für viele wie verstaubte Begriffe aus einem alten Gesetzbuch! Aber muss Althergebrachtes immer schlecht sein? Dieser kleine Aufwand des Augenblicks kann eine so große Wirkung erzielen!

Gegenseitig Anschauen ist schlau. Mensch! Schau Dich schlau! Haben Sie sich heute schon mal gegenseitig angeschaut? Wenn Fußgänger, Radfahrer Blickkontakt mit den Autofahrern suchen, können sie sich signalisieren, dass sie sich gesehen haben.

Die Polizei bietet im Rahmen der Verkehrssicherheitsarbeit viele Veranstaltungen mit Fokus auf die Problematik des Toten Winkel an.

Sehen wir uns?

Ihre Polizei Berlin