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Cybermobbing

Gefahren im Umgang mit digitalen Medien

Auge schaut auf Zahlenreihe
Bild: Kurhan - Fotolia.com

Unsere digitalen Medien mit all den verschiedenen Social-Mediadiensten sind bei Kindern und Jugendlichen inzwischen feste Bestandteile des Alltags und werden zu immer wichtigeren Plattformen für Selbstdarstellung, Kommunikation und sozialen Austausch. Dieser dynamisch mediale Wandel birgt neben den positiven Aspekten zahlreiche Risiken und Gefahren, da die Nutzerinnen und Nutzer im Netz oftmals sehr offen und sorglos mit ihren persönlichen Informationen und Daten umgehen. Vor diesem Hintergrund wird es zunehmend wichtiger, sich sowie Kinder und Jugendliche für die Gefahren im Internet zu sensibilisieren und beispielsweise über das Phänomen Cybermobbing aufzuklären sowie sich bestmöglich zu schützen.

Anonyme unkenntlicher Mann mit digitalen Tablett Computer
Bild: @ stevanovicigor - Depositphotos

Cybermobbing-Attacken können in Form von Beleidigungen, Bedrohungen, Bloßstellungen oder Belästigungen auftreten. Eine Cybermobbing-Attacke liegt vor, wenn eine Person andauernd oder wiederholt willentlich geschädigt werden soll, indem beispielsweise ungefragt peinliche Fotos oder Filme ins Internet oder diverse Chats eingestellt und verbreitet werden. Der oder die Täter/-in wollen so das Opfer durch Spott, Häme und Schikane ausgrenzen, beleidigen oder auch stalken. Ebenso ist es möglich, dass sich ein/eine Täter/-in unter der Identität des Opfers bei einem Internet-Kommunikationsdienst anmeldet und in dessen Namen Unwahrheiten verbreitet.

Während in der Vergangenheit Konflikte, Streitigkeiten und Mobbingfälle im direkten Austausch zwischen den Personen stattfanden, wird heute immer häufiger das Handy bzw. Internet missbraucht, um mit Hilfe sozialer Medien wie WhatsApp und anderen Messenger-Diensten Personen grenzenlos und meist anonym zu demütigen. Oftmals finden diese Cybermobbing-Attacken unter Beteiligung einer großen Anzahl virtueller Zuschauer/-innen statt.

Ein nahezu rund um die Uhr griffbereites Handy ermöglicht bzw. fördert eine spontane oder impulsive Kommunikation meist aus einem aktuellen Anlass heraus, so dass das Opfer den Attacken jederzeit und überall ausgesetzt ist (nicht einmal das Zuhause bietet Schutz und Sicherheit). Beeinflusst von der jeweiligen Gemütslage und gruppendynamischen Prozessen ist so stets eine Kommunikation zwischen den beteiligten Protagonisten -ohne sich gegenübertreten zu müssen- möglich.

Da Textnachrichten in der Regel die sprachlich-emotionale Komponente sowie die Wahrnehmbarkeit von Mimik und Gestik fehlt, können diese vom Gegenüber leicht fehlinterpretiert werden. Dies kann wiederum zu einem „aufschaukelnden“ Konflikt führen.

Verschiedene Zeichen für Paragraphen mit einem großen roten Zeichen für Paragraphen
Bild: Muuraa / depositphotos.com

Gesetzliche Bestimmungen

Die Online-Welt ist kein rechtsfreier Raum! Grundsätzlich gelten im Internet die gleichen gesetzlichen Bestimmungen wie im realen Leben. Die Anonymität im Netz erleichtert sich rechtswidrig zu verhalten und sich sicher und unerkannt zu fühlen. Der Absender kann unter einem frei wählbaren Benutzernamen im Internet auftreten und muss somit keine unmittelbare Konfrontation mit seinem Gegenüber fürchten, was eine Verringerung der Hemmschwellen zur Folge haben kann.

Zwar ist Cybermobbing kein eigener gesetzlicher Straftatbestand, dennoch können die damit einhergehenden Handlungen strafbar sein und erhebliche strafrechtliche Konsequenzen, von Geldstrafen bis hin zu Freiheitsstrafen und/oder zivilrechtliche Ansprüche, nach sich ziehen.

Cybermobbing – betroffene Straftatbestände

Paragraph Tatbestand
§ 185 StGB Beleidigung
§ 186 StGB Üble Nachrede
§ 187 StGB Verleumdung
§ 201 StGB Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes
§ 201a StGB Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen
§ 238 StGB Nachstellung
§ 240 StGB Nötigung
§ 241 StGB Bedrohung
§ 22 KUG/ KunstUrhG Recht am eigenen Bild
Gruppe Teenager macht Selfie
Bild: Depositphotos / depositedhar

Stärkung der Medienkompetenz – Mögliche Präventionsansätze

Medienkompetenz bietet einen ersten wirkungsvollen Schutz vor Gefahren im Umgang mit digitalen Medien. Daher sollten junge Menschen zunächst die notwendige Medienkompetenz erwerben, bevor sie eigenständig digitale Medien (beispielsweise internetfähige Smartphones) nutzen. Bei der Vermittlung von Medienkompetenz sollte unter anderem auf folgende Punkte eingegangen werden:

  • den sensiblen Umgang mit persönlichen Daten im Internet,
  • auf diverse Datenschutzbestimmungen,
  • einzurichtende Sicherheitseinstellungen,
  • auf mögliche strafrechtliche Konsequenzen,
  • sowie die Notwendigkeit eines respektvollen Umgangs innerhalb der Onlinewelt.

Die Vermittlung von Medienkompetenz ist an erster Stelle Aufgabe der Eltern. Eltern haben einen großen Einfluss auf das Medienverhalten ihrer Kinder und somit die Möglichkeit und Aufgabe ihnen unterstützend, wegweisend, aber auch verständnisvoll im digitalen Medienalltag zur Seite zu stehen. Eltern sollten zeigen, dass sie bei Problemen stets ansprechbar sind, ohne hierbei die Autonomie von Smartphone-/ Internetnutzung Infrage zu stellen.

Tipps für Eltern zur Vermittlung von Medienkompetenz

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Empfehlungen zum Schutz vor Cybermobbing-Attacken

Unterschiedlichste Ursachen und Faktoren können bewirken, dass jeder Opfer von Straftaten im Internet werden kann. Da jedoch gerade junge Menschen verstärkt über Soziale Netzwerke und Nachrichtendienste kommunizieren, ist das Risiko, dass sie Opfer einer Cybermobbing-Attacke werden sehr hoch; denn Hänseleien und Beleidigungen finden nicht mehr nur im Klassenzimmer und auf dem Schulhof statt, sondern werden ins Internet verlagert. Für Betroffene zieht dies oft gravierende Folgen nach sich, die sich unmittelbar auf die physische und psychische Gesundheit, aber auch auf das persönliche, schulische und berufliche Umfeld auswirken können.

Tipps zur Vorbeugung von Cybermobbing

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Verdacht einer Cybermobbing-Attacke

Ganz gleich, ob Sie oder Ihr Kind Opfer einer Cybermobbing-Attacke geworden sind/ist, ist schnelles Handeln gefragt bevor sich Gerüchte oder diffamierende Fotos und Videos weiter verbreiten können. Folgende Übersicht bietet erste Schritte, die Sie bei Cybermobbing-Attacken tun können.

Was Sie bei Cybermobbing-Attacken tun können

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Weiterführende Links

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Themenbezogene Informations-Veranstaltungen (TIV) für Schulen zum Thema „Rechtliche Aspekte im Themenfeld Cybermobbing“

Die Polizei Berlin bietet Themenbezogene Informations-Veranstaltungen (TIV) zum Thema „Rechtliche Aspekte im Themenfeld Cybermobbing“ für Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 5 an. Diese wird insbesondere durch die örtlich zuständigen Präventionsbeauftragten der Abschnitte (PrävBA) an Berliner Schulen durchgeführt und umfasst mindestens zwei Unterrichtsstunden (90 min). Thematisch dient die Veranstaltung dazu, die genannte Zielgruppe über die rechtliche Situation von Cybermobbing und damit im Zusammenhang stehende Straftaten aufzuklären.

Zur Durchführung der Veranstaltungen wenden Sie sich bitte direkt an die Präventionsbeauftragten der zuständigen Polizeiabschnitte.

Broschüre: Schule fragt. Polizei antwortet.

Eine Handreichung für Lehrerinnen und Lehrer. Themen - Computer- / Internetkriminalität,Gewalt, Jugendschutz, Zivilcourage Weitere Informationen